Auch Zuschuss ist ein Thema

Modernisierung des Nachttaxis gefordert - Angebot soll bekannter und attraktiver werden

Um Frauen bei Dunkelheit zu schützen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, gibt es in Maintal seit 1986 das so genannte Frauen-Nachttaxi. Der Frauenbeirat fordert nun, das Angebot bekannter zu machen und zu modernisieren.
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Um Frauen bei Dunkelheit zu schützen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, gibt es in Maintal seit 1986 das so genannte Frauen-Nachttaxi. Der Frauenbeirat fordert nun, das Angebot bekannter zu machen und zu modernisieren.

Der Frauenbeirat der Stadt Maintal wendet sich mit einem Positionspapier an alle Maintaler Parteien und fordert ein zeitgemäßes Konzept für das Frauen-Nachttaxi. Das Gremium wünscht sich laut Mitteilung, dass der Fahrscheinkauf digitalisiert, finanziell stärker gefördert und vor allem bei jungen Frauen besser bekannt gemacht wird.

Maintal – Bereits seit 1986 können sich Frauen und junge Mädchen ab 14 Jahren in den Abendstunden vom Frauen-Nachttaxi innerhalb von Maintal nach Hause bringen lassen. Ursprünglich kostete der Fahrschein 5 D-Mark pro Nutzerin – heute sind es 2,80 Euro – und war im Frauenbüro der Stadt Maintal erhältlich.

„Idee des Frauen-Nachttaxis war und ist es, dass aktive Frauen in der Dunkelheit besser vor Belästigungen geschützt sind und am sozialen Leben ohne Einschränkungen teilhaben können“, erläutert Petra Damm, Sprecherin des Frauenbeirats der Stadt Maintal. „Wir sind stolz, schon seit so langer Zeit ein Frauen-Nachttaxi in Maintal zu haben. Doch leider ist es inzwischen so, dass die Hälfte der Nutzerinnen älter als 60 Jahre ist und die Zahl der jüngeren Nutzerinnen stetig abnimmt. Das möchten wir ändern.“

Frauenbeirat fordert finanziellen Zuschuss

Der Frauenbeirat hat daher ein Positionspapier zur Modernisierung des Frauen-Nachttaxis verfasst und den Maintaler Parteien und politischen Gruppierungen zukommen lassen. Darin fordert der Frauenbeirat unter anderem die Rückkehr zum ursprünglichen Finanzierungsmodell mit einem Fahrscheinpreis von 5 Euro und einem Zuschussbudget von 25 000 Euro, heißt es in der Mitteilung des Gremiums.

„Es kann nicht sein, dass kaum Werbung für das Frauen-Nachttaxi gemacht wird, weil man immer Sorge haben muss, dass die Gelder nicht reichen“, erklärt Susanne Hoffmann, stellvertretende Sprecherin des Frauenbeirats, und ergänzt: „Jeder Frau sollte das Frauen-Nachttaxi bekannt und zugänglich sein. Deshalb soll der günstige Preis von 2,80 Euro für Frauen mit geringem Einkommen auch weiterhin erhalten bleiben. Außerdem ist es nötig, das Angebot über verschiedene Kommunikationskanäle intensiver zu bewerben, damit auch junge Frauen darauf aufmerksam werden.“

Fahrscheine sollen digitalisiert werden

Eine weitere Forderung des Frauenbeirats ist eine Digitalisierung der Fahrscheine, wobei die gedruckten Fahrkarten zunächst erhalten bleiben sollen. „Junge Frauen sind spontan und überlegen sich nicht drei Wochen vorher, ob sie vielleicht im Rathaus einen Fahrschein für das Frauen-Nachttaxi kaufen sollten. Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass es Fahrscheine nur in gedruckter Form gibt, zumal sich der Aufwand der Abrechnung mit digitalen Fahrscheinen sehr verringern würde“, erläutert Hoffmann.

Stadt Maintal zahlt Differenz zwischen Fahrtpreis und Fahrschein

Eine Frau, die das Frauen-Nachttaxi nutzen möchte, muss zurzeit unter Vorlage ihres Ausweises für 2,80 Euro im Stadtladen einen Fahrschein kaufen. Die Differenz zwischen dem Fahrkartenpreis und den tatsächlichen Taxikosten (in der Regel bis zu 15 Euro pro Fahrt) trägt der Stadtverkehr Maintal, der auch die händische Abrechnung der Fahrtkosten mit den Taxiunternehmen übernimmt. Der erworbene Fahrschein muss innerhalb eines Jahres genutzt werden, sonst verfällt er.

Auch das stößt im Frauenbeirat auf Unmut: Gerade über Silvester und Neujahr werde diese Regelung zum Problem. Deshalb spricht das Gremium für eine Anpassung des Angebots aus.  ccc

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