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DRK sendet Notruf

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Der Umbau an dem Objekt an der Edisonstraße läuft bereits, im September plant die Polizei die Räumlichkeiten zu beziehen.Wann die Arbeiten im hinteren Bereich, den das DRK beziehen will, beginnen, hängt von der Finanzierung ab. Foto: Kalle
Der Umbau an dem Objekt an der Edisonstraße läuft bereits, im September plant die Polizei die Räumlichkeiten zu beziehen.Wann die Arbeiten im hinteren Bereich, den das DRK beziehen will, beginnen, hängt von der Finanzierung ab. Foto: Kalle

Maintal. Es sei ein Hilferuf, den die Stadt am Mittwoch erhalten hat: So nannte Erster Stadtrat Ralf Sachtleber im Hauptausschuss für Finanzen und Stadtentwicklung am Mittwochabend die Nachricht vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Von David Scheck

Es geht um die Finanzierung der geplanten zentralen Rettungswache an der Edisonstraße. Um das Vorhaben zu realisieren, fehlen dem DRK aktuell knapp 300 000 Euro.

Für den Umbau der Immobilie im Gewerbegebiet Mitte wird das DRK insgesamt eine Summe von rund 600 000 Euro aufbringen müssen. Das ist das Ergebnis der Kostenschätzung, wie Stefan Betz, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hanau, auf Rückfrage unserer Zeitung mitteilt. Selbst Nachbesserungen an den Plänen für den Innenbereich hätten keine günstigere Kalkulation ergeben.Nun hat der Kreisverband die Zusage über einen Zuschuss der Krankenkassen in Höhe von 178 000 Euro und könnte selbst 130 000 Euro an Rücklagen aufbringen – das ergibt aber immer noch eine Deckungslücke von 292 000.Weil es keine Zuschüsse von höherer Stelle, etwa Land oder Bund, für solche Projekte gibt, hat sich das DRK nun an den Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Maintal gewandt. Denn die Zeit drängt: Die ersten Arbeiten an der Gewerbeimmobilie haben bereits begonnen, nämlich in dem Teil, den die Polizei voraussichtlich im September beziehen wird. „Wir haben den gleichen Architekten beauftragt, außerdem sind die Baufirmen, die derzeit für die Polizei bauen, auch für unser Projekt angefragt“, so Betz. Da wäre es ein entscheidender Vorteil, wenn die Arbeiten nahtlos ineinander übergehen würden.Hintergrund des Dilemmas ist, dass das DRK im Vorfeld quasi die Katze im Sack gekauft beziehungsweise gemietet hat: Bekanntlich war das Gebäude an der Edisonstraße Ende 2015 im Gespräch für eine mögliche Notunterkunft für Flüchtlinge. Der Besitzer wollte für seine Bereitschaft, die Immobilie als Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung zu stellen, eine garantierte, langfristige Nachnutzung. So wurden mit der Polizei und dem DRK Mietverträge über 20 beziehungsweise 15 Jahre geschlossen – ohne dass die zukünftigen Mieter genau wussten, welche Kosten auf sie zukommen würden.Die Asylbewerberunterkunft wurde letztlich nicht gebraucht, womit die Pläne zur Nachnutzung schneller konkret wurden als gedacht – und mit ihnen die böse Überraschung. Wie Betz erklärt, habe man seitens des DRK mit deutlich geringeren Umbaukosten gerechnet und anfangs angenommen, den größten Teil mit den eigenen 130 000 Euro abdecken zu können. Nun bittet Betz um finanzielle Unterstützung aus der regionalen Politik. Der Main-Kinzig-Kreis habe angekündigt, den Betrag, den die Stadt Maintal eventuell beisteuert, zu verdoppeln, so der DRK-Kreisgeschäftsführer. Beim Maintaler Magistrat wurde der Hilferuf erhört: Sein Vorschlag lautet, das DRK mit rund 100 000 Euro zu bezuschussen. Ob Maintal letztlich etwas beisteuert und wie viel, entscheidet das Stadtparlament. Durchaus möglich, dass die Angelegenheit noch auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag kommt.

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