1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Kinzig-Kreis
  4. Neuberg

CDU will die Kosten drücken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Holger Weber-Stoppacher

Kommentare

Für die Ackerlösung neben dem Rewe: CDU-Fraktionschef Federico Theilen schlägt dort eine Baulandumlegung vor.
Für die Ackerlösung neben dem Rewe: CDU-Fraktionschef Federico Theilen schlägt dort eine Baulandumlegung vor. © Reinhard Paul

Neuberg – Zu teuer und am falschen Platz. Am Tag vor der heutigen Entscheidung über den Standort des geplanten Feuerwehrgerätehauses in Neuberg hat die CDU sich als größte Oppositionspartei im Gemeindeparlament noch einmal deutlich positioniert. „Wir halten es für einen Fehler, das Gebäude auf dem Gelände des bestehenden Bolzplatzes zu bauen, wie es die Verwaltung und Bürgermeister Jörn Schachtner (SPD) möchten“, sagte Theilen gestern bei einer Ortsbesichtigung auf dem Parkplatz des Rewe-Markts.

„Stattdessen wollen wir das Gelände als Treffpunkt für die Jugendlichen erhalten“, fügte er hinzu.

Zur Erinnerung: Der Haupt- und Finanzausschuss hatte in der vergangenen Woche mit der Stimmenmehrheit der Sozialdemokraten die Empfehlung für den Bolzplatz als Standort gegeben. Es ist also davon auszugehen, dass auch heute in der Gemeindevertreterversammlung das Votum für die Bolzplatz ausfallen wird. Zur Kompensation wollen Bürgermeister, Verwaltung und SPD ein neues Kleinspielfeld mit Kunstrasenplatz auf der nahe gelegenen zentralen Sportanlage in Neuberg schaffen.

Das Hauptargument von Bürgermeister und Verwaltung für den Bolzplatz sind die Kosten, denn das rund 9000 Quadratmeter große Areal ist bereits im Besitz der Gemeinde und muss somit nicht mehr gekauft werden. Der von der CDU favorisierte Acker neben dem Rewe-Markt müsste von der Gemeinde zunächst für rund 600 000 Euro erworben werden. Durch den Bau von Zu- und Auffahrt würden die Kosten allein für die Bereitstellung des Standorts nach der Kalkulation, die Schachtner im Ausschuss vorgetragen hatte, auf rund 1,2 Millionen Euro steigen.

Umlageverfahren vorgeschlagen

Dem widerspricht die CDU. Die Christdemokraten schlagen vor, das Land durch ein Umlageverfahren zu einem urbanen Gebiet zu machen, in dem sowohl Gewerbe als auch Wohnbebauung zulässig wären. Dafür müssten die Grundstücke nach Ansicht Theilens nicht gekauft werden. Bei einem Umlegungsverfahren würden 30 Prozent der Flächen an die Kommune gehen. Durch den Verkauf der dann höherwertigen Flächen erhofft sich die CDU sogar noch einen kleinen Gewinn für die Gemeinde. Die Grundstückseigner würden nach diesem Modell durch den Zugewinn entschädigt, der durch den höheren Bodenpreis erzielt würde. „Ich habe dieses Modell im Ausschuss schon häufig zur Sprache gebracht, bin aber bei der SPD damit auf taube Ohren gestoßen“, berichtete Theilen.

Die CDU will nach Aussage ihres Fraktionschefs beim Feuerwehrgerätehaus darüber hinaus auf die Kostenbremse treten. Zunächst waren für das Gebäude rund acht Millionen Euro veranschlagt worden, nach aktuellem Stand soll es noch sechs Millionen kosten. Aber auch das sei zu viel, meint Theilen. Diese Summe übersteige deutlich die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Nach Ansicht der Christdemokraten soll der Maximalpreis rund vier Millionen Euro nicht übersteigen. Dies sei machbar, wie man am Beispiel Mainhausen gesehen habe. Dort hatten die Parlamentarier ein Feuerwehrgerätehaus besichtigt, das in etwa den Ansprüchen Neubergs ähnlich sei, so der CDU-Politiker. In Mainhausen habe man 3,5 Millionen Euro bezahlt, durch die Preissteigerung am Bau werde man diesen Preis jedoch nicht mehr halten können, räumte Theilen ein.

Bestehende Feuerwehrhäuser technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand

Die beiden bestehenden Feuerwehrgerätehäuser in Rüdigheim und Ravolzhausen entsprechen beide nicht mehr den technischen und räumlichen Kriterien, die das Land Hessen festlegt. (Von Holger Weber)

Auch interessant

Kommentare