Große Pläne in der Halfpipe

Verein Railway plant zur Wiedereröffnung professionellen Skatepark in Dörnigheim

Lena Kaeding und Dominik Stransky vom Trägerverein Railway Maintal hoffen, dass die Skatehalle am Bahnübergang an der Eichenheege in Dörnigheim ihre Tore bald wieder öffnen kann.
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Lena Kaeding und Dominik Stransky vom Trägerverein Railway Maintal hoffen, dass die Skatehalle am Bahnübergang an der Eichenheege in Dörnigheim ihre Tore bald wieder öffnen kann.

Kontaktlose Sportarten boomen seit Beginn der Pandemie. Auch die Skatehalle am Bahnübergang in Dörnigheim kann sich vor Anfragen kaum retten. Derzeit ist sie zwar für die Öffentlichkeit geschlossen, aber vor Corona ist die Funsport-Location an der Eichenheege vor Skateboard-, Inliner-, Rollerskates-, BMX- und Scooter-Fans aus allen Nähten geplatzt.

Maintal – „Es gibt im Rhein-Main-Gebiet zu wenig Skatehallen“, erklärt Dominik Stransky, passionierter Inline-Skater und Vorstandsmitglied des Trägervereins Railway Maintal, die Anziehungskraft über die Grenzen Maintals hinaus. Und erst recht keine, die wie das Dörnigheimer Skateparadies Rampen, mobile Street-skate-Elemente, coole Graffiti, Jugendcafé und Fitnessraum unter einem Dach vereinen. Die nächsten Hallen sind in Wiesbaden, Gießen, Kassel. Kein Wunder also, dass Railway stark gefragt ist.

Verein plant professionelle Holzrampen

Entstanden ist die Skatehalle aus einem Jugendprojekt. 2015 hat sich der Trägerverein gegründet. Die meisten Mitglieder der ersten Stunde sind allerdings nicht mehr aktiv. Daher steht ein Generationenwechsel an. Bei der Vollversammlung im Mai soll ein neuer Vorstand gewählt werden. Eine zusätzliche Taskforce arbeitet daran, die Skatehalle mit professionellen Holzrampen, so genannten IOU-Ramps, auszustatten.

„Die alten Metallrampen, die hier stehen, haben ausgedient. Holz ist leiser und verletzungsgeringer und daher die erste Wahl für Indoor-Skateparks“, erklärt Lena Kaeding. „Wir suchen gerade jemanden, der uns den zukünftigen Skatepark in 3D visualisieren kann.“ Die Corona-Zwangspause, die bis dato anhält, haben die Ehrenamtlichen tatkräftig genutzt: Das Fabrikgebäude in Dörnigheim am Bahnübergang wurde renoviert, gestrichen und hat eine neue Lichtanlage bekommen. Jetzt glitzert nicht nur über den Rampen und Holzhindernissen eine riesige Discokugel. Die neue Lichttechnik soll zukünftig auch Events und Konzerte in der Halle ermöglichen.

Außenbereich mit Terrasse und Café

Doch das sind längst nicht die einzigen Zukunftspläne, die die Skatefans während der Pandemie für die Wiedereröffnung schmieden: Der Fitness-Bereich auf der zweiten Ebene über dem Jugendcafé soll statisch sicherer werden. Um die auf dem Bischofsheimer Spielplatz Schillerstraße abgebaute Mini-Rampe, die hier ihre neue Bestimmung gefunden hat, soll ein Außenbereich mit Sonnenterrasse und Café entstehen. „Dafür suchen wir aktuell einen Übersee-Container, in dem wir Dinge lagern können, die wir nicht ständig brauchen“, wirbt Dominik Stransky um Unterstützung.

„Wir werden zwar von der Stadt Maintal gefördert, aber das Geld haben wir in die Renovierung investiert, um die Halle sicherer zu machen“, sagt Lena Kaeding. Zur Finanzierung des Um- und Ausbaus plant der Verein ein Crowdfunding. Zwischen 50 000 und 100 000 Euro seien wohl notwendig, um den Traum vom Skatepark hier zu erfüllen.

Kooperationen mit Jugendzentren und Vereinen geplant

Dart, Basketball, Tischtennis – die Halle soll allen offenstehen und mit anderen Vereinen und Jugendzentren kooperieren. Auch „Schrauber-Workshops“ für Rollerskates können Kaeding und Stransky sich zukünftig hier vorstellen. Letzterer ist selbst gelernter Schreiner, hat einige Obstacles beigesteuert und möchte mit Interessierten kleine Holzrampen für zu Hause bauen.

Der Verein füllt nicht nur im Rhein-Main-Gebiet eine Lücke im Skatebereich. Auch in Maintal ist die Skatehalle einer der wenigen Orte, an denen sich Jugendliche ohne dauerhafte Verpflichtung treffen können. „Das ist für die Jugendlichen kein Zwang hier, nicht wie in vielen anderen Sportvereinen. Sie machen das rein aus Freude“, sagt Stransky. Deshalb blieben die Mitglieder dem Verein auch über den Lockdown hinweg treu.

Verein hofft auf die Wintersaison

„Sogar ehemalige Mitglieder kommen jetzt wieder auf uns zu. Wir bieten hier Platz für Trendsportarten, die derzeit großen Zulauf haben.“ Er selbst ist seit dem Inliner-Boom der 90er Jahre begeisterter Skater und seit 2016 in dem Verein aktiv. Seitdem haben sich zu den Skateboard- und Inline-Fans auch BMXer, Rollerskater und – ganz neu – Scooter-Fahrer hinzugesellt. „Das hat eindeutig noch einmal zu einer Belebung der Szene beigetragen“, sagt Kaeding, die hofft, möglichst viele Zukunftspläne bis zur Wiedereröffnung umsetzen zu können. Derzeit informiert sich der Vorstand über die Möglichkeit, die Halle für Mitglieder aus ein bis zwei Haushalten öffnen zu können. „Mein Traum wäre es, wenn wir zur Wintersaison wieder für alle öffnen können“, sagt Stransky.

Von Bettina Merkelbach

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