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Eine Feuerwehr für Neuberg: Ortsteilwehren Ravolzhausen und Rüdigheim sollen zusammengelegt werden

Sowohl bei Ernstfällen als auch bei Übungen schon gemeinsam im Einsatz: die Ortsteilfeuerwehren von Ravolzhausen und Rüdigheim.
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Sowohl bei Ernstfällen als auch bei Übungen schon gemeinsam im Einsatz: die Ortsteilfeuerwehren von Ravolzhausen und Rüdigheim.

Die Ortsteilfeuerwehren Ravolzhausen und Rüdigheim sollen zu einer Einheit zusammengelegt werden. Dies sieht ein Konzept vor, das Gemeindebrandinspektor Uwe Reifenberger sowie sein Stellvertreter Daniel Alt gestern gemeinsam den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses vorgestellt haben. Nach Ansicht der Feuerwehrchefs besteht zum Zusammenschluss keine Alternative. Zudem sei dies der Wunsch der überwiegenden Zahl der Einsatzkräfte. Zentraler Punkt der Planung ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Bereich des Sportzentrums. Geschätzte Kosten: zwischen drei und sechs Millionen Euro.

Neuberg – Hintergrund der Pläne sind die nach Ansicht der Feuerwehr mit großen Mängeln behafteten beiden Feuerwehrgerätehäuser und auch die demographische Entwicklung der Gemeinde, die langfristig die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr gefährde. Zudem seien viele Funktionen doppelt besetzt. Eine einzige Feuerwehr können somit wesentlich effizienter arbeiten, wie Alt und Reifenberger ausführten.

Die Gemeindebrandinspektion sowie Bürgermeisterin Iris Schröder (SPD) wollen auf die Tube drücken, denn bereits 2021 steht die alle fünf Jahre stattfindende Prüfung des Technischen Prüfdiensts Hessen an. „Die Mängel, die dann festgestellt werden, können wir jetzt schon aufzählen“, sagt Reifenberger. Weder in Ravolzhausen noch in Rüdigheim gebe es mittlerweile vorgeschriebene Schwarz-Weiß-Bereiche, wobei es sich um Umkleideräume handelt, in denen die Feuerwehrleute kontaminierte Kleidung abstreifen und sich duschen können. Auch seien die Anfahrtswege für die Feuerwehr in beiden Häusern nicht gesetzeskonform. Das seien alle Aspekte, die auch den Arbeitsschutz für die Ehrenamtlichen beträfen.

Hinzu kommen laut Schröder bauliche Mängel an beiden Gebäuden. In Ravolzhausen hätten sich bereits sichtbare Setzrisse gebildet, zudem sei der Boden der Fahrzeughalle wegen Unebenheiten dringend sanierungsbedürftig. Ähnliche Schäden wurden am Gebäude in Rüdigheim festgestellt, das 1999 und somit ein Jahr vor dem Feuerwehrgerätehaus in Ravolzhausen gebaut worden war. In Frage kommt laut Alt und Reifenberger eigentlich nur der Neubau eines Hauses für eine einzige Feuerwehr in Neuberg. Einer Zusammenlegung an einem der beiden bestehenden Einrichtungen stünden gleich mehrere Gründe entgegen: Zum einen könne dann die Hilfsfrist von zehn Minuten – also die Zeit, die die Einsatzkräfte höchstens von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Brandort benötigen dürfen – nicht eingehalten werden. Zum anderen seien die bestehenden Feuerwehrgerätehäuser bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze, eine Erweiterung sei an keinem der Standorte möglich.

Neuer Standort für Feuerwehr Neuberg ist bereits gefunden

Für den neuen Standort hat die Gemeinde einen Platz gefunden. Das Gerätehaus könnte laut Bürgermeisterin Schröder dort entstehen, wo sich heute am Sportzentrum noch ein Bolzplatz befindet. Über die Kosten können die Verantwortlichen bisher nur spekulieren. Zwischen drei und sechs Millionen Euro würde das Gebäude für die sechs Einsatzfahrzeuge und derzeit 55 Feuerwehrleute kosten. Bei der Kalkulation orientieren sich die Neuberger an ähnlichen Fusionen von Ortsteilfeuerwehren in Freigericht und Rodenbach. In Freigericht sind die Ortsfeuerwehren von Bernbach und Altenmittlau zusammengelegt worden, in Rodenbach waren es die von Oberrodenbach und Niederrodenbach.

In Neuberg soll ein Planungsbüro mit der Kostenermittlung beauftragt werden. Noch in diesem Jahr will Schröder dafür das Einverständnis der Gemeindevertreter holen. Denn wichtig sei vor allem die Beantragung von Fördergeldern.

Stellt sich die Frage, was aus den bestehenden Gerätehäusern wird ? Darüber müsse sich dann die Politik im Ort Gedanken machen, so die einhellige Meinung der beiden Feuerwehrchefs und Bürgermeisterin Schröder. Bedarf gebe es genug für Räumlichkeiten. In Ravolzhausen würde sich beispielsweise die Einrichtung eines Jugendzentrum anbieten, was in Neuberg derzeit dringend gebraucht werde. Bis 2025, so das ehrgeizige Ziel, sollte das Projekt abgeschlossen werden. Die Zustimmung seitens der Einsatzkräfte sei hoch, so Alt und Reifenberger. Bei einer Umfrage, in der die Aktiven die Pläne mit Schulnoten bewerten konnten, habe es einen Durchschnittswert von 1,8 gegeben.

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