Kommunalwahl

Wahlkampf zu Corona-Zeiten: So wollen die Parteien und Wählergruppen in Maintal auf Stimmenfang gehen

Pünktlicher Beginn: Seit dem 31. Januar, sechs Wochen vor der Kommunalwahl, dürfen die Parteien und Wählergemeinschaften mit Wahlplakaten in Maintal werben.
+
Pünktlicher Beginn: Seit dem 31. Januar, sechs Wochen vor der Kommunalwahl, dürfen die Parteien und Wählergemeinschaften mit Wahlplakaten in Maintal werben.

Am 31. Januar, sechs Wochen vor der Kommunalwahl, startet der Wahlkampf für die Parteien und Wählergruppen – also auch in Maintal. Wir haben uns umgehört, wie die unterschiedlichen politischen Akteure den Wahlkampf in diesen von der Pandemie geprägten Zeiten gestalten wollen.

Maintal – Hierbei unterscheiden sich die Strategien und Vorgehensweise teilweise sehr deutlich.

SPD: Die Sozialdemokraten in Maintal haben angekündigt, Informationsstände in reduzierter Form zu nutzen. Hier sollen maximal zwei Personen, eingezeichnete Abstandsflächen und kontaktlose Übergabe von Informationsmaterial zum Einsatz kommen. „Auf sogenannte Give-aways verzichten wir bei dieser Wahl. Zielsetzung ist es, die Bürgerinnen und Bürger über die Wahl und unsere Kernthemen zu informieren – immer mit Abstand“, erklärt Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat Sebastian Maier. In einzelnen Quartieren der Stadtteile wird die SPD zudem Open-Air-Sprechstunden anbieten.

Sebastian Maier (Spitzenkandidat der SPD)

Zusätzlich sollen digitale Angebote zum Einsatz kommen: „Neben der klassischen Kommunikation unserer Themen und der Vorstellung von Kandidaten führen wir Video-Gespräche unter dem Motto ‘30 Minuten mit…’ durch. Hierfür laden wir Multiplikatoren, Vereinsvertreter und mehr ein und bieten einen digitalen Austausch an. Teilweise werden wir solche Gespräche auch live streamen“, heißt es vonseiten der SPD. Explizit verzichten würden die Sozialdemokraten zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Hausbesuche, um die Gesundheit der Bürger zu schützen.

CDU: Auch die Christdemokraten legen einen großen Wert auf den Schutz der Gesundheit der Bürger und lassen daher fast alle Veranstaltungen ausfallen. „Ob wir sogar auf die Marktstände verzichten, prüfen wir zurzeit“, sagt Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat Martin Fischer. Stattdessen versuche man, sich verstärkt auf digitale Angebote zu konzentrieren und die sozialen Netzwerke zu nutzen.

Martin Fischer (Spitzenkandidat der CDU)

„Wir werden unsere Kandidaten in Form von Videos vorstellen. Das hat den Vorteil, dass die Kandidaten dann auch einmal richtig zu Wort kommen“, so Fischer. Auch auf die Flyer und Wahlplakate wolle man nicht verzichten. Es werde aber, wie Fischer klarstellt, keine konzipierten Veranstaltungen geben. „Wir müssen als Politiker mit gutem Beispiel vorangehen. Es kann nicht sein, dass wir von den Bürgern etwas erwarten und selbst eine Sonderrolle einnehmen.“

WAM: Die Wahlalternative Maintal hat unterschiedliche Ansatzpunkte für den Wahlkampf angekündigt. So habe man verschiedene Aktionen für den Wahlkampf angekündigt. Diese beinhalten unter anderem eine Postkartenaktion, das Verteilen von Flyern oder die Produktion von Wahlvideos, wobei letzteres noch in der Planung sei.

Jörg Schuschkow (Spitzenkandidat WAM)

Zusätzlich ist geplant, durch „progressive Themen wie den paritätischen Fraktionsvorsitz Aufmerksamkeit zu erregen“, wie Jana Freund gemeinsam mit Jörg Schuschkow, Spitzenkandidat der WAM, auf Nachfrage erklärt. Zudem wolle man auch in den sozialen Netzwerken aktiv sein – vor allem auf Facebook. „Hier wollen wir auch mithilfe der Kommentarfunktion ein direktes Gespräch suchen“, sagt Freund.

FDP: Die Liberalen in Maintal wollen auf einen „einen Dreiklang aus Straßenwahlkampf, sozialen Medien und virtuellen Veranstaltungen“ setzen. Beim Straßenwahlkampf wollen sie intensiv mit Plakaten und Flyern in Briefkästen auf sich aufmerksam machen. Außerdem ist geplant – im Rahmen des Möglichen – mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Auch auf den Wochenmärkten im März wollen die Liberalen mit Ständen vertreten sein. „Auch dort gilt es natürlich, die Abstandsregeln und Maskenpflicht einzuhalten. Trotzdem wird das einzelne Gespräch für die Bürger sicher von Bedeutung sein“, sagt Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender Thomas Schäfer.

Thomas Schäfer (Spitzenkandidat der FDP)

Im Internet will die FDP Facebook, Twitter, Instagram sowie über ihre Website werben. „In den sozialen Medien arbeiten wir mit statischen und bewegten Bildern und sprechen einzelne Themen aus unserem Wahlprogramm und den aktuellen Debatten an. Als besonderes Instrument nutzen wir auch WhatsApp unter der Nummer 06109 5094454, wo uns die Bürger direkt Fragen schicken können“, so Schäfer. Zusätzlich seien auch virtuelle Veranstaltungen geplant, wie ein virtuelles Heringsessen. „Hierzu sollen sich die Interessenten vorab anmelden können und erhalten dann von uns ein Heringsessen vorbeigebracht. Diesen können wir dann gemeinsam am Bildschirm verspeisen und dabei über Politik in Maintal sprechen“, so die Liberalen. „Insgesamt werden wir versuchen, uns so flexibel wie möglich auf die Situation einzustellen. Es wird sicher alles anders werden, als üblich, aber es wird auch eine neue Erfahrung sein“, erklärt Schäfer.

Bündnis90/Die Grünen: Die Grünen wollen in Maintal ihren Wahlkampf primär im Internet und den sozialen Netzwerken gestalten. Hierfür haben sie extra eine eigene Wahlkampfwebsite ins Leben gerufen, die nach und nach mit den Wahlkampfthemen bestückt werden wird. So werden zukünftig Videos der Kandidaten veröffentlicht, in denen sich diese kurz vorstellen können.

Monika Vogel (Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen)

Darüber hinaus sollen Instagram und Facebook genutzt werden. Ergänzt wird dieser Wahlkampf noch mit Wahlplakaten im Stadtgebiet. Auf Marktstände möchte die Partei verzichten, wie Friedhelm Duch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärt: „Ich stelle es mir mit den Abstandsregeln schwer vor, angemessen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Da fehlt mir wohl die Fantasie.“

AfD: Die neu in Maintal antretende Alternative für Deutschland hat für den Wahlkampf angekündigt, keine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken durchführen zu wollen. Das bestätigte Professor Erich Albrecht, Spitzenkandidat der neuen Liste, auf Nachfrage.

Erich Albrecht (Spitzenkandidat der AfD)

Stattdessen wolle man in den Wochen vor der Wahl die Wochenmärkte in Dörnigheim und Bischofsheim besuchen und dort Präsenz zeigen. Über das weitere und möglicherweise Vorgehen wolle man bis Mitte Februar beraten.

Gemeinsam für Maintal: Auch die Liste „Gemeinsam für Maintal“ tritt erstmals für eine Kommunalwahl an. Den Wahlkampf möchte man auch hier eher auf dem digitalen Wege gestalten. So wurden sowohl eine Facebook-Seite als auch eine Website ins Leben gerufen, über die die Inhalte kommuniziert werden.

Mahmut Kolbudak (Spitzenkandidat Gemeinsam für Maintal)

Marktstände wolle man nicht anbieten, wie der Spitzenkandidat Mahmut Kolbudak erklärt: „In dieser Zeit mit der Pandemie möchten wir unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht noch zusätzlich belasten.“ Auf Flyer und Wahlplakate wolle man jedoch nicht verzichten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare