Maintal

Neues Konzept zur Wiederaufnahme des Fährbetriebs vorgestellt

Gemeinsam für die Fähre: Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher, Thorsten Stolz (Landrat des Main-Kinzig-Kreises), Oliver Quilling (Landrat des Kreises Offenbach), Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek und Mahir Kolbüken. Foto: Jan Max Gepperth

Maintal. 635 Tage stand die Fähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim still. Nun wird sie am Montag ab 6 Uhr wieder Fährgäste auf die andere Seite des Mains befördern. Aus diesem Grund gaben die Verantwortlichen am Samstag im Vereinsheim des Mühlheimer Rudervereins eine Pressekonferenz.

Von Jan Max Gepperth

Neben den Landräten der Kreise Offenbach und Main-Kinzig-Kreis, Oliver Quilling und Thorsten Stolz waren auch die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, Monika Böttcher (Maintal) und Daniel Tybussek (Mühlheim), vor Ort. Gemeinsam mit dem neuen Betreiber, Mahir Kolbüken, präsentierten sie das Konzept für die Fährbetrieb.

Die Politiker hoben vor allem die Symbolkraft dieses Projektes hervor. „Ein besseres Symbol für interkommunale Zusammenarbeit kann man wohl nicht haben“, ‧stellte Offenbachs Landrat direkt zu Beginn klar. Quillings Landkreis hatte insgesamt 90 000 Euro in die Fähre investiert, um diese wieder fahrtüchtig zu machen. Einen Anteil von 25 000 Euro steuerte der Main-Kinzig-Kreis bei.

Zudem habe man die sogenannte Landrevision vorgezogen, um eine fünfjährige Fahrerlaubnis für die Fähre zu erhalten. Die vorläufige Erlaubnis gilt bis Oktober 2019, da noch kleinere, kosmetische Arbeiten zu erledigen seien. Nach deren Abschluss würde die Erlaubnis bis 2024 verlängert.

Politiker einig über Wichtigkeit der Fährverbindung

Unisono waren sich alle Politiker einig, wie wichtig diese Fährverbindung für die Region sei und erweckten während der Pressekonferenz den Eindruck, als habe man von Anfang an an einem Strang gezogen. Landrat Thorsten Stolz sprach vor allem die Emotionalität an, die mit der Fähre verbunden seien. „Es gibt wenige Themen, die aus Maintal direkt an mich als Landrat herangetragen wurden“, sagte er.

„Aber die Fähre war eines davon. Und es blieb hier nicht nur bei den gewöhnlichen Briefen. Die Menschen besuchten auch meine Bürgersprechstunden und sprachen mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Fähre an.“ Dies habe ihn dazu ermutigt, sich für die Fähre einzusetzen.

Auch Böttcher sprach von den Emotionen der Menschen und lobte die Zusammenarbeit. „Das ist der Beweis: Wenn man etwas gemeinsam macht, wird es gut“.

Betreiber stellt Konzept vor

Mahir Kolbüken, seit 1. Juni offiziell Betreiber der Fähre, stellte zudem sein Konzept vor. Sein Vertrag ist drei Jahre gültig und beinhaltet die Option auf eine Verlängerung um weitere zwölf Monate. Bei den Preisen (siehe Infobox) gibt es eine Erhöhung, auch gegenüber Rumpenheim, jedoch sieht Kolbüken darin kein Problem. „Rumpenheim ist Rumpenheim“, stellte er schmunzelnd klar. Für ihn hätten beide Fähren andere Kunden, weshalb er nicht von einer direkten Konkurrenzsituation ausgehe. „Ich werde Rumpenheim niemanden wegnehmen und sie mir nicht.“

Bei den Betriebszeiten hat sich Kolbüken, seinerzeit übrigens der einzige Bieter im Ausschreibungsverfahren für einen neuen Betreiber, entschieden, die Fähre täglich von 6 bis 21 Uhr verkehren zu lassen. Dafür habe er drei Vollzeit- und vier Teilzeitbeschäftigte eingestellt. Er selbst habe noch keinen Fährschein, wolle ihn aber zeitnahe machen.

Eigentlich wollte Kolbüken den Fährbetrieb bereits Anfang Juni wieder aufnehmen, allerdings gab es noch einige technische Probleme zu beseitigen. „Seit 16 Monaten arbeite ich nun an dem Projekt und bin sehr froh, dass es endlich los geht.“

Bürgerinitiative freut sich über Betrieb

Auch Petra Schneider von der Bürgerinitiative Mainfähre freute sich, dass die Fähre nun wieder fahren soll. „Wir haben lange gekämpft, aber das ist ein Tag der Freude“, erklärte Schneider, die auch Mitglied der Mühlheimer Stadtverordnetenversammlung ist. „Leider haben wir von unserer Seite keine Informationen bekommen“, beklagte sie. „Dass diese Pressekonferenz stattfindet, haben wir von unseren Freunden aus Maintal und Bürgermeisterin Böttcher erfahren.“

Friedhelm Duch, Fraktionsmitglied der Maintaler Grünen, war ebenfalls vor Ort. „Wir sind einfach froh, wenn die Fähre wieder fährt. Es war nicht leicht, eine Mehrheit im Parlament zu finden, aber wir sind umso glücklicher, dass wir es nun erreicht haben.“

Ob sich die Fähre in Zukunft rechnet, wird sich zeigen. Zwar haben sowohl Maintal als auch Mühlheim für drei Jahren einen Betriebskostenzuschuss von insgesamt jeweils 50 000 Euro in Aussicht gestellt, aber man setze natürlich darauf, dass diese nicht ausgeschöpft werden müssten. „Ich hoffe auch, dass durch die starke Aufmerksamkeit, die das Thema auf sich gezogen hat, die Fähre mehr in den Fokus gerückt ist“, meint Böttcher zudem, „vielleicht wird sie dann sogar noch stärker genutzt“.

Die neuen PreiseEinzelfahrscheine kosten ab sofort für Fußgänger: 0,70 Euro (Zehnerkarten: fünf Euro),Radfahrer: 1,00 Euro (Zehnerkarte: sieben Euro), Mofa/Roller: 1,20 Euro,Motorrad: 1,40 Euro, PKW : 1,80 Euro (Zehnerkarte: 14 Euro), Transporter: 2,80 Euro, Lkw bis 3,5 t: 2,80 Euro, Lkw bis 7,5 t: 4,80 Euro jmg

Quelle: Hanauer Anzeiger

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