Wahl am 26. September

Umfrage zur Bürgermeisterwahl: Maintaler fordern mehr Inhalte

Amtsinhaberin Monika Böttcher (parteilos) und CDU-Kandidat Götz Winter machen mit Plakaten optisch auf sich aufmerksam.
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Amtsinhaberin Monika Böttcher (parteilos) und CDU-Kandidat Götz Winter machen mit Plakaten optisch auf sich aufmerksam.

So langsam kommt der Wahlkampf in die Gänge: Amtsinhaberin Monika Böttcher (parteilos), die am 26. September zur Wiederwahl antritt, hat plakatiert und ihre Wahlkampf-Facebook- und Website #TeamBöttcher präsentiert. CDU-Herausforderer Götz Winter hatte mit einer professionellen Social-Media-Kampagne vorgelegt (wir hatten berichtet) und setzt auf pandemie-konforme persönliche Begegnungen beim Spazierengehen. Allein die SPD hält sich weiterhin bedeckt.

Maintal – „Wahlkampf? Findet nicht statt“, sind sich dennoch einige Bürgerinnen und Bürger, mit denen der MAINTAL TAGESANZEIGER auf dem Bischofsheimer Wochenmarkt gesprochen hat, einig. „Frau Böttcher sieht man nur auf Bildern und von der Kandidatur von Herrn Spichal habe ich rein zufällig erfahren. Ihn kennen wir natürlich von seiner Physiopraxis“, sagt eine Gruppe, die sich vom Einkaufen auf den Bänken neben der evangelischen Kirche ausruht. Dass es einen weiteren Kandidaten gibt, ja, das habe man gehört, aber wie er heißt, wisse man nicht.

Ein Vorteil für die Amtsinhaberin? „Ja, wir wählen Frau Böttcher – von den anderen wissen wir zu wenig“, ist das Fazit. An den Marktbesucherinnen und -besuchern, die durchgängig eher älteren Semesters sind, scheint der Social-Media-Wahlkampf größtenteils vorbeizugehen. Als Informationsquellen nennen die Befragten klassische Medien wie unsere Zeitung und die persönliche Präsenz der Kandidaten.

„Ich baue darauf, dass da noch was kommt“, hofft Klaus Fischer auf weitere Erkenntnisse aus Gesprächen mit den drei Aspiranten. „Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht genau, was die anderen beiden mehr bieten als Frau Böttcher.“ Auch Monika Domning gibt zu: „Wahlkampf findet nicht statt, ich finde kaum Infos zu den Kandidaten.“ Die Inhaltsleere bevorteilt die Amtsinhaberin, die immerhin auf die Erfolge der vergangenen fünf Jahre verweisen kann. „Ich sehe, was Frau Böttcher geleistet hat“, sagt ein Marktbesucher. Auch ihre Parteiunabhängigkeit sehen einige als Vorteil. „Frau Böttcher bleibt. Die anderen sind sich nicht einig, das gefällt mir nicht“, sagt Richard Marhauser.

Klaus Fischer

Die Gruppe vor der Kirche wirft den anderen beiden Kandidaten „Parteigezänke“ vor. Für Oliver Hildesheim kommt es hingegen überhaupt nicht in Betracht, eine einzelne Person zu wählen: „Ich bin gegen Personalwahlen und unterstütze daher die Bürgermeisterwahl nicht. Es sind Sachthemen, die entscheiden.“

Welche Inhalte sind für die Wählerinnen und Wähler wichtig? Was wünschen sie sich für die nächste Amtszeit von ihrer Bürgermeisterin oder ihrem Bürgermeister? „Dass die Stadtteile enger zusammenrücken“, sagt Richard Marhauser. „Dass wir der Digitalisierung lokal etwas entgegensetzen und dem Kleingewerbe helfen, sich zu behaupten“, sagt ein anderer Bischofsheimer.

Monika Domning kritisiert die Beleuchtung in ihrer Straße am Bischofsheimer Friedhof und den öffentlichen Nahverkehr. „Dass kein Bus zum Bahnhof fährt, ist eine Katastrophe“, sagt sie und hofft auf mehr Bürgernähe. Eine Mutter mit Kleinkind bemängelt die langen Wartezeiten für Kitaplätze. „Es muss dringend mehr Personal eingestellt werden“, sagt sie. Außerdem plädiert die Maintalerin dafür, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen innerorts zur Sicherheit der Fußgänger stärker kontrolliert werden.

Monika Domning

Klaus Fischer wünscht sich mehr Ehrlichkeit von demjenigen, der am Wahltag die meisten Stimmen auf sich vereint. „Die großen Bauprojekte kosten viel Geld. Aber wer gibt schon vor der Wahl zu, dass dafür Steuern erhöht werden müssen?“ Bürgerhaus, Real-Gelände – die großen Bauprojekte sind bei den Wählerinnen und Wählern allgegenwärtig. „Ich hoffe, dass da was Vernünftiges draus gemacht wird“, sagt Elke Teuber-Hoedt. „Es ist natürlich schwierig für die anderen Kandidaten, sich in der Pandemie ohne Veranstaltungen zu präsentieren. Aber ich denke, Frau Böttcher hat noch eine zweite Chance verdient.“

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