Kopf abgesägt

Nach Vandalismus: Skulptur am Dörnigheimer Mainufer hat wieder einen Kopf

Die Nachbildung des Kopfes sieht dem Original täuschend ähnlich.
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Die Nachbildung des Kopfes sieht dem Original täuschend ähnlich.

Die „Gackelaia“ hat wieder einen Kopf. Der Fuchs-Skulptur am Dörnigheimer Mainufer wurde Anfang April von Unbekannten der Kopf abgesägt. Jetzt wurde dieser rekonstruiert.

Maintal – „Wir sind überglücklich, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich Hayrire Rupin von der Stadtleitbildgruppe Mainufer über die reparierte Skulptur. Möglich gemacht hat das der Hanauer Bildhauer Reinhold Mehling, der den Kopf der Fuchs-Figur nachgebaut hat. Mehling selbst ist mit der Mainuferkunst bestens vertraut. Er hat die beiden mittleren Kunstwerke „Ebony & Ivory“ geschaffen.

Die „Gackelaia“ ist ursprünglich das Werk vom Künstler Hagga Bühler, der der Stadtleitbildgruppe in Sachen Rekonstruktion jedoch freie Hand lassen wollte. Kurzerhand erklärte sich dann Mehling bereit, den Kopf nachzubauen. „Da wir in der Gruppe gut befreundet sind, musste ich einfach helfen“, sagt Mehling.

Künstler gestaltet neuen Kopf nur anhand von Fotos

Ursprünglich hatte die Stadtleitbildgruppe die Idee, den Kopf mit einem 3D-Drucker nachzubauen. Das wäre aber aufgrund der unterschiedlichen Materialien nicht die beste Lösung gewesen. Stattdessen nutzte Mehling für den Kopfnachbau Kirschholz. Das Material, aus dem auch der Rest der Skulptur ist. „Das ist eigentlich nicht meine Kunst, ich mache eher Werke mit Körpern und Menschen“, so Mehling. Nur anhand von Fotos sägte er den Fuchs-Kopf zurecht, bemalte ihn und montierte ihn schließlich auf der Figur.

Die Nachbildung ist ihm gut gelungen. „Es sieht täuschend ähnlich aus“, findet Rupin. Und auch die Rückmeldung der Spaziergänger und Fahrradfahrer am Mainufer sei durchweg positiv, nachdem der Kopf Ende vergangener Woche montiert worden ist. „Die Leute waren erstaunt und haben gefragt, ob wir den abgesägten Kopf wiedergefunden haben“, so Rupin.

Skulpturen am Mainufer schon mehrfach Opfer von Vandalismus

Ein marginaler Unterschied sei zu erkennen, da das neue Holz noch nachdunkeln muss. Schließlich ist die „Gackelaia“ am Mainufer bereits seit drei Jahren Wind und Wetter ausgesetzt. Wie Rupin zudem erklärte, sei der Kopf nun besonders Fest auf der Skulptur montiert worden. Sie hofft jetzt, dass es zu keinen weiteren Vandalismusfällen am Mainufer kommt.

Denn zwei der insgesamt fünf Skulpturen wurden bereits beschädigt. Die Figur des „Außerirdischen“ wurde im Frühjahr 2019 abgesägt und vermutlich in den Main geworfen. Und sogar die anschließend von der Stadtleitbildgruppe installierte Nachbildung aus Aluminium wurde Opfer von Vandalismus. Mittlerweile stehen nur noch die Füße der Originalfigur.

(Von Michael Bellack)

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