Ortszufahrt nach Rüdigheim ab 2023 sechs Monate gesperrt

Kleine Brücke, großer Effekt für Neuberg

Bereits seit 2010 ist nur eine Seite der Brücke befahrbar: Die Brücke soll 2023 erneuert werden. Für die Neuberger bedeutet dies, weite Umwege in Kauf zu nehmen.
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Bereits seit 2010 ist nur eine Seite der Brücke befahrbar: Die Brücke soll 2023 erneuert werden. Für die Neuberger bedeutet dies, weite Umwege in Kauf zu nehmen.

Neuberg – Auf die Neuberger kommt in gut anderthalb Jahren eine echte Belastungsprobe zu. Nach jetzigem Stand soll die Brücke über den Krebsbach am Ortseingang von Rüdigheim 2023 erneuert werden. Dies würde eine sechsmonatige Sperrung der Ortszufahrt nach Rüdigheim notwendig machen. Dies sehen die Planungen von Hessen Mobil vor, die Vertreter der Straßenbehörde am Donnerstagabend im Ausschuss für Bau-, Umwelt und Verkehr vorgestellt haben.

Voraussichtlich im Zeitraum zwischen April und Oktober 2023 soll die Brücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Möglich sei, dass man auch schon im März beginne, präzisierte Julian Becker von der Straßenbaubehörde. Der anvisierte Zeitraum von einem halben Jahr sei das Ergebnis einer sehr optimistischen Rechnung, erläuterten die Fachleute. Eine noch längere Sperrung sei deshalb nicht auszuschließen. Um von Rüdigheim nach Bruchköbel zu fahren, müssten die Neuberger also einen Umweg über Erlensee in Kauf nehmen. Betroffen von der Sperrung wären auch die Buslinien, die von Rüdigheim über Bruchköbel fahren. Die Busanbindung des Ortes werde gewährleistet, sagte Becker. Genaue Pläne der Verkehrswege gibt es jedoch noch nicht. Gegenwärtig befinde man sich in der Phase der Entwurfsplanung, erläuterte Becker. Die Finanzierung des Projekts durch das Land Hessen sei jedoch gesichert.

Bismarckeiche muss geschützt werden

Bereits seit 2010 ist die Brücke, die in den 60er Jahren gebaut worden war, nur einseitig befahrbar. Seitdem laufen auch die Planungen für einen Neubau des Überwegs. Becker nannte gleich zwei Gründe für den späten Baubeginn im Jahr 2023: Zum einen seien in der näheren Region im kommenden Jahr eine Reihe von weiteren Baustellen vorgesehen, die in direktem Zusammenhang mit der geplanten Umleitungsstrecke stünden. Zum anderen müsse die in unmittelbarer Nähe zur Baustelle befindliche Bismarckeiche geschützt werden. Der unter Naturschutz stehende Baum muss ein Jahr vor Beginn der Arbeiten mit einem sogenannten Wurzelvorhang versehen werden, der verhindern soll, dass der Baum durch die Arbeiten austrocknet.

Enttäuschung herrschte am Donnerstagabend in den Reihen der CDU, deren Alternativpläne von Hessen Mobil verworfen worden sind. Die Christdemokraten hatten bereits vor vier Jahren erstmals einen Vorschlag unterbreitet, der nach Ansicht der Partei eine wesentlich kürzere Vollsperrung nach sich ziehen würde. Der Vorschlag sieht vor, den Krebsbach umzuleiten und unter einer noch zu bauenden neuen Brücke durchzuleiten, die parallel zur Straße gebaut würde. Somit könne die Sperrung der Landesstraße auf ein Minimum reduziert werden, erläuterte Fraktionschef Federico Theilen. Der bisher bestehende Bachlauf könnte derweil mit Erde und Beton verfüllt werden und somit einen stabilen Untergrund für die aktuelle marode Brücke liefern. Der Krebsbach würde laut CDU durch den veränderten Verlauf wieder renaturiert. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz am Krebsbach.

CDU-Vorschlag laut Hessen Mobil nicht umsetzbar

Die Fachleute von Hessen Mobil betonten jedoch, dass das Land Hessen nur die Kosten für die Brückenerneuerung trage. Die Kosten einer möglichen Renaturierung gingen dann zulasten der Kommune. Kostenschätzungen gibt es keine, doch machte Bürgermeister Jörn Schachtner klar, dass sich die Gemeinde dies nicht leisten könne. Außerdem, da waren sich alle Beteiligten einig, würde dies den Planungsprozess weiter verlängern und den Neubau der Brücke noch weiter verzögern.

In diesem Zusammenhang äußerte Federico Theilen scharfe Kritik an Hessen Mobil. Mehrfach habe man diesen Vorschlag schriftlich unterbreitet, aber von der Behörde nie eine Antwort bekommen. Somit sei Zeit für eine Alternativplanung verspielt worden, sagte Theilen.

Unter den zahlreichen Gästen im Zuschauerbereich befand sich auch der Unternehmer Heinz-Jürgen Dietz, der in unmittelbarer Nähe der Brücke ein Autohaus betreibt. Er fürchtet, eine sechsmonatige Sperre könnte seine Existenz gefährden.(Holger Weber)

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