Kleiner Vogel sorgt für große Freude

Milde Winter begünstigen Eisvogel-Population im Main-Kinzig-Kreis

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Grazil und flink: Der Eisvogel hat sich an den naturnahen Gewässern im Main-Kinzig-Kreis etabliert. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kommen die Naturschützer, die drei Jahre Fakten gesammelt haben.

Viele Menschen kennen den farbenprächtigen, aber sehr scheuen Vogel nur aus der hessischen Bierwerbung – doch im Main-Kinzig-Kreis ist er fast überall beheimatet.

Als vielleicht schönster Vogel unserer heimischen Tierwelt repräsentiert der Eisvogel Klarheit, Reinheit und Natur pur. Der grazile kleine Fischjäger ist nicht nur schnell wie der Blitz, er steht auch sinnbildlich für naturnahe und saubere Fließgewässer und die Schönheit der heimischen Natur. 

Der Naturschutzbund (Nabu) Main-Kinzig untersucht mit seinem „Arbeitskreis Eisvogel“ den scheuen Jäger im Kreisgebiet bereits seit Beginn der 80er Jahre, berichtet die Biologin und Kreisvorstandssprecherin Sibylle Winkel. In dieser Zeit haben die Aktiven viel Wissenswertes und zahlreiche wichtige Naturschutzinformationen zum Eisvogel zusammengetragen. 

Bestände des Eisvogels haben Zukunft im Main-Kinzig-Kreis

Rund 40 Jahre nach Gründung des Arbeitskreises Eisvogel Main-Kinzig sind die Bestände im Kreisgebiet und der Stadt Hanau in einem „günstigen Erhaltungszustand“, wenngleich punktuell an vielen Stellen im Kreisgebiet noch Handlungsbedarf bestehe. Das ist das wesentliche Ergebnis des aktuellen Eisvogelberichtes, der von den Nabu-Experten Dr. Matthias Kuprian, Thomas Mathias, Sibylle Winkel und weiteren Naturbeobachtern für die vergangenen drei Jahren erstellt worden ist. 

Die aktuellen Brutzeitbeobachtungen der Jahre 2017 bis 2019 deuten darauf hin, dass die von Florian Winter 2015 im Rahmen einer Masterarbeit festgestellten Brutreviere ganz überwiegend besetzt sind. „Mehrere Jahre ohne drastische Winterverluste haben mit zu diesem Ergebnis geführt“, freut sich Sibylle Winkel. Es ist sogar davon auszugehen, dass im Kreisgebiet weitere bislang noch nicht exakt erfasste Reviere bestehen, so etwa im Bereich des Stausees bei Steinau. 

Neue Revierhinweise gibt es für den Bereich des Fallbachs, den Graf-Dietrichs-Weiher, den Steinaubach und der Bereich Sinn/Jossa. Unklar ist die Situation im Bereich der mittleren Kinzig. Das künftige Monitoring soll dort gezielt ansetzen, um die Lücken zu schließen. Die Aktivitäten des Arbeitskreises werden künftig auch stärker die neuen Beobachtungsplattformen wie „Naturgucker“ nutzen. Dabei gilt es, auch die Folgen des Klimawandels und neu auftretender Feinde wie Mink und Waschbär in den Fokus zu nehmen, die möglicherweise Einfluss auf die Bestandsentwicklung haben. 

Naturschutzbund will Eisvogel-Habitat im Main-Kinzig-Kreis noch mehr verbessern

Zu klären gilt es auch, wo die bevorzugten Winterstandorte der Art sind. Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises ist die Verbesserung der Eisvogel-Habitate durch Bereitstellung von Brutstandorten, Entfernung von Gefährdungsquellen wie Stacheldrahtüberspannungen über Fließgewässer und Besatz ausgewählter Teiche mit Kleinfischen. Dies wird bereits sehr erfolgreich an Teichen im Kreisgebiet umgesetzt, die im Eigentum der Naturschützer sind oder vom Nabu betreut werden.

 „Der Nabu wird künftig auch verstärkt die amtliche Maßnahmenplanung der Naturschutzgebiete nutzen, um Habitat-Verbesserungen und die Minimierung von Gefährdungen und Beeinträchtigungen zu erreichen“, berichtet Biologin Winkel abschließend.

Informationen Weitere Infos zum Arbeitskreis Eisvogel gibt es im Internet. Dort kann auch der komplette Dreijahresbericht heruntergeladen werden. ›› nabu-mkk.de

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