Hochwasser in der Region

Kommandozentrale auf Abruf: Maintaler Feuerwehr ist für die Sandsacklogistik im Kreisgebiet verantwortlich

Tausende Sandsäcke hat die Maintaler Feuerwehr in der vergangenen Woche befüllt und im gesamten Kreisgebiet ausgeliefert. Am Wochenende rechnet die Feuerwehr mit weiteren Einsätzen.
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Tausende Sandsäcke hat die Maintaler Feuerwehr in der vergangenen Woche befüllt und im gesamten Kreisgebiet ausgeliefert. Am Wochenende rechnet die Feuerwehr mit weiteren Einsätzen.

Die Maintaler Feuerwehr ist derzeit ein Mittelpunkt der Hochwasserbekämpfung. Am Feuerwehrhaus in Dörnigheim werden seit Tagen Sandsäcke abgefüllt, die im gesamten Kreisgebiet dringend benötigt werden.

Maintal – „Wir sind zuständig für die Sandsacklogistik im Kreis“, erklärt Stadtbrandinspektor Andreas Matz. Das wurde bereits am vergangenen Wochenende kurzerhand vom Kreis festgelegt. Die Gründe sind einfach: „Wir haben Erfahrung mit Hochwasser und sind dementsprechend gut aufgestellt“, erklärt Matz. Außerdem ist Maintal bisher vom Hochwasser verschont geblieben, die Einsatzkräfte sind daher nicht in der akuten Hochwasser-Bekämpfung gebunden. „Wir sind bisher einfach am wenigsten betroffen“, bringt es Matz auf den Punkt.

Daher werden bereits seit dem vergangenen Freitag die Sandsäcke mit Inhalt gefüllt. Der Maintaler Feuerwehr steht dafür Spezialausrüstung in Form von Füllmaschinen zur Verfügung. Eine davon ist fest installiert, eine weitere ist transportabel. Theoretisch, so berichtet Matz, können mithilfe der Maschinen 2500 Sandsäcke in der Stunde hergestellt werden. „Dafür braucht man dann aber auch die Manpower. Wir können rund 1000 Sandsäcken in der Stunde befüllen.“ Auch für das Zunähen der Säcke gibt es eine spezielle Maschine, die die Arbeit natürlich immens erleichtert.

Transport erfordert logistisches Können

Die Sandsäcke werden dann in die vom Hochwasser besonders betroffenen Gebiete verfrachtet. Zuletzt am Donnerstagabend nach Nidderau und Langenselbold. „Dorthin, wo gerade akut eine Notlage ist“, sagt Matz.

Am Wochenende rechnet die Feuerwehr mit weiteren Einsätzen.

Der Transport und das Vorgehen vor Ort erfordern logistisches Können. „Auf eine Palette packen wir 30 Sandsäcke. Jeder davon wiegt 20 Kilogramm. Das ist also ordentliche Gewicht.“ Nicht immer sind vor Ort entsprechende Hubwagen im Einsatz, die die Paletten abladen können. Spezielle Wechselcontainer vom Kreis, von denen zwei im Einsatz sind, können sogar 500 Sandsäcke transportieren. An der Sandsacklogisitk beteiligt sind neben der Maintaler Feuerwehr auch Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren, unter anderem aus Bruchköbel.

Feuerwehr stellt sich auf ein anstrengendes Wochenende ein

Rund 1000 befüllte Sandsäcke sind derzeit immer vorrätig bei der Feuerwehr Maintal gelagert. Entsprechend der Lage werden die Einsatzkräfte dann akut alarmiert. „Kurzfristig können wir 2000 Säcke verteilen und dann nach Bedarf weitere“, so Matz. Bisher sind das „weit mehr als 10 000 Sandsäcke“.

Trotz der Nähe zum Main ist Maintal bisher nahezu unversehrt durch die Hochwasserlage gekommen. „Der große Vorteil ist, dass der Main nicht innerhalb von Stunden so dramatisch ansteigen kann, wie das bei kleineren Flüssen oder Bächen der Fall ist“, erklärt Matz. So könne man immer für die kommenden 48 Stunden ungefähr abschätzen, wie sich die Lage entwickelt. Daher könne man auch rechtzeitig reagieren.

Den Wetterbericht für die kommenden Tage sieht Matz dennoch mit Sorge. Die Feuerwehr stellt sich auf ein anstrengendes Wochenende ein. „Überall steht schon Wasser, die Retentionsflächen sind voll. Jeder Tropfen bringt da Probleme mit“, sagt Matz. (Von Michael Bellack)

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