Neuberg

Neuberg sucht Nachfolger von Bürgermeisterin Iris Schröder

Bei der Podiumsdiskussion vor dem Bürgerentscheid zur Fusion waren alle Fraktionen im Parlament auf der Bühne vertreten: Darüber, ob sich dort auch schon mögliche Kandidaten oder Kandidatinnen für die Bürgermeisterwahl befanden, lässt sich freilich nur spekulieren. Archivfoto: Axel Häsler

Neuberg. Spätestens seit dem Bürgerentscheid vor 14 Tagen ist klar: Neuberg muss sich im kommenden Jahr auf die Suche nach einem neuen Gemeindeoberhaupt machen. Bürgermeisterin Iris Schröder (SPD), seit nunmehr 16 Jahren im Amt, wird nicht noch einmal antreten und 2021 in Pension gehen.

Von Holger Weber

Wäre es zu einer Fusion mit Erlensee gekommen, wäre die Wahl bei einer schnellen Einigung der beiden Kommunen unter Umständen überflüssig geworden. Dann hätte man einen gemeinsamen Bürgermeister wählen müssen. Nun aber müssen die Neuberger zur Urne schreiten. Der Wahltag steht noch nicht fest, wohl aber das Austrittsdatum von Iris Schröder. Die Bürgermeisterin wird ihr Amt zum 31. März 2021 übergeben. Naheliegend ist deshalb, dass in der Gemeinde im Herbst gewählt wird.

Bisher hat noch keine Partei einen Kandidaten präsentiert, wenngleich sich abzeichnet, dass es mindestens zwei Kandidaten geben wird. Die Fusionsdebatte hat die Neuberger Politik in zwei Lager gespalten: Da ist die SPD auf der einen Seite, die den Zusammenschluss befürwortet hatte. Und da ist das Trio aus CDU, Bündnis 90/ Die Grünen sowie Neuberger Liste, das den Zusammenschluss verhindern wollte und dies am Ende auch mit einem beachtlichen Ergebnis von 80 Prozent geschafft hat. Es ist offensichtlich, dass der Kampf für Neubergs Eigenständigkeit die drei Fraktionen zusammengeschweißt hat. Und so machen diese auch kein Geheimnis daraus, dass sie einen gemeinsamen Kandidaten stellen wollen, sofern man sich auf einen einigen kann. Und der kommt höchstwahrscheinlich aus der CDU, der größten Fraktion in dem Dreierlager.

Absicht bestätigt

CDU-Fraktionschef Federico Theilen bestätigt die Absicht, nicht noch einmal auf eine Kandidatur verzichten zu wollen. So wie vor sechs Jahren, als gegen Iris Schröder mit Jens Feuerhack von der Neuberger Liste nur ein Gegenkandidat angetreten war. „Damals haben wir uns gedacht, wir verzichten auf eine Kandidatur, um der Gemeinde das Ruhegeld für Frau Schröder einzusparen. Die Voraussetzungen haben sich jetzt aber geändert. Außerdem waren wir mit der Amtsführung unserer Bürgermeisterin bekanntlich zuletzt nicht mehr zufrieden“, sagt Theilen.

Man suche nun also einen Kandidaten, der auch bei der Neuberger Liste und den Grünen Zustimmung finde. Bevorzugt werde ein Kandidat aus Neuberg. Aber Theilen schließt auch nicht aus, einen externen Anwärter zu nehmen. „Priorität hat für uns, dass er kompetent ist.“ Ein Ergebnis der Sondierung werde es dieses Jahr nicht mehr geben. Doch Theilen verrät, dass es bereits Interessenten gebe und auch schon Gespräche geführt würden. Auch Melanie Esch, die Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen, berichtet von mehreren Interessenten: „Ziel ist es, die sehr konstruktive und respektvolle Zusammenarbeit fortzuführen, um im Sinne der Bürger gemeinsam Neuberg weiterzuentwickeln“, so die Grüne.

Weichenstellung Mitte Dezember

Auf der Gegenseite, bei den Sozialdemokraten, will man Mitte Dezember mit der Weichenstellung für die Bürgermeisterwahl beginnen. Am zweiten Adventswochenende treffen sich die Mitglieder des SPD-Ortsverbandes in den Räumlichkeiten der Seniorendependance und gehen für zwei Tage in Klausur. Vorrangig gehe es um den Haushalt, allerdings werde man auch die Bürgermeisterwahl besprechen, sagt Yasmin Schilling, die gemeinsam mit Michéle Richter die Doppelspitze im Ortsverband bildet. Man befinde sich ganz am Anfang des Sondierungsprozesses und habe auch noch keinerlei eingehendere Gespräche geführt.

Schilling, die bis zu ihrem Wechsel zum Kommunalen Center für Arbeit (KCA) im vergangenen Jahr in der Gemeindeverwaltung von Neuberg beschäftigt war, brächte Verwaltungserfahrung mit. Doch eine mögliche Kandidatur möchte sie nicht zum Thema machen: „Mir macht mein Job derzeit sehr viel Freude“, sagt sie. Dennoch strebt sie zumindest bei den Kommunalwahlen einen Platz im Parlament an. Bei den vergangenen Wahlen konnte sie sich aufgrund ihrer Neutralitätspflicht als Verwaltungsangestellte nicht auf die Liste setzen lassen. Als ein möglicher Kandidat wird auch der bisherige Gemeindevorsteher Peter Holzapfel gehandelt. Ende Dezember weiß man mehr.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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