Stadtentwicklung

Keine Einigkeit im Ausschuss: Anwohner stellen eigene Ideen zur Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs vor

Unterschiedliche Ansichten: Es herrscht keine Einigkeit über die Umgestaltung des Rumpenheimer Weges. Archiv
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Unterschiedliche Ansichten: Es herrscht keine Einigkeit über die Umgestaltung des Rumpenheimer Weges. Archiv

„Es ist kein einfaches Thema“, fasste Tobias Lehnert (SPD) am Dienstagabend die Diskussion um die Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs zusammen. Und anhand der Argumente ließ sich erkennen, dass es für alle Varianten Vor- und Nachteile gebe.

Maintal – Ausgangspunkt der erneuen Diskussion waren Anträge der Grünen sowie der FDP, wobei diese sich inhaltlich sehr stark unterschieden. So forderten die Liberalen: „Der Beschluss zum Umbau des Rumpenheimer Wegs wird zurückgestellt, bis der Magistrat ein Verkehrskonzept für den kompletten Bereich zwischen Alt-Bischofsheim und Rumpenheimer Weg und der Allensteiner Straße/Zimmerseestraße ausgearbeitet und vorgestellt hat.“ Die Grünen hingegen wollten mit ihrem Antrag dafür sorgen, dass „der Radverkehr im Rumpenheimer Weg zukunftsfähig gestaltet werden kann“.

Beide Anträge stießen jedoch auf wenig Gegenliebe bei dem Rest der Ausschussmitglieder. Tom Wörner (WAM) befürchtete, wenn man der FDP folge und noch mal „von vorne beginnen“ würde, dass die Stadtverordneten wieder „drei Jahre reden, in denen nichts passiert“. Auch der Grünenantrag wurde von Wörner stark kritisiert. „Hier würden wir viel Geld ausgeben für Dinge, die schon klar sind“, fasste er in Hinblick auf die zahlreichen Prüfanträge zusammen.

Anwohner stellten ihre Ideen vor

Auch bei Roland Hahn stießen die Vorschläge nicht gerade auf Begeisterung. Hahn war als Gastredner in den Ausschuss geladen und vertrat am Dienstag die Bürgerinitiative, die von Anwohnern ins Leben gerufen wurde (wir berichteten).

Im Laufe der Diskussion bekam Hahn die Möglichkeit, eine Präsentation der Anwohner zur Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs vorzustellen. Neben einer eigenen Verkehrszählung, die die Bürger selbstständig durchgeführt hatten, beinhaltete die Präsentation auch eigene Vorschläge zu einer möglichen Umgestaltung. Vor allem die Einmündungen, Kreuzungen und Fußgängerwege standen im Zentrum der Bürgeranregungen. Während die Fußgängerwege mit blauen Hinweissäulen ausgestatten werden sollen, möchten die Einwohner, dass die Fahrbahn um die Einmündungen und Kreuzungen eingefärbt wird. Dies soll auf die dort vorherrschende Gefahrensituation aufmerksam machen.

Böttcher reagierte auf die Kritik an der Online-Befragung

Die Ausschussmitglieder zeigten sich insgesamt begeistert von der detaillierten Ausarbeitung der Anwohner und sparten nicht mit Lob. Vor allem Christian Wolf von der WAM-Fraktion lobte die Bürgerbeteiligung, die ihm sonst bei der Umgestaltung gefehlt habe. Dies bezog er auf die Bürgerbefragung, die vom Magistrat online durchgeführt wurde, aber nach einem Eilantrag der FDP in der letzten Stadtverordnetenversammlung gestoppt wurde. Daher forderte Wolf, dass der Antrag geschoben werden solle, bis die Bürgerbefragung angemessen umgesetzt worden sei. Auch zu der Bürgerbefragung äußerte Hahn starke Kritik. „Wir waren schockiert von den Vorschlägen, die dort präsentiert wurden“, sagte Hahn im Ausschuss. Die zu wählenden Optionen seien in den Augen der Bürger nicht durchdacht gewesen. Zudem sei die Struktur der Abstimmung mangelhaft gewesen, da sich jeder bei der Abstimmung „anmelden konnte, so oft man wollte“, erklärte Hahn.

Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) reagierte auf die Kritik, indem sie den Hintergrund der Online-Befragung erläuterte. „Wir haben während Corona versucht, eine entsprechende Lösung zu finden“, sagte Böttcher in Hinblick auf die fehlenden Möglichkeit, eine Befragung vor Ort durchzuführen.

Nur ein Teil des Grünen-Antrags wurde angenommen

Die Kritik, dass durch die Online-Befragung auch nicht im Rumpenheimer Weg wohnende Bürger an der Befragung teilnehmen konnten, wies sie jedoch zurück. „Verkehr betrifft nicht nur diejenigen, die vor Ort wohnen“, so Böttcher.

Im Endeffekt konnten an diesem Abend nur die Grünen zumindest einen Teilerfolg feiern: Ihr Prüfantrag zur Fahrradzone in der Zwingerstraße (eine Parallelstraße des Rumpenheimer Wegs) konnte eine geringe Mehrheit gewinnen.

Damit ist die Zukunft des Rumpenheimer Wegs weiter ungewiss. Der Magistrat kündigte jedoch an, die Bürgerbefragung immer noch durchführen zu wollen. (Von Jan Max Gepperth)

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