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Stadtteilzentrum Bischofsheim: ein offener Ort für Begegnungen

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Leiterin Christiane Betz stellt in einer neuen Broschüre vor, wofür das Stadtteilzentrum Bischofsheim steht und was die Aktiven hier sehen. Archivfoto: Anouchka Olszewski
Leiterin Christiane Betz stellt in einer neuen Broschüre vor, wofür das Stadtteilzentrum Bischofsheim steht und was die Aktiven hier sehen. Archivfoto: Anouchka Olszewski © Anouchka Olszewski/Archiv

Maintal – Gemeinsam kochen, zusammen essen, das funktioniert immer. Über alle Nationalitäten, Milieus und Generationen hinweg. Doch es sind nicht nur die kulinarischen Highlights und Köstlichkeiten aus aller Herren Länder, die viele Bischofsheimerinnen und Bischofsheimer in ihr Stadtteilzentrum locken. Dem Team um Leiterin Christiane Betz, die mit Silke Stein derzeit von einer hauptamtlichen und vielen weiteren ehrenamtlichen Aktiven unterstützt wird, ist es in den vergangenen 22 Jahren gelungen, einen Ort zu schaffen und zu beleben, der wie kein anderer in Bischofsheim für ein friedliches, respektvolles Miteinander, für Beteiligung und Mitgestaltung auf Augenhöhe steht.

Was das Stadtteilzentrum, das der gemeinnützige Kinder-, Jugend- und Familienhilfe-Träger Welle im Auftrag der Stadt unterhält, im Kern ausmacht und was die Bischofsheimer in ihrem Stadtteilzentrum sehen, das kann man jetzt in einer neuen Broschüre nachlesen.

Unter den Stichworten Gleichheit, Gemeinschaft, Augenhöhe und Mitgestaltung stellt das Stadtteilzentrum reich bebildert einen Ausschnitt seiner Arbeit vor. Dabei kommen vor allem diejenigen zu Wort, die den Ort prägen und beleben, nämlich die hier aktiven Bischofsheimer, die mit Tatkraft und Ideenreichtum ihren Stadtteil gestalten.

„Jeder ist hier willkommen, und zwar an dem Punkt, an dem er gerade steht“, bringt Leiterin Christiane Betz ihr Konzept der offenen Gemeinwesenarbeit auf den Punkt. „Wir haben meistens ein gemeinsames Thema, und jeder kann etwas dazu beitragen.“

Auf Basis dieser Idee ist eine Vielzahl von Gruppen entstanden, die sich teilweise bereits in Eigenregie organisieren. Männergruppe, offenes Treffen Nachhaltigkeit, Patchwork Wohnen Maintal, Spieletreff, Gemeinschaftsgarten, Reparatur-Café, Demokratiewerkstätten, Fremdsprachencafés, Strickgruppe, Nähstube – die Bandbreite ist riesig. „Hier finden alle einen guten Platz“, erklärt Betz. „Unser Ansatz ist: Persönliche Bedürfnisse auf breiter Ebene im Gemeinwesen erfüllen.“

Bei den persönlichen Bedürfnissen ist die Suche nach Begegnung, nach Kontakten, auch nach Integration groß. Und das nicht erst seit der Pandemie. Für viele migrantische Maintalerinnen und Maintaler ist das Stadtteilzentrum auch Anlaufstelle, um hier erste Kontakte zu knüpfen. Dabei ist das gemeinsame Kochen und Essen oft eine Brücke zwischen den Nationalitäten und hilft, so berichtet Betz, über so manche Sprachbarriere hinweg. „Wir feiern hier alle Feste, das persische Neujahrsfest, Fastenbrechen, Ostern und Zuckerfest“, sagt Betz, die das Stadtteilzentrum seit 2014 leitet. „Wir arbeiten dabei auch immer am Prozess orientiert“, ergänzt Silke Stein. „Wir schauen, was aktuell ist und wie wir darauf kreativ reagieren können.“

Wie wichtig das Stadtteilzentrum und ähnlich offene, vielfältige Orte der Begegnung sind, zeigt ganz aktuell die Diskussion um die auf den beiden Festplätzen in Bischofsheim und Hochstadt geplanten Unterkünfte für Geflüchtete. „Das ist hier eigentlich kein Thema. Hochstadt wurde davon eher aufgeschreckt“, ergänzt Stein. Dennoch sei es ständige Aufgabe, die Angst vor dem Fremden zu nehmen. „Das geht nur über persönliche Kontakte“, sagt Stein.

Hier kann jeder die Erfahrung machen: Uns wird nichts genommen. Es ist ein Geben und Nehmen. Und das leben wir hier schon.“ Die meisten, die sich hier im Stadtteilzentrum treffen und engagieren, wollten ohnehin mehr geben als nehmen. Es brauche noch mehr solcher offenen Orte in Maintal mit genau dieser Haltung. Das zeige die aktuelle Herausforderung, die die Aufnahme von Geflüchteten darstellt, sind sich beide einig.

„Hier entstehen Freundschaften“, verdeutlicht Stein, was die vielen Aktiven immer wieder hierher bringt. Diese Haltung und das Stadtteilzentrum insgesamt will das Team über das Quartier hinaus bekannt machen. Dafür ist im Frühling ein fahrendes Café geplant, das durch ganz Bischofsheim tourt. „Wir sind ein Zentrum für den ganzen Stadtteil. Unsere Angebote gelten allen“, lädt Christiane Betz ein.

Weitere Informationen

Wer sich das Stadtteilzentrum Bischofsheim anschauen oder an einer Gruppe teilnehmen möchte, findet es im Dörnigheimer Weg 25. Die telefonischen Sprechzeiten unter der Nummer z 06109 698280 sind dienstags von 9 bis 11 Uhr, mittwochs von 13.30 bis 17 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen zu den Angeboten und aktuellen Veranstaltungen gibt es auch auf der Webseite des Stadtteilzentrums Bischofsheim unter der Adresse stadtteilzentrum- bischofsheim.de

Von Bettina Merkelbach

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