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Umweltbildung mitten in der Natur: Kinder- und Jugendfarm gewinnt Umweltpreis des Kreises

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Spielen in der Natur: Die Kinder- und Jugendfarm in Hochstadt ist für ihr Gesamtkonzept mit dem Umweltpreis des Kreises ausgezeichnet worden. Das Preisgeld wird in das Gelände investiert.
Spielen in der Natur: Die Kinder- und Jugendfarm in Hochstadt ist für ihr Gesamtkonzept mit dem Umweltpreis des Kreises ausgezeichnet worden. Das Preisgeld wird in das Gelände investiert. © Bettina Merkelbach

Die Kinder- und Jugendfarm (KiJuFa) hat gemeinsam mit dem Ortsbeirat Seidenroth den Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises gewonnen. Die Freude über die Auszeichnung ist beim Trägerverein des Hochstädter Natur- und Abenteuerspielplatzes riesig: „Das ist die Belohnung für die Arbeit der vergangenen neun Jahre“, sagt die erste Vorsitzende Iris Kunde, die die KiJuFa seit ihrer Entstehung begleitet und vorantreibt.

Maintal - „Wir haben uns nicht mit einem einzelnen Projekt beworben, sondern mit unserem Gesamtkonzept als Bildungsort, der Kindern im engen Kontakt mit der Natur Nachhaltigkeit, Klima- und Artenschutz vermittelt.“ Ob beim Hüttenbau, beim Gärtnern, Klettern oder Matschen: Auf dem Gelände am Hochstädter Waldsportplatz haben Kinder aus Maintal und Umgebung die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu entdecken. In Zusammenarbeit mit dem NABU bietet der Verein regelmäßig Veranstaltungen an, bei denen heimische Insekten oder Vögel beobachtet werden können.

Dieses naturnahe Konzept, das laut Jury „auf Umweltbildung durch ganz praktisches Umwelt-Erleben und Umwelt-Schützen vor Ort“ setzt, gab letztlich den Ausschlag dafür, dass die KiJuFa sich mit der Dorfgemeinschaft Seidenroth gegen eine Vielzahl weiterer Vorschläge für den Preis durchgesetzt hat.

„Anders als bei herkömmlichen Spielplätzen geht das Angebot der Kinder- und Jugendfarm weit darüber hinaus“, wird Umweltdezernentin Susanne Simmler in einer Mitteilung des Kreises zitiert. „Die Farm hat sich entwickelt und nimmt ihren selbst gesteckten Auftrag der Umweltbildung äußerst ernst, eben bis hin zur nachhaltigen ökologischen Selbstversorgung.“

Der Preis ist mit 5 000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen an beide Preisträger ausgezahlt. „Wir werden einen Großteil davon in Baumschnitt investieren müssen“, sagt Iris Kunde. Denn das Gelände, das ursprünglich eine Kleingartenanlage war, weist einen großen Baumbestand auf, der gepflegt werden muss. Um Kosten wie diese zu decken, will sich der Verein in Zukunft häufiger an Ausschreibungen beteiligen und die Themen Fundraising und Sponsoring vorantreiben. „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gesehen, dass das Ehrenamt hier an seine Grenzen stößt“, erklärt die erste Vorsitzende, die den Farmbetrieb und die Veranstaltungen mit einer Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter und Helfer organisiert.

Vieles, was der Verein auf die Beine stellt, hat mittlerweile Tradition und ist in den Kalendern vieler Maintaler Familien fest verankert. Wie etwa das Kürbisschnitzen, das in diesem Jahr auf Halloween fällt, oder der Saisonabschluss, der im November gleichzeitig ein Dankeschön für alle ist, die im vergangenen Jahr auf der Farm mitgeholfen haben.

2022 feiert die KiJuFa ihr zehnjähriges Bestehen. Allzu viel will Iris Kunde dazu noch nicht verraten. Nur so viel, dass es zum traditionellen Kelterfest im Herbst eine Jubiläumsfeier geben soll. Neben dem Jubiläum stehen für die Zukunft noch weitere Pläne an, zum Beispiel die Weiterbildung der Mitarbeiter und der Bau eines Backofens. „Dann können wir mit den Kindern Brot backen und die ganze Reise des Getreides, vom Korn zum fertigen Brot, nachvollziehen“, erklärt Iris Kunde.

Es sind diese Projekte, in denen die Kinder Naturschätze selbst verarbeiten können, die die Farm zu mehr als einen Abenteuerspielplatz machen. „Jetzt in der kälteren Jahreszeit ist auch unsere Feuerstelle, an der man Stockbrot grillen kann, immer ein echtes Highlight“, sagt Iris Kunde.

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