Mehr Bürgerbeteiligung bei Umgestaltung

Rumpenheimer Weg: FDP und Grüne befürworten Vorschläge der Bürgerinitiative

Im Zentrum der Diskussion ist die Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs. Archivf
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Im Zentrum der Diskussion ist die Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs. Archivf

Die verkehrstechnische Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs ruft seit mehreren Jahren zahlreiche Vorschläge, Kritikpunkte und Konzepte auf den Plan. Ende des vergangenen Jahres hatten drei von der Stadt zur Abstimmung gestellte Gestaltungsvarianten die Diskussion neu entfacht. Online sollten die Bürger ihr Votum für eins der drei Konzepte abgeben, die entweder abschnittsweise, nur auf einer Seite oder beidseitig zulasten der Pflanzinseln und Parkflächen Schutzstreifen für Fahrradfahrer vorsahen.

Maintal – Die Befragung auf der Webseite der Stadt musste allerdings ohne Ergebnis beendet werden, weil sie für alle Internetnutzer zugänglich war, eine mehrfache Stimmabgabe ermöglichte und so kein eindeutiges Votum aus der Maintaler Bevölkerung erfassen konnte. Jetzt bringen mit Bündnis 90/ Die Grünen und der FDP zwei Fraktionen Anträge zu diesem Streitpunkt in die im Februar anstehende Stadtverordnetenversammlung ein.

„Hauptkritikpunkt unsererseits ist, dass sich bisher niemand damit beschäftigt hat, das beispielhafte Straßengrün der 18 Pflanzinseln im Rumpenheimer Weg bei der Umgestaltung zu erhalten und damit eine wirkliche Verkehrswende zu schaffen“, erklärt Hartmut König, Fraktionsmitglied und Verkehrsexperte der Maintaler Grünen, den Hintergrund seines Prüfungsantrags. Aus Klimagesichtspunkten sei der Erhalt der Grünpflanzen allerdings besonders wichtig. Die Fraktion fordert daher die Prüfung einer Einbahnstraßenregelung, um auf beiden Seiten der viel befahrenen Straße einen Fahrradstreifen einrichten und trotzdem die Pflanzinseln und Parkflächen weitgehend erhalten zu können.

Zwingerstraße als Fahrradstraße?

Der Verkehr im Rumpenheimer Weg soll zudem langfristig durch eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h beruhigt werden. „Dies kann nur erfolgen, wenn die Schadstofflast und die Lärmemissionen gewisse Grenzwerte überschreiten“, erklärt König und fordert daher entsprechende Messungen in der zentralen Bischofsheimer Ost-West-Verbindung.

Als kurzfristige Lösung zum Schutz der Kinder, die durch den Rumpenheimer Weg zur Schule radeln, beantragt die Fraktion die Prüfung, ob in der parallel verlaufenden Zwingerstraße zusätzlich eine Fahrradstraße oder -zone eingerichtet werden kann. „Uns geht es darum, mehr Straßenraum für Fußgänger und Fahrradfahrer zu schaffen. Denn wenn wir Verkehr klimafreundlicher gestalten wollen, werden wir zukünftig anders fahren müssen“, so König. Über den Prüfungsantrag hinaus fordert er eine aktive Beteiligung der betroffenen Anwohner: „Da wir in den nächsten Jahren noch an vielen Stellen unserer Gemeinde Verkehrs- und städtebauliche Gestaltungen zu erwarten haben, kommt der Bürgerbeteiligung im Rumpenheimer Weg eine beispielhafte Bedeutung zu.“

Kritik von Seiten der Bürgerinitiative

Die mangelnde Berücksichtigung ihrer Interessen hatte auch die Bürgerinitiative Rumpenheimer Weg kritisiert und eigene Umgestaltungsvorschläge entwickelt, die sowohl bei den Grünen als auch bei den Liberalen Anklang finden. Die FDP geht in ihrem Antrag über konkrete Umgestaltungsvorschläge hinaus und fordert ein neues Verkehrskonzept für den gesamten Bereich von der Straße Alt Bischofsheim über den Rumpenheimer Weg bis zur Allensteiner Straße/Zimmerseestraße.

„Die Bandbreite der Wünsche, die in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert wurden, ist groß, und jeder einzelne Vorschlag für sich mag sinnvoll erscheinen, muss aber im Zusammenspiel betrachtet und geplant werden. Deshalb brauchen wir ein Gesamtkonzept für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner“, erklärt Klaus Gerhard, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender. „Unser Ziel ist es, für das Umgestaltungskonzept die größtmögliche Akzeptanz in der Bürgerschaft zu erreichen.“

Zwei Anträge zum Rumpenheimer Weg

Dazu müssten, so der Antrag seiner Fraktion, auch sachkundige Anwohner in eine Arbeitsgruppe eingeladen werden, die alle Vorschläge zusammentragen und abwiegen soll. „Ich bin gerne bereit, konstruktiv mitzuarbeiten“, betont Roland Hahn von der Bürgerinitiative Rumpenheimer Weg. „Die beiden Anträge komplementieren sich aus unserer Sicht. Insbesondere die Messung der Schadstoff- und Lärmbelastung halten wir für sinnvoll, aber auch die ganzheitliche Betrachtung des Quartiers über den Rumpenheimer Weg hinaus. Daher hoffen wir, dass die Stadtverordneten beiden Anträgen zustimmen. Das wäre eine gute Ausgangslage für die weitere Arbeit.“ (Von Bettina Merkelbach)

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