Kommunalwahl 2021

Zahlreiche Bürger wählen vor Ort: So lief der Wahlsonntag in Maintal ab

Frank Maisch leert die Wahlurne nach Schließung des Wahllokals.
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Frank Maisch leert die Wahlurne nach Schließung des Wahllokals.

Am Sonntagmorgen in Ruhe ausschlafen und dann entspannt zur Wahl gehen. Was für manchen Bürger normal zu sein scheint, ist nichts für die ehrenamtlichen Wahlhelfer, die das Wählen vor Ort überhaupt erst möglich machen. Denn schon um 7.30 Uhr kommen alle sogenannten Wahlvorstände in den insgesamt 21 Wahllokalen im Maintaler Stadtgebiet zusammen, um die Wahl vorzubereiten.

Maintal –Hierbei werden die vorhandenen Wahlhelfer in zwei Schichten eingeteilt – eine von 8 bist 13 Uhr und eine von 13 bis 18 Uhr. Ab 18 Uhr finden sich alle Wahlhelfer wieder vor Ort ein, um gemeinsam die abgegebenen Stimmen auszuwerten.

Einer dieser ehrenamtlichen Wahlhelfer ist Frank Maisch, der in diesem Jahr im Wahlbezirk 14, der im Hochstädter Bürgerhaus ein Zuhause gefunden hatte, eingeteilt war. Dort sorgte er als stellvertretender Wahlleiter unter anderem dafür, dass die Wahl den Vorgaben entsprechend über die Bühne gebracht wurde. „Ich bin hochzufrieden, wie das alles abläuft“, sagt Maisch am frühen Nachmittag.

Über 9000 Briefwahlunterlagen in Maintal

Vor allem sei er über die rege Wahlbeteiligung überrascht gewesen: Wenn man sich die vergangene Kommunalwahl angesehen hätte, so waren in ganz Maintal 10 940 Stimmzettel abgegeben worden – davon 2412 per Briefwahl. In diesem Jahr seien, so Maisch, alleine knapp 9000 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden. „Ich dachte also, dass wir hier nur ein paar vereinzelte Personen hätten, die ihr Kreuzchen machen“, gesteht Maisch.

Bevor man jedoch das Wahllokal betreten kann, wird man am Eingang von einer Security-Mitarbeiterin empfangen. Sie begrüßt die Wähler freundlich, bittet sie, ihre Hände zu desinfizieren und zeigt ihnen den Weg zu ihrem Wahlbezirk.

Nicht alle Wähler halten sich an die Hygieneregeln

Doch nicht jeder potenzielle Wähler reagiert freundlich auf den Hinweis der Handdesinfektion, wie die Mitarbeiterin gesteht. „Ich hatte das heute schon mehrmals, dass sich Personen geweigert haben“, gesteht sie. Doch in diesem Fall könnte man den Desinfektionsverweigerern trotzdem nicht den Zutritt zum Wahllokal verbieten. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass man niemandem das Recht verwehren dürfe, seine Stimme abzugeben. Daher müsse man, wenn jemand sich vehement gegen das Desinfizieren wehre, im Anschluss alles noch einmal sehr gründlich reinigen.

Im Wahllokal waren solche Vorfälle jedoch nicht präsent, wie Maisch einräumt. „Die Leute hier sind sehr rücksichtsvoll und umsichtig“, sagte er und berichtet, dass die Wähler größtenteils sogar ihre eigenen Stifte mitgebracht hätten.

Wahllokale werden für Wahl unter Corona-Bedingungen hergerichtet

Für Maisch, der seit 15 Jahren Wahlhelfer ist, war die Distanz der einzige große Unterschied bei dieser Wahl im Vergleich zu den vergangenen Jahren. „Die Tische stehen weiter auseinander, man sitzt selbst hinter Glas und die Kommunikation ist durch die Maske erschwert“, so Maisch. Aber insgesamt ist er trotzdem mit dem Ablauf sehr zufrieden.

Der Wahlbezirk 14 war einer von insgesamt drei Wahlbezirken, die dem Hochstädter Bürgerhaus zugeteilt waren.

Um den Herausforderungen der Corona-Pandemie gerecht zu werden, habe man die Wahlbezirke verdichtet und war bewusst in größere Räume mit besseren Belüftungsmöglichkeiten gezogen. Aus diesem Grund befanden sich dieses Mal sowohl im Bürgerhaus in Bischofsheim als auch im Hochstädter Bürgerhaus jeweils drei Wahllokale.

Pünktlich um 18 Uhr werden die Wahllokale geschlossen

Um Punkt 18 Uhr wurden alle Wahllokale im Hochstädter Bürgerhaus geschlossen, auch wenn sich noch zwei Wähler in den Wahlkabinen des Wahlbezirks 14 befinden. „Die beiden dürfen natürlich noch zu Ende wählen“, erklärt der stellvertretende Wahlleiter.

Grund hierfür war, dass sich beide vor 18 Uhr angemeldeten hatten. Daher haben beide die Möglichkeit, noch ihre Stimme abzugeben. Bis zum Wahlschluss hatten im Wahlbezirk 14 insgesamt 27,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Kumulieren und panaschieren: Endergebnis der Wahl lässt auf sich warten

Nachdem alle Zettel eingeworfen und das Wahllokal geschlossen ist, wird ein wenig umgeräumt und die Wahlurne auf einem Tisch ausgeleert. Anschließend werden die Wahlzettel nach den Stimmen für Stadtverordnetenversammlung, Kreistag und Ausländerbeirat sortiert. Dann sortieren alle Wahlhelfer die Stimmzettel nach der Art der Stimmenabgabe. An diesem Abend werden lediglich die Wahlzettel gezählt, bei denen eine einzelne Liste angekreuzt wurde.

Hat ein Wähler von dem Recht des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch gemacht, so wird dieser Zettel erst einmal bei Seite gelegt. „Diese Zettel werden dann der Stadtverwaltung übergeben, die diese dann auswerten“, erklärt Maisch. Nach Angaben der Stadt ist am Mittwoch mit belastbaren Zahlen zu rechnen.

Für die Wahlhelfer geht dieser stressige Wahlsonntag am späten Abend zu Ende. Doch ohne sie wäre eine solche Wahl nicht zu realisieren gewesen.

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