Ralf Sachtleber nicht wiedergewählt

Ralf Sachtleber ist von Maintals Stadtverordneten nicht wiedergewählt worden. Die Stelle des Ersten Stadtrats wird nun ausgeschrieben. Foto: Max Gepperth

Maintal. Es soll auch in Zukunft nur einen Ersten Stadtrat in Maintal geben. Das dürfte aber nicht Ralf Sachtleber sein. Die Stadtverordneten sprachen sich in ihrer Sitzung gestern Abend mehrheitlich gegen eine Wiederwahl des Amtsinhabers aus.

Von Martina Faust Stattdessen soll nun ein Wahlvorbereitungsausschuss gegründet werden, der eine Ausschreibung der Position vornimmt und damit das Feld für einen weiten Beweberkreis öffnet. Ob Ralf Sachtleber darunter sein wird, ist offen. „Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob ich mich auf eine Ausschreibung bewerbe“, sagte Ralf Sachtleber im Gespräch mit unserer Zeitung, wollte sich aber nicht näher dazu äußern, wie seine Entscheidung ausgefallen ist. Ob er in einem solchen Fall eine Mehrheit erhalten würde, nachdem gestern Abend der Antrag auf eine Wiederwahl scheiterte, ist fraglich.

Grünen für Wiederwahl SachtlebersDie Grünen hatten sich mit einem entsprechenden Antrag für die Wiederwahl Sachtlebers eingesetzt. In einer flammenden Rede begründete die Fraktionsvorsitzende Monika Vogel dieses Ansinnen. „Wir hatten seit langer Zeit keinen Hauptamtlichen, der in der Bevölkerung so akzeptiert ist wie Ralf Sachtleber.“ Er sei für die nächsten sechs Jahre die richtige Besetzung, so Vogel und erntete dafür Applaus aus den voll besetzten Zuschauerreihen.Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) brach eine Lanze für ihren Kollegen im Hauptamt. Man sei seit dreieinhalb Jahren ein Team und würde die Themen, die hier angesprochen würden, auch umsetzen.

Monika Böttcher bricht Lanze für Sachtleber

„Die Komplexität der Themen erfordert es, sachorientiert zu fragen, was das Beste für Maintal ist. Das kann man nicht, wenn man durch eine irgendwie farbige Brille schaut.“ Sie warb darum, eigene Interessen hintenanzustellen und sich für eine weitere Zusammenarbeit mit einem parteilosen Magistrat auszusprechen. Damit brachte sie die Fraktionsspitzen von CDU und SPD gegen sich auf. Martin Fischer (CDU) verlangte von ihr, sich bereit zu erklären, auch mit einem Ersten Stadtrat zusammenzuarbeiten, der ein Parteibuch trägt.

Kriterien für AusschreibungDenn darauf dürfte es hinauslaufen, wenn der Wahlvorbereitungsausschuss Kriterien für die Ausschreibung der Stelle festlegt und Gespräche mit interessierten Bewerbern führt. Davon verspricht sich die Mehrheit der Stadtverordneten – 23 sprachen sich gegen den Antrag auf Wiederwahl aus, 17 dafür – eine Menge.„Neue Perspektiven und Akzente“ erhofft sich SPD-Fraktionschef Sebastian Maier von einer neuen Besetzung des Amtes und erachtet dies als äußerst relevant angesichts der steigenden Herausforderungen des attraktiven Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsstandorts Maintal. Auch Martin Fischer (CDU) ist zuversichtlich, „mit einer Neuausschreibung einen Kandidaten zu finden, der die anstehenden Aufgaben meistert“.

"Keine Mauschelei"

Den gestrigen Abend nahm er nicht zum Anlass, um die Arbeit des Amtsinhabers zu bilanzieren. Es gehöre sich nicht, schlecht über die Arbeit Ralf Sachtlebers zu sprechen, auch wenn man ihn heute nicht wieder wähle. So war es letztlich der Antrag der FDP aus dem August, der gestern Abend untermauert wurde, nämlich die Stelle auszuschreiben, um so eine Auswahl zu erhalten, wer die Stadt künftig gemeinsam mit Monika Böttcher führen wird. „Das ist keine Mauschelei, das ist eine demokratische Entscheidung“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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