Neue Betrugsmasche

Angeblich im Auftrag der Stadt Maintal unterwegs: Vermeintliche Putzfrau treibt in Bischofsheim ihr Unwesen

Frühjahrsputz
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Neue Betrungsmasche: In Bischofsheim hat sich eine Unbekannte als Putzfrau im Auftrag der Stadt Maintal ausgegeben.

Trickdiebe denken sich immer wieder neue Maschen aus, um sich Zutritt zu Haus oder Wohnung zu verschaffen. Eine Bischofsheimerin ist kürzlich Opfer eines offenbar ganz neuen Tricks geworden.

Eine Unbekannte hat – mit Eimer, Lappen und Putzutensilien bewaffnet – behauptet, sie komme von einem Putzdienst im Auftrag der Stadt Maintal. „Die Frau hat geklingelt und gesagt, sie sei von der Stadt Maintal geschickt worden, um bei uns zu putzen. Weil es bei uns so dreckig sein soll“, erzählt die Seniorin, die namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Schon die Art und Weise, wie die vermeintliche Putzfrau sich Zutritt zu dem Haus der Bischofsheimerin beschaffen wollte, sei ihr komisch vorgekommen. „Die Frau hat geklingelt, geklopft und wild an der Tür gerüttelt“, erinnert sich die Seniorin. Als sie der Unbekannten schließlich öffnete, habe diese sich ins Haus gedrängt und gesagt, die Stadt Maintal schicke sie. 

Trickbetrüger haben es oft auf spezielle Personen abgesehen

Der für Maintal zuständige Polizei Südosthessen ist diese Masche bislang nicht bekannt. „Aber wir wissen, dass es immer wieder neue Tricks gibt“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Aus dem Rathaus heißt es auf Anfrage dazu: „Die Stadt beauftragt grundsätzlich keine Reinigungsfirmen oder Privatpersonen für Einsätze in Maintaler Privathaushalten. Wenn Sie unsicher sind, wenden Sie sich bitte umgehend an die Maintaler Polizeidienststelle.“ 

Oft haben es die Betrüger auf spezielle Personen abgesehen. „Die Zielgruppe vieler Trickbetrüger sind Senioren“, so die Polizeisprecherin. Der Bischofsheimerin ist an dem Besuch der vermeintlichen Putzfrau aber noch ein Detail besonders in Erinnerung gebleiben. „Als ich der Frau gesagt habe, dass ich nichts von einem Putzdienst der Stadt weiß und sie gebeten habe, das Haus zu verlassen, wollte sie mir ein blaues Bonbon in den Mund stecken“, sagt die Rentnerin. „Wer weiß, was das war.“ 

Seniorin hat laut Polizei genau richtig gehandelt

Doch hier gibt die Polizei Entwarnung: „Das wird höchstwahrscheinlich ein geplantes Ablenkungsmanöver gewesen sein“, erklärt die Polizeisprecherin. „Trickbetrüger arbeiten oft so, dass sie ihre Opfer versuchen, abzulenken. Mit gezielten Fragen oder Gesten.“ So würde sich das Opfer auf die Konversation fokussieren, während der Betrüger sich etwa im Haus oder in der Wohnung umsehen kann. Bei der Bischofsheimer Rentnerin war für die mutmaßliche Trickbetrügerin nichts zu holen. „Nachdem ich sie mehrfach gebeten hatte, das Haus zu verlassen, ist sie irgendwann gegangen.“ 

Damit hat die Seniorin genau richtig gehandelt, wie die Polizei bestätigt. Dennoch möchte die Maintalerin andere Senioren vor der scheinbar neuartigen Betrugsmasche warnen. Auch die Polizei rät, grundsätzlich keine Unbekannten ins Haus oder in die Wohnung zu lassen. „Und im Zweifelsfall immer die Polizei rufen, wenn einem etwas komisch vorkommt“, so die Sprecherin. 

Zu Themen wie Trickbetrug, Haustürgeschäften und Einbruchschutz ist die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Hanau ein kompetenter Ansprechpartner. Polizeihauptkommissar Stefan Adelmann ist unter Telefon 0 61 81/10 02 33 oder per E-Mail an beratungsstelle.ppsoh@polizei.hessen.de erreichbar.

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