Fähre in Schwanheim als Vorbild

Stadt Maintal macht Hoffnung: Fähre über den Main könnte ein Comeback feiern

Noch ist die Anlegestelle leer: Die Fährverbindung zwischen Maintal und Mühlheim könnte aber ein Comeback feiern. 
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Noch ist die Anlegestelle leer: Die Fährverbindung zwischen Maintal und Mühlheim könnte aber ein Comeback feiern.

Seit drei Jahren ruht der Betrieb der Mainfähre zwischen Maintal und Mühlheim. Seitdem ist die Fährverbindung das Streitthema in Maintal. Wie die Stadt jetzt mitgeteilt hat, könnte die Fährverbindung doch noch eine Zukunft haben. Allerdings nicht für Autofahrer, sondern nur für Fußgänger und Radfahrer.

Maintal Im Juni hatten der Offenbacher Kreistag und die Mühlheimer Stadtverordneten endgültig über die dauerhafte Einstellung der Mainfähre entschieden. Der Maintaler Magistrat prüft seitdem, ob eine Fährverbindung in kommunaler Verantwortung denkbar wäre. Vorbild könnte laut Mitteilung vom gestrigen Dienstag das Schwanheimer Modell sein.

Demnach solle mit einem Stadtverordnetenbeschluss geprüft werden, ob der Fährbetrieb zumindest für Fußgänger und Radfahrer wieder aufgenommen werden könnte. Eine Autofähre ist demnach keine Option. „Hier gibt es ein entsprechendes Angebot durch die Rumpenheimer Fähre“, heißt es von der Stadt.

Fähre zwischen Schwanheim und Frankfurt-Höchst als Vorbild

Die Analyse verschiedener vergleichbarer Fährverbindungen in Deutschland und Österreich habe ergeben, dass die Fähre zwischen Schwanheim und Höchst ein geeignetes Referenzobjekt ist. Denn sie entspräche den Anforderungen und Gegebenheiten in Maintal.

Die Fähre in Schwanheim könnte als Vorbild dienen.

Im September informierte sich Verkehrsdezernent und Erster Stadtrat Karl-Heinz Kaiser daraufhin vor Ort umfassend über die erforderlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb einer solchen Fähre in Maintal. Auf dieser Basis erarbeitete Kaiser ein mögliches Betreibermodell. Demzufolge wäre denkbar, dass die Stadt Maintal eine baugleiche Fähre erwirbt und die Konzession für deren Betrieb an einen externen Betreiber vergibt, der idealerweise bereits Fähren des gleichen Typs betreibt. Dieser wäre dann verantwortlich für die Einstellung und Ausbildung von geeignetem Personal.

Suche nach Personal könnte zum Knackpunkt werden

„Für eine Fähre nach dem Schwanheimer Modell muss das fahrende Personal 180 Tage auf einer Fähre dieses Typs geschult worden sein. Der Ort, an dem Ausbildung und Fahrpraxis erworben wurden, ist hingegen nebensächlich. Für einen Einsatz in Maintal könnte also auch Fährpersonal rekrutiert werden, das nicht in Maintal geschult wurde. Relevant ist, dass die Ausbildung auf einer Fähre des gleichen Typs erfolgte“, erläutert Kaiser den heiklen Punkt der Personalgewinnung.

Schließlich würden für einen ganzjährigen Betrieb an sechs bis sieben Tagen pro Woche mit rund 14 Stunden täglich mindestens drei Fährleute mit dem entsprechenden Patent benötigt. Dieser Punkt würde gegen einen Betrieb in städtischer Eigenregie sprechen, denn in Maintal gibt es keine Personen, die über die notwendige grundlegende Erfahrung verfügen.

Stadt Maintal hat bereits Kostenplanung aufgestellt

Für den Erwerb einer Fähre analog dem Schwanheimer Modell wird mit Kosten von rund 600 000 Euro netto, zuzüglich Abnahmegebühren und Überführungskosten, gerechnet. Hinzu kämen Maßnahmen zur Instandsetzung und Anpassung von Anlegestelle und Liegeplatz. Hier rechnet die Stadt mit rund 60 000 Euro netto.

Der Liegeplatz sei sanierungsbedürftig, und an An- und Ablegestelle müssten Dalben eingebracht werden, weil eine Fähre wie in Schwanheim ohne Gierseil fährt. Neben diesen einmaligen Kosten wäre für einen wirtschaftlichen Betrieb der Verbindung möglicherweise ein jährlicher Zuschuss nötig. Dies sei jedoch abhängig von der Gestaltung der Fahrtkosten, die der Stadt als Konzessionsgeber obliegen würde.

Stadtverordnete beraten in nächster Sitzung

Der Magistrat hat bereits eine entsprechende Vorlage erstellt, über welche die Stadtverordneten im Rahmen ihrer Sitzung am kommenden Montag, 9. November, beraten und entscheiden könnten. „Damit liegt die Entscheidung über die Realisierung einer Fährverbindung zwischen Maintal und Mühlheim zunächst allein in Maintaler Händen, um in einer Art Grundsatzbeschluss die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme zu schaffen“, sagt Kaiser.  bel

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