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Kritik an Plänen der Neuberger Verwaltung

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Von: Holger Weber-Stoppacher

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Machte die Dringlichkeit für das neue Gebäude deutlich: Neubergs stellvertretender Gemeindebrandinspektor Daniel bei seinen einführenden Worten.
Machte die Dringlichkeit für das neue Gebäude deutlich: Neubergs stellvertretender Gemeindebrandinspektor Daniel bei seinen einführenden Worten. © Reinhard Paul

Neuberg – Keinen leichten Stand hatte gestern Abend Neubergs Bürgermeister Jörn Schachtner (SPD) bei der Besichtigung des möglichen Standorts für das neue Feuerwehrgerätehaus auf dem Bolzplatz oberalb des Sportzentrums. Es waren vor allem die Kritiker, die auf dem Areal das Wort erhoben.

Einführend hatte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Daniel Alt noch einmal auf die Dringlichkeit für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses hingewiesen. Die beiden bestehenden Feuerwehrgerätehäuser in Ravolzhausen und Rüdigheim seien abgängig und entsprächen nicht mehr den geltenden Anforderungen, sie seien beide vom Technischen Prüfdienst des Landes Hessen auf „Rot“ gesetzt worden. Zwar sprach sich Alt nicht offiziell für einen der beiden zur Diskussion stehenden Standorte aus. Dennoch konnte man bei den anwesenden Brandschützern heraushören, dass die Feuerwehr den Bolzplatz gegenüber dem Areal neben dem Rewe-Markt, der zweiten in der Diskussion stehenden Variante, vorzieht. Auch deshalb weil die Fläche 2000 Quadratmeter größer ist. Man benötige Platz für vier Lkw, zwei kleinere Transportfahrzeuge, etwa 40 Parkplätze hinter der Halle sowie ausreichend Platz vor dem Gebäude für Trainingsmaßnahmen, erläuterte Alt. Im zweiten Obergeschoss solle es ein Büro, einen Schulungsraum und auch eine Küche geben.

Schachtner: 1,2 Millionen für Rewe-Areal und Auffahrt zur Landstraße

Bürgermeister Schachtner wiederholte noch einmal seine Argumente. Gegen den Standort neben dem Rewe sprechen für ihn die Kosten, die durch den Ankauf des 7000 Quadratmeter großen Areals sowie die notwendige Anpassung der Landstraße entstünden Dafür allein müssen nach seiner Berechnung 1,2 Millionen Euro aufgebracht werden. Der Bolzplatz hingegen sei Gemeindebesitz. Und auch müssten bei dieser Variante keine Auffahrspuren gebaut werden.

Als Ersatz für den Bolzplatz möchten Schachtner und die Verwaltung bekanntlich einen kleinen Kunstrasenplatz auf dem Neuberger Sportzentrum bauen. Dort müsste die Tartanoberfläche des bestehenden Sportplatzes sowie die anliegende Laufbahn ohnehin saniert werden, erläuterte der Bürgermeister.

Kritik erntete er für seine Pläne jedoch vor allem von der Neuberger Liste sowie der CDU. Deren Vertreter fürchten, dass den Jugendlichen in den Neuberger Ortsteilen durch den Bolzplatz ein letzter Treffpunkt genommen werde. „Wir haben in Neuberg seit Jahren keine richtige Jugendarbeit mehr. Jetzt nehmen wir ihnen auch diesen Platz“, so NL-Fraktionschef Jens Feuerhack. Gemeindevorstandsmitglied Helma Elfriede Theilen (CDU) befürchtete zudem, dass mit dem Bolzplatz der Gemeinde auch ein Festplatz verloren ginge. „In Neuberg hat es schon seit 15 Jahren kein Fest mehr gegeben, die Leute nehmen dieses Areal überhaupt nicht als Festplatz wahr“, entgegnete der Bürgermeister. Er schlug vor, im Rahmen der Ortsentwicklung einen solchen neu zu konzipieren.

Keine Einigkeit bei Sportvereinen

Keine Einigkeit herrscht auch bei den Sportvereinen. Einen Fürsprecher für seine Pläne fand Schachtner mit Peter Hackel, Vorstandsmitglied des FSV Neuberg. Der FSV würde von einem neuen kleinen Kunstrasenplatz profitieren, glaubt er. Dort könnten auch Spiele der F- und E-Jugend ausgetragen werden. Zudem hätten die Kinder dann im Winter eine Spielstätte. Der Bolzplatz hingegen sei immer wieder Ziel von Jugendlichen, die dort Trinkgelage abhielten. Auch Drogenhändler habe man schon dort verscheucht, so Hackel. „So etwas wollen wir hier nicht.“

Antje Plage, die Vorsitzende der TSG Neuberg, sagte, anders als berichtet sei man mit den Plänen der Verwaltung in dieser Form nicht einverstanden. Die TSG benötige den Sportplatz für ihre Aktivitäten. Und es dürfe nicht sein, dass ein Kunstrasen dann nur noch von den Fußballern genutzt werde.

Heute Abend geht die Diskussion ab 19 Uhr in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses weiter. Diese ist öffentlich und findet im Bürgerhaus in Rüdigheim statt. Zuhörer brauchen jedoch Geduld. Denn das Thema ist der vorletzte von insgesamt elf Tagesordnungspunkten. Vorgesehen ist, dass der Ausschuss bereits eine Empfehlung für einen der in Frage kommenden Standorte aussprechen soll. (Von Holger Weber)

Nur Flickwerk: Vor allem die TSG Neuberg will ihren Sportplatz lieber behalten als einen Kunstrasen mit den Fußballern teilen.
Nur Flickwerk: Vor allem die TSG Neuberg will ihren Sportplatz lieber behalten als einen Kunstrasen mit den Fußballern teilen. © -

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