Mehrere Hunderttausend Euro Schaden

Nach Brand auf Sophienhof: Aufräumarbeiten beginnen - Mutmaßlicher Brandstifter weiter in Haft

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Behutsam gehen die Aufräumarbeiten vonstatten: Auf dem Sophienhof sind die Ermittlungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen. Besitzerin Alexandra Götsch möchte die Futterhalle nach alten Plänen wieder aufbauen.

Das Schlimmste sei der nach wie vor bestialische Gestank, sagt Alexandra Götsch. Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Großbrand auf ihrem Sophienhof in Neuberg haben dort langsam die Aufräumarbeiten begonnen. Dabei geht die Familie Stück für Stück vor.

Denn noch immer sind fast täglich Gutachter auf dem Grundstück unterwegs. Aufgrund der Ermittlungsarbeiten müsse das Großreinemachen deswegen noch warten, sagt Götsch. Auch wartet die Familie noch auf die Ergebnisse der Bodenproben, die jetzt entnommen worden sind. Auch die spielen eine wichtige Rolle bei der Frage, wann es weitergehen darf.

Feuerwehrmann am Brandort festgenommen

Das direkt an die Stallanlage angrenzende Futterlager war am frühen Morgen des 26. April vorsätzlich in Brand gesetzt worden. Noch am Brandort war ein 18-jähriger Feuerwehrmann aus Neuberg als mutmaßlicher Täter von der Kriminalpolizei verhaftet und vor seinen Kameraden abgeführt worden.

Wie die Staatsanwaltschaft Hanau auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, sitzt der junge Mann noch immer in Untersuchungshaft. Diese kann bis zu sechs Monate dauern. Bis dahin muss laut Staatsanwalt der Prozess eröffnet werden. Alles spricht dafür, dass der 18-Jährige sich wegen seines Alters vor der Jugendstrafkammer verantworten muss.

Bis zu 400 000 Euro Schaden auf dem Sophienhof

Er steht in Verdacht, nicht nur die mit 900 Heuballen gefüllte Futterhalle angezündet zu haben, sondern auch Autor einer ganzen Serie von Brandstiftungen zu sein, die in Neuberg nach Ostern für große Unruhe gesorgt hatten. Allein auf dem Sophienhof beträgt der Schaden nach Einschätzung der Behörden zwischen 300 0000 und 400 000 Euro. 

Alexandra Götsch beabsichtigt derweil, die Futterhalle wieder so aufzubauen, wie sie vor dem Brand war. Das habe auch den Vorteil, dass nicht mehr neu geplant werden müsse, sondern dass man die alten noch existierenden Pläne der Halle, die 1989 errichtet worden war, noch habe. „Meine Architektin hat mir bereits versichert, dass diese als gute Grundlage dienen könnten“, so Götsch.

Enorme Hilfsbereitschaft befreundeter Landwirte

Das Leben auf dem Hof ist bis auf den besagten Gestank derzeit weder für die Familie noch für die rund 50 Pferde, die auf dem Sophienhof und dem benachbarten Luisenhof einstehen, von Einschränkungen betroffen. Nach dem Brand hatte sich eine Reihe von Landwirten und befreundeten Landwirten bei Alexandra Götsch und ihrem Vater, dem bekannten Turnierausrichter Fritz Steinkrauß, gemeldet und ihre Hilfe angeboten.

Ein Landwirt, Kai Bellgart von den Hirzbacher Höfen, hatte noch am Abend nach dem Brand die ersten Heuballen für die Tiere geliefert. Auch Neubergs Bürgermeisterin Iris Schröder zeigt sich optimistisch, dass das dunkle Kapitel der Brandstiftungen, das mit dem Sophienhof seinen traurigen Höhepunkt gefunden habe, bald abgeschlossen werden könne. „Das große Glück ist, dass die beiden Reiterhöfe gesund sind und gut laufen“, so die Bürgermeisterin.

Auch Gemeinde bietet Hilfe an

Sie habe der Familie die Hilfe der Gemeinde angeboten, wenn es um praktische und technische Hilfe gehe. „Ich bin optimistisch, dass wir schon bald wieder ein schönes Richtfest auf dem Sophienhof feiern können“, sagte Schröder. In der Woche nach dem Brand hatten die Neuberger Gemeindegremien sich noch einmal zu Wort gemeldet und den Einsatzkräften für ihre Arbeit bei den Bränden in den zurückliegenden Wochen gedankt.

„Ihr habt alle bei diesen Einsätzen einen tollen Job gemacht“, hieß es in einer Pressemitteilung von Gemeindevertreterversammlung und Gemeindevorstand.

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