Für Familien und Ausflügler

Mehr Abwechslung am Kinzigstausee: Erlebnisrundweg mit 16 Stationen geplant

Zufriedene Gesichter angesichts der Planungen: Holger Scheffler (Wasserverband Kinzig), Thorsten Stolz (SPD), Stefan Ziegler (Kurdirektor Bad Soden-Salmünster), Susanne Simmler (SPD), Dominik Brasch (Bürgermeister Bad Soden-Salmünster) und Katrin Hess (Leiterin des Amts für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum).
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Zufriedene Gesichter angesichts der Planungen: Holger Scheffler (Wasserverband Kinzig), Thorsten Stolz (SPD), Stefan Ziegler (Kurdirektor Bad Soden-Salmünster), Susanne Simmler (SPD), Dominik Brasch (Bürgermeister Bad Soden-Salmünster) und Katrin Hess (Leiterin des Amts für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum).

Main-Kinzig-Kreis – „Ardea“ wird es heißen, das Maskottchen, das künftig Familien und Tagesausflügler begeistern und mit auf einen mehr als sieben Kilometer langen Rundweg um den Stausee zwischen Steinau und Bad Soden-Salmünster nehmen wird.

Der Name ist der lateinischen Bezeichnung für den Grau- oder auch Fischreiher, Ardea cinerea, entlehnt, der am Kinzig-Stausee heimisch ist. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Landrat Thorsten Stolz (SPD), Umweltdezernentin Susanne Simmler (SPD), der Bürgermeister von Bad Soden-Salmünster, Dominik Brasch, sowie der Geschäftsführer des Wasserverbands Kinzig, Holger Scheffler, das Projekt.

Euphorie herrscht auf allen Seiten: Von einem „absoluten Leuchtturmprojekt“ ist die Rede, von „etwas sehr, sehr Großartigem“ (Stolz), von einem „Kleinod“, einer „strahlenden Attraktion über die Region hinaus“ (Simmler).

Konkret handelt es sich um einen umweltpädagogischen Lern- und Erlebnisrundweg, der mit dem Titel „Ardeas Seenwelt“ rund um die Staumauer und den See bei Ahl entstehen und insbesondere zu einem Familienerlebnis werden soll.

Spielplätze werden errichtet, Erholungszonen ebenso, gute Aussichtspunkte werden gekennzeichnet, interaktive Erklärtafeln sind geplant. Es wird einen Wasser- und einen Sandspielplatz geben, einen Kugelbahnturm, drehbare Kuben mit Informationen, eine Boulderwand zum Klettern in Fischform, integriert wird auch die Kläranlage. Eine neue Steganlage wird es geben, der Kiosk wird umgebaut und erhält auch eine neue Toilettenanlage.

Eine e-Bike-Ladestation soll es ebenfalls geben. Insgesamt sind es 16 Stationen, die künftig zum Verweilen einladen sollen. Verantwortlich für all das: der Main-Kinzig-Kreis, die Stadt Bad Soden-Salmünster, die Stadt Steinau, der Zweckverband Erholungsanlagen und der Wasserverband Kinzig. „Zur nächsten Sommersaison können wir fertig sein“, formuliert Simmler das Ziel für die Umsetzung.

Auf „ein Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro“ beziffert Landrat Stolz die Kosten, 500 000 Euro kommen dabei von der Europäischen Union, die beiden angrenzenden Städte Steinau und Bad Soden-Salmüns- ter geben jeweils 50 000 Euro, der restliche Betrag (600 000 Euro) wird vom Main-Kinzig-Kreis aufgewendet. Stolz lobt insbesondere die Kombination aus Tourismusförderung und Umweltschutz, „diese Verbindung macht das Projekt großartig und passt in die Zeit.“

Geld aus mehreren Kassen: 1,2 Millionen Euro sollen in die Aufwertung des Kinzig-Stausees investiert werden.

Der Stausee, schon heute ein interessantes und gut frequentiertes Ausflugsziel, werde mit der Lern- und Erlebniswelt weiter aufgewertet und steigere seine Attraktivität. Damit reihe er sich ein in zahlreiche weitere interessante, touristische Angebote im Ostkreis, wie etwa den Kletterpark, den Freizeitpark und die Tropfsteinhöhle. „Uns geht es darum, diesen Zug in Sachen Stärkung und Förderung des Tagestourismus zu unterstützen“, so Stolz. Hinter den Verantwortlichen liegt ein knapp zwei Jahre währender Prozess, „in dem wir uns überlegt haben, nicht nur touristisch, sondern auch umweltpädagogisch Menschen an diese wunderbare Landschaft heranzuführen.“

Die Verantwortlichen wollen „Kopf, Herz und Hand ansprechen von Menschen, die ohnehin da sind“, so Simmler. Ihnen solle das Naturschutzgebiet, in dem sich der Stausee befindet, nahegebracht werden. „Nicht nur für die Touristen“ sei das Angebot gedacht, sondern auch für die eigene Bevölkerung. Berücksichtigung finde auch das Thema Nachhaltigkeit: Im Kiosk sollen künftig Produkte aus der Region vertrieben werden. „Es ist wie ein Überraschungsei: Ökologie, Ökonomie und Naherholung“, begeistert sich Simmler.

Was es weiterhin geben wird, sei das Angebot, Tretboot zu fahren oder Stand-Up-Paddling zu erlernen. Bedingung für diese Aktivitäten sei , dass Wasserretter vor Ort seien. Das sei nicht dauerhaft gegeben, und weil der See sich teilweise im Landschaftsschutzgebiet und sich im See sehr feines Sediment befindet und die Sicht eingeschränkt sei, sei das Schwimmen weiterhin untersagt.

Wie Dominik Brasch ausführte, sei es ohnehin nicht geplant, „ein Spaß- und Actionareal zu errichten, wie man es überall findet“. Ihm sei wichtig, das Potential vor Ort noch „ein Stück weit mehr“ zu nutzen. „Wir sind nicht nur da, wir sind aktiv“, lobt Brasch. Lob gelte auch den Vereinen und Umweltverbänden vor Ort, die sich in die Planungen eingebracht und das Projekt konstruktiv begleitet hätten, und dem Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum im Kreis.

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