Vor der Kirche

Neues Herzstück der Ortsmitte: Kunstwerk „Touching Voltage“ und Bücherschrank in Bischofsheim eingeweiht

Das fast fertige Kunstwerk „Touching Voltage“ steht auf dem Vorplatz der Kirche. Zur Vorstellung kamen Johanna Kächelein (Patin des Bücherschranks), Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Pfarrer Jens Heller, Bürgermeisterin Monika Böttcher, Johanna Ceglarz vom Fachbereich Kultur und Gudrun Randt von der Stadtleitbildgruppe (von links).
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Das fast fertige Kunstwerk „Touching Voltage“ steht auf dem Vorplatz der Kirche. Zur Vorstellung kamen Johanna Kächelein (Patin des Bücherschranks), Stadtrat Karl-Heinz Kaiser, Pfarrer Jens Heller, Bürgermeisterin Monika Böttcher, Johanna Ceglarz vom Fachbereich Kultur und Gudrun Randt von der Stadtleitbildgruppe (von links).

Auch wenn die Bauzäune noch stehen und nicht alle Pflastersteine gesetzt sind, wurde der neue Vorplatz der evangelischen Kirche Bischofsheim jetzt eingeweiht. Mittelpunkt ist das Kunstwerk „Touching Voltage“, außerdem wurde ein Bücherschrank aufgestellt.

Maintal – Der neu gestaltete Vorplatz in der Ortsmitte von Bischofsheim soll vor allem Begegnungen schaffen. Dafür steht das Kunstwerk, das durch den Kontakt zu zwei Personen zum Leuchten gebracht werden kann. „Berührung und Begegnung hat in der Corona-Pandemie noch einmal eine andere Bedeutung bekommen“, erklärte Bürgermeisterin Monika Böttcher. Für Begegnung und Zusammenkunft steht auch der Bücherschrank, der Austausch und Miteinander der Bürger stärken soll.

Nicht zuletzt ist schließlich auch die Kirche ein Ort der Begegnung, weshalb sich alle Beteiligten einig waren, den perfekten Platz gefunden zu haben. „Uns als Kirche passt das ausgesprochen gut. Das Kunstwerk in der Ortsmitte aufzustellen, macht einfach Sinn“, sagte Pfarrer Jens Heller. Er könne sich gut vorstellen, künftig Veranstaltung rund um das Kunstwerk und den neuen Vorplatz auszurichten.

Kunstwerk soll dauerhaft vor der Kirche in Bischofsheim stehen

„Hier herrscht Frequenz, hier ist Leben“, sagte auch Gudrun Randt von der Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“ und verwies auf den gegenüberliegenden Marktplatz. Dass das Kunstwerk noch einmal einen neuen Standort bekommt, „stehe nicht mehr zur Debatte.“

Schließlich sollte „Touching Voltage“ ursprünglich vor dem Bürgerhaus in Bischofsheim aufgestellt werden. Der beschlossene Neubau machte diese Pläne allerdings zunichte, weshalb die Standortsuche von Neuem begann. Nicht zuletzt deshalb zog sich die Errichtung des Kunstwerks, dass bereits 2018 bei einem Bürgervotum beschlossen wurde, in die Länge (wir berichteten).

Komplett abgeschlossen werden sollen die Arbeiten in den kommenden Wochen, möglichst noch bis Ende Juli. Neben dem Kunstwerk soll eine Blühwiese angelegt werden. Außerdem werden noch Bänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen sollen.

Bücherschrank in Bischofsheim: Stadt hofft auf gute Erfahrungen

Dort kann künftig dann auch gelesen werden. Der neue Bücherschrank auf dem Kirchvorplatz ist bereits fertiggestellt. Noch stehen die Bauzäune, in den nächsten Tagen soll er auch für alle erreichbar sein. Mit den ersten Büchern ist er bereits gefüllt. Der Bücherschrank ermöglicht das kontaktlose und kostenlose Austauschen, Ausleihen oder Verschenken von Literatur. Er ist rund um die Uhr geöffnet, jeder kann Bücher hineinstellen oder mitnehmen. Damit das alles reibungslos funktioniert, wurde mit Johanna Kächelein eine Projektpatin ernannt. „Lesen ist für mich ein wichtiges Kulturgut, es gehört zur Gesellschaft einfach dazu“, erklärte sie.

Literatur für alle: Der neue Bücherschrank vor dem Kirchplatz soll die Maintaler zu Austausch und Begegnung anregen.

Mit dem öffentlichen Vorplatz der Kirche will man such sicherstellen, dass es nicht wieder zu Vandalismus-Fällen kommt. Der Ort ist durch Gastronomie belebt, was für soziale Kontrolle sorgen soll. Schließlich sind die Erfahrungen mit Bücherschränken in Maintal schlecht. Vor einigen Jahren wurde ein Bücherschrank in einer ehemaligen Telefonzelle am Dörnigheimer Busbahnhof eingerichtet. Dieser wurde gleich mehrfach angezündet und stark beschädigt. Im vergangenen Jahre wurde dann ein neuer Bücherschrank auf dem Käthe-Jonas-Platz eingeweiht. Dieser ist ebenso wie der Bücherschrank in Bischofsheim deutlich stabiler aufgebaut. Mit dem Modell wurden in Frankfurt bereits gute Erfahrungen gemacht, heißt es von der Stadt.

Bedeutung von Treffpunkten in der Corona-Pandemie gestiegen

„Es brauchte nicht erst die Corona-Pandemie, damit wir uns der Bedeutung von Treffpunkten im öffentlichen Raum für persönliche Begegnungen bewusst werden. Das Areal zwischen Marktplatz und Kirche ist ein solcher Ort. Hier kommen Menschen zusammen, verweilen und tauschen sich aus. Durch die Neugestaltung des Platzes werten wir diesen Ort als Herzstück der Ortsmitte weiter auf“, erklärte Böttcher.

Von Michael Bellack

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