Auch in Maintal geht es wieder los

In Maintal starten 721 Kinder: Fragen und Antworten zur Öffnung der städtischen Kitas

Kindertagesstätte in Nordrhein-Westfalen
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In Maintal startet der so genannte „eingeschränkte Regelbetrieb“ der Kitas am Dienstag mit 741 Kindern.

Auch in Maintal öffnen nächste Woche wieder die Kitas. Für viele Eltern bedeutet das nach vielen Wochen eine Entlastung. Doch eben nur für einige – denn wann alle Maintaler Kinder wieder täglich betreut werden können, ist noch längst nicht abzusehen.

Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie die Regelungen zur Öffnung der Kitas in Maintal aussieht, welche Kinder ab kommender Woche einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben und wie der „neue“ Alltag für Kinder, Eltern und Pädagogen aussieht. Beantwortet hat die Fragen die städtische Pressestelle. 

Wie viele und welche Kitas öffnen in Maintal? 

Wir werden den eingeschränkten Regelbetrieb in allen städtischen Kitas und Familienzentren aufnehmen, um so vielen Familien wie möglich die Option zu bieten, ihr bisher genutztes Betreuungspaket in vollem Umfang in Anspruch nehmen zu können. Grundlage für die Aufnahme weiterer Kinder ist die 12. Verordnung des Landes Hessen sowie die Empfehlungen des Main-Kinzig-Kreises als zuständiger Aufsichtsbehörde. 

Wie viele Kinder können dann wieder betreut werden?

Die Empfehlung des Main-Kinzig-Kreises sieht vor, dass die Gruppengröße nicht mehr als die Hälfte der genehmigten Anzahl der Kinder betragen soll. Wenn wir diese 50 Prozent zugrunde legen, stehen in unseren Einrichtungen insgesamt 721 Betreuungsplätze zur Verfügung. Für diejenigen Eltern, die jetzt keinen Platz für ihr Kind erhalten, werden selbstverständlich auch weiterhin keine Gebühren erhoben.

Nach welchen Kriterien wird ermittelt oder entschieden, welche Kinder wieder betreut werden können? 

Das Land Hessen hat für die Vergabe der Plätze klare Kriterien definiert. Die Stadt Maintal hat über diese Kriterien hinaus keinen weiteren Ermessensspielraum, weil die verfügbaren Kapazitäten damit bereits erschöpft sind. In einzelnen Einrichtungen werden die Plätze zu nahezu 100 Prozent durch Kinder belegt, auf die die Kriterien 1 bis 5f zutreffen. Folgende Kriterien gelten: Eltern in anerkannten systemrelevanten Berufen; berufstätige Alleinerziehende; Kinder, die durch die Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls betreut werden müssen; Kinder mit besonderem Förderbedarf (Behinderung); Kinder, auf die ein Härtefall zutrifft. 

Dies umfasst: Kinder aus sozial oder wirtschaftlich benachteiligten Familien; Kinder, deren Eltern beide berufstätig sind und die nachweislich keine Möglichkeit haben, ihre Kinder durch Bekannte/ Verwandte betreuen zu lassen; Kinder, in deren Familien schwerwiegende Krankheitsfälle und/oder pflegebedürftige Angehörige leben; Kinder, deren Eltern psychisch erkrankt sind; Kinder, die in ihren Familien einer andauernden Belastung ausgesetzt sind oder eine Überlastung festzustellen ist; Kinder mit geringer Sprachkompetenz. Sollten nach Abarbeiten dieser Kriterien in einzelnen Einrichtungen tatsächlich noch Plätze frei sein, werden diese in Absprache mit dem Jugendamt an Familien mit erzieherischen Hilfen und/ oder mit Kindern im letzten Jahr vor der Einschulung vergeben, von denen schon jetzt zahlreiche in der Betreuung sind. Eltern, die einen Betreuungsplatz erhalten, werden hierüber von der jeweiligen Kita schriftlich informiert. Zudem haben wir allen Eltern, deren Kinder in einer städtischen Kita angemeldet sind, schriftlich die Entscheidungsgrundlagen für einen Kitaplatz transparent gemacht und über unser Vorgehen informiert. Selbstverständlich stehen wir auch mit dem Stadtelternbeirat im Kontakt. 

Für wann ist die Öffnung geplant? 

Der eingeschränkte Regelbetrieb beginnt am 2. Juni. 

Wie beziehungsweise seit wann laufen die Vorbereitungen? 

Die Planungen für eine stufenweise Rückkehr zum Regelbetrieb begannen bereits im April. Die Fachbereichsleitung hat seitdem gemeinsam mit den Kita-Leitungen speziell auf Maintal angepasste Konzepte erarbeitet und dabei verschiedene Szenarien zugrunde gelegt. Mit Veröffentlichung der geltenden Richtlinien wurden und werden diese Konzepte final angepasst. Dies war jedoch erst seit Beginn dieser Woche mit der überarbeiteten 12. Corona-Verordnung des Landes Hessen möglich. Dabei ist Flexibilität gefordert, denn es gibt weiterhin täglich Anpassungen. So hat der Main-Kinzig-Kreis seine jüngste Empfehlung am Mittwochabend an die Kommunen herausgegeben. 

Wie wird der „neue“ Kita-Alltag unter Corona-Bedingungen für die Kinder, ihre Eltern und die Erzieher aussehen? 

Wesentliche Änderungen ergeben sich natürlich aus den neuen Hygienevorgaben. Um deren Einhaltung sicherzustellen, wurde ein Reinigungskonzept für das Spielzeug und den Gruppenraum erarbeitet. Um die Kinder altersentsprechend für dieses Thema zu sensibilisieren, gibt es Bilderbücher, Hygienefilme und weiteres Material. Darüber hinaus gehen die Erzieher regelmäßig gemeinsam mit den Kindern zum Händewaschen. Zweifelsohne wird das Thema auch gesprächsbestimmend sein. Wir wissen nicht, was Kinder in den letzten Wochen erlebt haben. Deshalb soll es viel Raum und Zeit für Fragen geben. Ab sofort wird außerdem in festen Gruppensettings gearbeitet. Beschäftigungsangebote wie Malen, Bauen, Basteln oder Spielen sind natürlich möglich, ebenso wie Aktivitäten im Bewegungsraum, die gruppenweise erfolgen. Und natürlich wird viel Zeit draußen verbracht. Besondere Beachtung finden die Mahlzeiten, die in festen Gruppen zu festen Zeiten in den Bistros eingenommen werden. Es ist definitiv eine spannende Zeit, die Kindern und Erwachsenen bevorsteht. Die gewohnte offene Arbeit wird natürlich nicht möglich sein, aber die Erzieher freuen sich auf die Kinder.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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