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Vom Tenniscourt in die Fantasy-Welt: Der Maintaler Aljoscha Jelinek macht sich als Autor einen Namen

In Hamburg heimisch geworden: Aljoscha Jelinek ist in Maintal aufgewachsen, war dann unter anderem als Tennisspieler in der Welt unterwegs und ist nun erfolgreicher Autor.
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In Hamburg heimisch geworden: Aljoscha Jelinek ist in Maintal aufgewachsen, war dann unter anderem als Tennisspieler in der Welt unterwegs und ist nun erfolgreicher Autor.

„Super zufrieden“ sei er gerade mit seiner Arbeit als selbstständiger Autor, sagte ein gut gelaunter Aljoscha Jelinek. Die Online-Verbindung zwischen seinem sonnigen Hamburger Homeoffice und Hanau bleibt stabil und so gibt der Maintaler einen kleinen Einblick in seinen durchaus abenteuerlichen Lebensweg zum Schriftsteller.

Maintal – Seit fünf Jahren ist Jelinek im deutschsprachigen Raum mit Formaten wie Comic, Hörbuch oder Podcast unterwegs. Er sagt: „Ob eigene Stoffe oder Auftragsarbeiten – der Ansatz ist immer der Gleiche: Meine Storys müssen Spaß machen.“ Der Spaß an fantasievollen Geschichten wurde in der Bücherei in Wachenbuchen geweckt.

Schon als siebenjähriger Junge begeisterte sich Jelinek für französische Comics wie „Marsipulami“, die amerikanischen Marvel-Serienhelden und später Klassiker der Weltliteratur. „Ich mochte das Marvel-Universum schon, bevor es berühmt wurde“, sagte der heute 35-jährige schmunzelnd.

Als Tennisprofi weltweit unterwegs

Die zweite Leidenschaft des Maintalers ist das Tennisspielen. Aljoscha Jelinek trainierte in der Tennisschule seines Vaters Alex Jelinek in Bischofsheim und war nach seinem Abitur an der Albert-Einstein-Schule einige Jahre als Profi im Tennissport unterwegs.

Unter anderem führte ihn ein Sportstipendium von 2007 bis 2009 an die University of North Carolina. Anschließend schloss Jelinek sein Studium der Politik- und Medienwissenschaft in Regensburg ab. Damals spielte Aljoscha Jelinek weltweit professionell Tennis und gab Unterricht, so auch in Australien und Neuseeland.

Erdbeben in Christchurch 2011 miterlebt

Christchurch 2011 war ein Wendepunkt. „Eine sehr schöne Zeit“, sagt Aljoscha Jelinek. „Ich habe in einem Hostel mit internationalen Gästen gewohnt, die Bibliothek war nah. Ich habe viel geschrieben und meinen Lebensunterhalt mit Tennisstunden verdient.“ Am 22. Februar zerstört ein Erdbeben die gesamte Innenstadt und auch das Hostel, in dem Aljoscha Jelinek lebte und erste Kurzgeschichten und Comics schrieb.

In dem preisgekrönten Comic „Der Duft von Ramen“ hat er das Erdbeben, das er mit Glück überlebt hat, literarisch festgehalten. Zurück in Deutschland arbeitete der Maintaler nebenberuflich als Tennistrainer und machte ein längeres Praktikum beim Computerspielunternehmen Daedalic. Mit jedem Text, mit jedem Literaturwettbewerb kommt er seinem Berufsziel, Autor zu werden, Schritt für Schritt näher. Viele seiner Storys und Essays landen auf den Podiumsplätzen.

Zusammen mit Comiczeichner Martin Rathscheck realisierte Aljoscha Jelinek beispielsweise mit „sehr viel Arbeit und Herzblut“ das Projekt „Der König der Orchideen“. Die wunderschön gezeichneten Geschichten über einen Orchideenjäger im 19. Jahrhundert und weitere Comics erschienen in verschiedenen Anthologien der deutschen Comic-Szene.

Hörbücher, Bücher und Mangas in Arbeit

Jelinek sammelte auf Messen und bei Verlagen erste Erfahrungen und musste feststellen, dass aufwendig gestalteten Comics finanziell nur schwer möglich sind. Auch deshalb hat er sein Portfolio erweitert und schreibt nun auch Romane. Mit „Mexify“ hat er vor Kurzem unter dem Doppel-Autorenpseudonym Josh Matthews ein illustriertes Fantasy-Buch für Kinder veröffentlicht.

„Zurzeit passiert richtig viel“, sagte Aljoscha Jelinek. Mit Co-Autoren und Zeichnern arbeitet er an größeren Projekten. Die ersten Kapitel einer Manga-Jugendbuchreihe sind fertig, neue Hörspiel-Formate werden konzipiert und weitere Projekte sind in Planung.

Neuester Fantasy-Roman kommt bei den Lesern gut an

Der international agierende Hörbuchverlag Audible wurde über einen offenen Schreibwettbewerb auf den Wahl-Hamburger aufmerksam. Mit „Quanten Camper Calamari“, einem interdimensionalen Fantasy- und Comedy-Road Trip, hat er ein Werk geschaffen, das von den Hörern bisher begeistert aufgenommen wird.

In dem rasanten und verrückten Abenteuer fliehen Game-Designer Andy Pinch, Tramperin Malika und ihr sprechender Tintenfisch Humbi vor einem bösen, magischen Killer-Duo namens Maci&Chee. Malikas Wesen fesselt das Herz des tollpatschigen Andy und so erlebt das Trio im klapprigen Camper „eine fantastische Reise durch Raum und Zeit“.

Im Stile von „Per Anhalter durch die Galaxis“

Im Stil kommt das „Audible Original“-Hörbuch dem Sci-Fi-Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams sehr nahe. „Die vordergründige Handlung ist rasant erzählt, der Fokus liegt jedoch immer auf den Charakteren und ihrer Interaktion. Meine Protagonisten besitzen einen bodenständigen Humor und sollen emotional nachvollziehbar sein“, erklärte Jelinek.

Dann spoilert er ein wenig: „Im Subtext spielt die griechische Mythologie eine Rolle. Die Götter haben die Welt verlassen, die Erde ist nur noch eine Durchgangsstation für sie. Mit Figuren wie Sisyphos geht es auch um einen pervertierten Begriff von Freiheit. Und -ach ja- im Körper des sprechenden Tintenfischs steckt die Seele des Naturforschers Alexander von Humboldt.“

Weitere Informationen

Quanten Camper Calamari von Aljoscha Jelinek, gelesen von Uve Teschner, Spieldauer: 14 Std. 48 Min. Verlag: Audible Studios

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