Nachfolger steht bereit

Maintal: Stadtbrandinspektor Andreas Matz scheidet nach 20 Jahren aus seinem Amt aus

Seinen Spind in der Feuerwache an der Berliner Straße wird Andreas Matz weiter behalten. Die Führung der Maintaler Feuerwehr gibt er nach 20 Jahren ab, um Platz für die nächste Generation zu machen.
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Seinen Spind in der Feuerwache an der Berliner Straße wird Andreas Matz weiter behalten. Die Führung der Maintaler Feuerwehr gibt er nach 20 Jahren ab, um Platz für die nächste Generation zu machen.

Am Mittwoch endet für Andreas Matz das Kapitel als Stadtbrandinspektor von Maintal. Er kam 1985 als Quereinsteiger zur Maintaler Feuerwehr und ist seitdem geblieben. Nachdem er lange an der Spitze stand, rückt er nun in die zweite Reihe.

Maintal - Seit 2001 ist Matz Stadtbrandinspektor in Maintal, zuvor war er bereits fünf Jahre lang Stellvertreter. Nun endet seine Amtszeit nach vier Wahlperioden am morgigen Mittwoch. Dann werden die Umschläge der Briefwahl zum neuen Stadtbrandinspektor geöffnet. Zur Wahl steht Holger Martiker, der zuletzt zehn Jahre Wehrführer der Einsatzabteilung in Bischofsheim war. Seine Wahl gilt als Formsache.

Maintal: Stadtbrandinspektor Andreas Matz will nicht an seinem Amt kleben

Für den 58 Jahre alten Matz war es Zeit, den Staffelstab weiterzugeben. „Ich bin keiner, bei dem das Amt erst endet, wenn er mit den Füßen voraus aus dem Feuerwehrhaus getragen wird“, sagt er. Das Dienstalter bei der Feuerwehr endet mit 65, Matz hätte sich also noch einmal zur Wahl stellen können. „Das wollte ich aber nicht ausreizen“, sagt der Dörnigheimer, der der Feuerwehr als Fachdienstleiter in der Stadtverwaltung erhalten bleibt.

Ein Vorteil für seinen Nachfolger, wie Matz findet: „Es ist doch ganz gut, wenn jemand zur Seite steht, der Ratschläge geben kann. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Aber wenn ich um Rat gefragt werde, dann bin ich verfügbar“, sagt Matz.

Stolz auf den Zusammenhalt der Maintaler Feuerwehren

Einen reichen Erfahrungsschatz kann er nach 20 Jahren im Amt allemal vorweisen. „So viele Erfahrungen kann man gar nicht dokumentieren“, blickt er zurück. Im Rahmen einer kleinen Abschiedsrunde, leider nur virtuell, hatte er vor wenigen Tagen seine Zeit Revue passieren lassen. Matz hat als Stadtbrandinspektor so ziemlich alles erlebt und vieles in die Wege geleitet. Besonders stolz ist Matz auf die Einheit der Feuerwehren in Maintal.

„Es war mir immer wichtig, dass wir uns als eine Feuerwehr wahrnehmen, die eben vier Standorte hat. Dass keiner sein eigenes Süppchen kocht“, sagt Matz.

Feuerwehr Maintal hat sich organisatorisch und technisch weit entwickelt

Dass die Maintaler Stadtteilwehren in vielen Bereichen zusammenarbeiten, in Zeiten der Corona-Pandemie zum Beispiel Online-Fortbildungen über die Standortgrenzen hinweg verwirklichen, ist ein großer Verdienst von Matz Arbeit. Nicht zuletzt die einheitliche Schutzbekleidung, die für alle Wehren im Dezember vergangenen Jahres angeschafft wurde, bezeichnet Matz als Meilenstein. „Das ist eine Wertschätzung und macht schon etwas aus. Das stärkt noch einmal das Wir-Gefühl“, sagt Matz.

Auch auf die technische und organisatorische Aufstellung der Maintaler Feuerwehr ist Matz stolz. Beim Hochwasser im Kreisgebiet Anfang des Jahres war man für die Sandsacklogistik im Main-Kinzig-Kreis zuständig, das Wissen und die nötigen Gerätschaften hat man in Maintal in den vergangenen Jahren sukzessive aufgebaut, in vielen Bereichen verfügt man über eine große Expertise.

Matz selbst stand jetzt 20 Jahre an der Spitze der Maintaler Feuerwehr, in den Mittelpunkt hat er sich aber nie gedrängt. „Man kann sagen, ich bin der ‘Erste unter Gleichen‘, wie es im Lateinischen heißt. Ich stehe vor der Mannschaft, aber der Feuerwehrjob ist ein absoluter Teamjob“, sagt er. „Jeder ist auf seiner Position wichtig und unverzichtbar.“

Dramatisches Ereignis hat Matz geprägt

Beim Rückblick auf seine Laufbahn erinnert er sich an ein Ereignis, das ihn und sein Verständnis vom Feuerwehrberuf nachhaltig geprägt hat. Am 1. Weihnachtsfeiertag 2001 – Matz war damals erst wenige Monate im Amt – kam es in Maintal zu einem Brand, der zunächst harmlos wirkte, dann aber auf eine Wohnung übergriff. Eine Frau und ihre Tochter kamen dabei ums Leben. Matz war vor Ort und sah, wie die Feuerwehrleute versuchten, die Opfer wiederzubeleben. Der Rettungsdienst war noch nicht da.

„Sie haben sich die Atemschutzmasken vom Gesicht gerissen und versucht, die Personen zu reanimieren“, schildert Matz. Fast 20 Jahre nach dem Unglück merkt man ihm an, wie bleibend die Eindrücke waren: „Die Feuerwehrleute haben so gehandelt, wie ich mir das vorstelle. Sie haben das getan, was gerade zu tun war. Der Brand und alles andere waren in diesem Moment völlig egal.“

Von Michael Bellack

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