Stadtratswahl in Maintal

SPD teilt mit: Von der Malsburg zieht Kandidatur zurück

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Marlies von der Malsburg hat ihre Kandidatur zurückgezogen.

Wie die SPD Maintal in einer Pressemitteilung am Freitag bekannt gab, wird die Stadtratskandidatin Marlies von der Malsburg nicht für die Wahl zur Verfügung stehen. 

"In wenigen Wochen hat Sie mit großem Einsatz Maintal kennengelernt und sich detailliert in die aktuellen Themen unserer Stadt eingearbeitet", heißt es in der Mitteilung. In vielen Gesprächen habe sie ihre Bereitschaft signalisiert fraktionsübergreifende, konstruktive Politik zu betreiben, beschreibt die SPD ihre scheidende Kandidatin. "Wir sind schockiert über den unsachlichen Gegenwind, verbunden mit persönlichen Angriffen und Diffamierungen, den sich Frau von der Malsburg in den vergangenen Wochen ausgesetzt sah", führt die SPD aus. Von der Malsburg habe am Freitag die Vorsitzenden der Fraktionen mit einem Schreiben über ihre Entscheidung informiert.

Von der Malsburgs schreiben im Wortlaut

„Ich kann parteipolitischen Streit gut verstehen, ich denke, jedes Parteimitglied ist daran interessiert, die Linie der eigenen Partei aus Überzeugung durchzusetzen. Aber mit Verlaub: Was Bündnis 90/Die Grünen in Maintal in den letzten Tagen veranstaltet haben, schadet meiner Meinung nach demokratischen Verfahren, ist in Teilen rufschädigend, und schadet der Glaubwürdigkeit der Kommunalpolitik in Maintal in einem Maße, die ich für unverantwortlich halte. Dass die kleinste Fraktion sich berufen fühlt, die gesamte Wahl des Stadtrats/der Stadträtin ad absurdum zu führen, so dass im Grunde alle Kandidaten bzw. Kandidatinnen beschädigt aus dem Verfahren hervorgehen, ist in meinen Augen eine Verletzung des anständigen Umgangs miteinander auf kommunaler Ebene, die nicht zu akzeptieren ist. Ich habe (…) gesagt, dass ich es für undemokratisch halte, mit Mehrheiten zu taktieren, die es nicht gibt. Dabei bleibe ich. Mit dem Vorwurf, dass meine "einzige Qualifikation meine Parteizugehörigkeit sei", schießen Bündnis 90/Die Grünen weit übers Ziel hinaus und stimmen ein in den Chor derer, die die demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft schlecht reden und damit Populisten stärken.  Ich habe in den letzten Tagen und Wochen feststellen müssen, dass eine vergiftete Atmosphäre die Kommunalpolitik in Maintal bestimmt, ich persönlich nehme die Art des Umgangs als unangemessen wahr. Deshalb konnte ich in den letzten Tagen für mich persönlich keine Perspektive einer konstruktiven Zusammenarbeit im Sinne einer zukunftsweisenden sozialen und ökologischen politischen Strategie für Maintal erkennen und habe mich deshalb schweren Herzens entschieden, meine Kandidatur zurückzuziehen.“

Stadtratswahl soll am Montag planmäßig erfolgen

Die SPD werde laut der Mitteilung im Rahmen einer Sondersitzung des Parteivorstandes und der Fraktion am Samstag über die Vorkommnisse beraten und die neue Situation bewerten.

Die SPD stelle jedoch klar. dass man weiterhin plane, die Stadtratswahl am Montag durchzuführen. "Die Maintaler Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass die Sozialdemokratie eine demokratische Wahl nach Maßgabe der Hessischen Gemeindeordnung nicht für parteipolitische oder strategische Zwecke missbrauchen wird, so wie es offenkundig eine Fraktion vor hat", stellen die Maintaler Sozialdemokraten klar. 

Quelle: Hanauer Anzeiger

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