Keine Operationen und Besucherstop

Maßnahmen der Kliniken in der Region gegen die Verbreitung des Coronavirus

Coronavirus - Intensivbett
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Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Verlauf bei 15 Prozent der Coronavirus-Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Auf solche Szenarien bereiten sich auch die Kliniken in Hanau und im restlichen Main-Kinzig-Kreis vor.

Die Verbreitung des Coronavirus hat Auswirkungen auf die aktuelle Gesundheitsversorgung im Kreis: Die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen und Schlüchtern passen sich mit umfangreichen Maßnahmen der derzeitigen Situation an.

„Als Akutkrankenhaus haben wir umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit Infektionskrankheiten“, wird Geschäftsführer Dieter Bartsch in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Diese erlaubt es, mit der derzeitigen Situation bedacht und professionell umzugehen. 

„Die Lage ändert sich von Tag zu Tag"

„Die Lage ändert sich von Tag zu Tag. Worauf es nun ankommt, ist nicht nur, möglichst schnell und angepasst zu reagieren, sondern vorauszudenken“, so Bartsch: „Wir nehmen unsere Verantwortung äußerst erst, sowohl den Patienten als auch den Angehörigen und ganz besonders auch unseren Mitarbeitern gegenüber.“ 

Drei Maßnahmen betreffen aktuell die Patienten und Besucher: Absage von planbaren Operationen, Besucherstopp und Absage von Veranstaltungen. Gemäß einem aktuellen Beschluss der Bundeskanzlerin und des Bundesgesundheitsministers werden ab kommendem Montag, 16. März, bundesweit alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe auf unbestimmte Zeit verschoben und ausgesetzt. Dies gilt in den Main-Kinzig-Kliniken bereits ab sofort. Die betroffenen Patienten werden von Seiten der Klinik hierüber informiert. Patienten, die hierzu Fragen haben, können sich gern an ihren bisherigen Ansprechpartner wenden.

Darüber hinaus sind aktuell keine Besuche in den Krankenhäusern möglich. Dies gilt für alle Abteilungen in Gelnhausen und Schlüchtern. Individuelle Ausnahmen können nur in Absprache mit den behandelnden Ärzten und Pflegekräften getroffen werden. 

Nur eine Begleitperson in der Kinderklinik

In der Kinderklinik gilt seit letzter Woche die Regelung, dass pro Kind nur eine Begleitperson mit in den Wartebereich darf und auch nur eine Person mit aufgenommen werden kann. Von Besuchen ist auch hier gänzlich abzusehen. Stattdessen bitten die Kliniken darum, das Telefon oder andere Wege zu nutzen, um mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben. 

Und schließlich wurden gemäß aller Expertenempfehlungen alle Patienten- und Informationsveranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Geschäftsführer Bartsch betont: „All diese Maßnahmen tragen entscheidend dazu bei, die Gefährdung der Mitarbeiter, Patienten und Besucher so gering wie möglich zu halten. Wir rufen alle Angehörigen dazu auf, ihren Teil dazu beizutragen, sich und andere zu schützen. Die Akut- und Notfallversorgung ist sowohl in Gelnhausen als auch in Schlüchtern weiterhin gewährleistet.“ 

In enger Abstimmung mit dem St.-Vinzenz-Krankenhaus bereitet sich auch das Hanauer Klinikum auf die Behandlung von schwerwiegend erkrankten Corona-Patienten vor, wie Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte. So sei eine Station vorsorglich geräumt worden, um einen Quarantänebereich vorzuhalten. 

Nicht zwingend notwendige Operationen verschieben

Geplante und nicht zwingend notwendige Operationen würden verschoben. Ein eigens dort eingerichteter Krisenstab bewertet die Lage regelmäßig neu. Die Besuchszeiten würden verkürzt, ab sofort sei nur noch „ein gesunder Besucher pro Patient und Tag“ zugelassen. Am Klinik-Standort in Schlüchtern soll eine Infektionsstation entstehen. 

Insgesamt stünden an den Main-Kinzig-Kliniken 18 Beatmungsplätze zur Verfügung, so Bartsch, eine Erweiterung um acht sei möglich. In Hanau stehen 22 Plätze zur Verfügung. „Wir können die Anzahl der Beatmungsplätze auf 30 erhöhen“, erklärte Bölke gestern Nachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz von Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau in Gelnhausen. 

Unter den in dieser Woche neu gemeldeten Erkrankten befinden sich auch drei Mitarbeiter der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen. Auch sie sowie alle identifizierbaren Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolierung. „Wir haben rund 30 Mitarbeiter nach Hause geschickt, die jetzt in kurzen Abständen gescannt werden, um schnellstmöglich wieder zur Arbeit kommen zu können“, so Bartsch.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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