Appell an Bürger

Öffnungszeiten werden angepasst: Stadt reagiert auf hohen Andrang vor dem Stadtladen

Lange Schlangen bildeten sich zuletzt vor dem Stadtladen im Rathaus. Nun reagiert die Stadt auf den hohen Andrang. Archivfoto: Michael Bellack
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Lange Schlangen bildeten sich zuletzt vor dem Stadtladen im Rathaus. Nun reagiert die Stadt auf den hohen Andrang.

In den vergangenen beiden Juli-Wochen sorgten die neuen Öffnungszeiten des Stadtladens teilweise für chaotische Zustände. Viele Maintaler warteten stundenlang darauf, einen Pass oder Personalausweis beantragen zu können. Wie die Stadt mitteilt, werden die Abläufe aufgrund dieser Erfahrungen nun angepasst.

Maintal – Demnach hat der Stadtladen ab kommenden Montag, 19. Juli, immer Montag- und Dienstagvormittag ab 8 Uhr für Besuche ohne Terminvereinbarung geöffnet. Die Ausgabe nummerierter Tickets in der Reihenfolge des Erscheinens beginnt jeweils ab 7.45 Uhr. Die Anzahl der ausgegebenen Tickets ist begrenzt, um zu garantieren, dass jeder Ticket-Inhaber noch am selben Tag im Stadtladen bedient wird.

Mit der Anpassung der Öffnungszeiten entfällt laut Stadt auch die Nachmittagsöffnung montags ab 13 Uhr. Damit auch Berufstätige ihre Anliegen im Stadtladen erledigen können, können sich diese per E-Mail an stadtladen @maintal.de wenden und ihre Kontaktdaten (Telefonnummer) hinterlassen. „Sie erhalten dann ein zeitnahes Terminangebot. Gleiches gilt für Schwangere und Menschen mit Einschränkungen, denen wir längere Wartzeiten vor dem Rathaus ersparen möchten“, sagt Simone Trageser, Fachdienstleiterin des Stadtladens.

Bürger sollen Dringlichkeit ihrer Anliegen prüfen

Die terminfreien Öffnungszeiten Montag- und Dienstagvormittag richten sich in erster Linie an Personen, die dringend einen Ausweis für Auslandsreisen benötigen. „Tatsächlich ist in vielen Fällen ein Besuch in den ersten Öffnungstagen, der vielfach mit langen Wartezeiten verbunden ist, nicht zwingend erforderlich. Auch mit Blick auf geplante Urlaubsreisen sind Ausweisdokumente, deren Gültigkeit abgelaufen ist, meist kein Problem. Deshalb muss die Beantragung neuer Personalausweise oder Reisepässe nicht dringend zum jetzigen Zeitpunkt erfolgen“, appelliert der Erste Stadtrat Karl-Heinz Kaiser.

So sei für eine Corona-Schutzimpfung kein gültiger Personalausweis erforderlich, ebenso wenig für Reisen innerhalb von Deutschland. In vielen EU-Ländern sei die Einreise auch mit einem Personalausweis möglich, der längstens vor einem Jahr abgelaufen ist. Bei Zugezogenen solle eine Anmeldung zwar zeitnah erfolgen, sie sei aber nicht in den ersten Tagen notwendig. Für den zeitlichen Verzug gebe es kein Verwarnungsgeld.

Abgelaufenen Ausweisdokumente werden weiter akzeptiert

„Durch die pandemiebedingten Einschränkungen, die ja auch den Besuch in Bürgerämtern und Stadtläden erschwert hat, werden aktuell bei der Stadt Maintal auch verspätete An- und Ummeldungen oder bereits abgelaufene Ausweisdokumente anstandslos akzeptiert“, ergänzt Trageser. Bürger, deren Ausweisdokumente die Gültigkeitsdauer überschritten haben, können deshalb sogar in den meisten Fällen wie geplant verreisen. „In diesem Fall liegt keine besondere Dringlichkeit vor“, so die Leiterin des Stadtladens.

Denn jeder Besuch im Stadtladen, der zeitlich zurückgestellt werden kann, entspanne sich die Situation. Wer ein fertiges Dokument abholen möchte, eine Meldebescheinigung oder ein Führungszeugnis benötigt, kann dafür Montag- oder Dienstagvormittag zwischen 8 und 12 Uhr ins Rathaus kommen. In diesen Fällen sei eine zügige Abwicklung über den dafür vorgesehenen Schnellschalter möglich. Berufstätige können über die Website der Stadt online einen Termin zur Abholung fertiger Dokumente montags oder mittwochs buchen.

Ansturm nach Lockerungen der Reise-Beschränkungen

In der vergangenen Stadtverordnetenversammlung hatte Stadtrat Kaiser ebenfalls zu der Thematik Stellung genommen. So sei nach Ankündigungen erster Lockerungen für Reisen die Nachfrage extrem gestiegen. Zeitweise standen über 200 Maintaler auf der Warteliste. Die chaotischen Zustände bei den ersten Öffnungstagen seien dem hohen Andrang geschuldet, außerdem biete das Rathaus in Hochstadt keine optimalen Voraussetzungen, um die Besucherströme gerade mit Hinblick auf Corona zu lenken.

In den sozialen Medien wurde unter anderem gefordert, dass wieder jeder Stadtteil einen Stadtladen erhält. „Ich bin persönlich der Meinung, dass es auch dann keine Veränderungen gegeben hätte“, erklärte Kaiser. Zumal auch früher nicht alle Stadtläden das gesamte Portfolio an Leistungen abgedeckt hätten.  bel

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