Bürgerhaus Bischofsheim

Sanierung des Bürgerhauses: Darum entschied man sich gegen die Instandsetzung

Keine Sanierung: Das Parlament entschied sich gegen die Instandsetzung.
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Keine Sanierung: Das Parlament entschied sich gegen die Instandsetzung.

Seit dem 11. Juni 2019 steht fest, dass das Bürgerhaus Bischofsheim nicht energetisch grundsaniert werden soll. Stattdessen entschied man sich für den Neubau eines Bürgerhauses auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde.

Maintal - Seinen Anfang nahm die Diskussion um die Sanierung des Bürgerhauses bereits 2016. Am 26. September beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass die energetische Sanierung des Gebäudes mit Schwerpunkt auf Dach, Fenster und Fassade veranlasst werden sollte. Nach Angaben der Stadt wurde für diese Maßnahme bereits im Jahr 2015 ein entsprechender Posten im Haushalt eingeräumt. Zudem wurden bereits damals die Sanierungsarbeiten zur Finanzierung im Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) angemeldet.

Die damals für die Sanierung angesetzten Kosten beliefen sich auf 2 280 000 Euro. Diese Summe basierte laut der Stadt Maintal im Wesentlichen auf Annahmen der Verwaltung und wurde anhand von durchschnittlichen Kosten für Wärmedämmmaßnahmen von Außenwand- und Dachflächen bezogen auf die entsprechenden Flächen des Bürgerhauses ermittelt. Für den Austausch der Fensteranlagen gab es bereits Angebote aus dem Jahr 2009, die mit einer Gesamtkostensteigerung von 20 Prozent auf den Stand 2015 hochgerechnet wurden.Externe Planungsbüros seien zu diesem Zeitpunkt nicht eingeschaltet gewesen.

Bürgerhaus Bischofsheim: Neue Sanierungskosten lagen über 4,6 Millionen Euro über der ersten Prognose

Bei der Veranlassung der Sanierung, mit der der Magistrat 2016 beauftragt wurde, schaltete man das Architekturbüro Pätzold Kremer Architekten PartGmbH ein. Dort stellte man neben deutlich höheren Kosten für die rein energetische Sanierung auch massiv Mängel im Brandschutz fest. „Architekt Pätzold empfiehlt dringend die erforderlichen Sanierungen (Brandschutz) zur Sicherstellung des Betriebes durchzuführen“, heißt es in der fachplanerischen Zusammenfassung. Allein die Brandschutzsanierung schlug mit einer zusätzlichen Summe von 1 428 000 Euro zu Buche. Daraus resultierte eine gesamte Sanierungssumme in Höhe von 7 569 105 Euro. Damit lag der Wert über 4,6 Millionen Euro über der ursprünglich prognostizierten Sanierungssumme.

Daher entschied man sich damals, die Sanierung im Investitionsprogramm der Hessenkasse anzumelden und die bereits beantragten Mittel des KIP für andere Projekte aufzuwenden.

Höhere Kosten brachten die Stadt dazu wegen des Bürgerhauses umzudenken

Eine Frage, die in Folge der neuen Kostenprognose aufkam war, wieso die Mängel nicht früher entdeckt worden seien. Hierbei verweist die Stadt bereits auf den Bau im Jahre 1974. So seien die Bauauflagen nicht angemessen umgesetzt worden. Als Beispiele nennt die Stadt Maintal hierbei, „dass tragende Bauteile, wurden nicht, wie dort gefordert, in entsprechender Qualität eingebaut“ worden seien.

Auch habe man im Erdgeschoss keine brandschutzsichere Abschnittsbildung gemäß der Anforderungen umgesetzt. Dies würde laut Stadt heute gefordert. Da das Gebäude 1974 aber in Betrieb gegangen und auch abgenommen wurde, sei man bei der Stadt von einem ordnungsgemäßen Zustand ausgegangen.

Aufgrund der deutlich höheren Kosten, hinterfragte man bei der Stadt das grundsätzliche weitergehen und entschied sich dazu mehrere Varianten eines möglichen Vorgehens auszuarbeiten.

Nachdem alle Vorschläge vorgestellt wurden, beauftragte die Stadtverordnetenvorstellung den Magistrat mit der Planung und Umsetzung eines Neubaus in reduzierter Größe, jedoch mit Restaurant und Mehrzweckräumen (ohne Vereinsfunktionsräume), auf dem benachbarten Grundstück der evangelischen Kirche Bischofsheim und der Verwertung des bisherigen Grundstücks für Einzelhandel und Wohnen.

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