Jörn Schachtner übernimmt das Ruder

Neubergs neuer Bürgermeister im Amt

Gut abgeschirmt: Neubergs neuer Bürgermeister, umgeben von seinen Parteifreunden Christoph Degen (von links) und Yasmin Schilling sowie seiner Frau Nina.
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Gut abgeschirmt: Neubergs neuer Bürgermeister, umgeben von seinen Parteifreunden Christoph Degen (von links) und Yasmin Schilling sowie seiner Frau Nina.
Neubergs Bürgermeister: Jörn Schachtner (links), Iris Schröder und Uwe Hofmann. Es fehlte bei der Amtseinführung nur der erste Verwaltungschef Ehrenfried Kling.

Neuberg – Neuberg hat einen neuen Bürgermeister: Jörn Schachtner hat am Mittwochabend das Amt von seiner Vorgängerin Iris Schröder übernommen. Schachtner war im März im ersten Durchgang zum neuen Verwaltungschef gewählt worden.

Just als Neubergs neuer Bürgermeister seinen Amtseid ablegte, ging über der Gemeinde ein solch heftiger Gewitterregen nieder, dass das Wasser an den Scheiben im Rüdigheimer Bürgerhaus hinunterlief. Er wolle dies nicht als ein schlechtes Omen für seine Amtszeit werten, sagte Jörn Schachtner und winkte mit dem roten Regenschirm, den ihm seine Parteifreunde der SPD kurz zuvor geschenkt hatten.

So als hätten sie das Unwetter geahnt. Oder als ob sie etwa stürmische Zeiten witterten, die auf den neuen Verwaltungschef und Nachfolger von Iris Schröder zukommen könnten.

Große Projekte seiner Amtszeit skizziert

Schachtner, das ließ er in seiner Antrittsrede deutlich werden, möchte alles tun, damit er den Schutzschirm seiner Partei so wenig wie möglich aufspannen muss. Im gut gefüllten Bürgerhaus, in dem die geladenen Gäste auf Sicherheitsabstand und mit Masken saßen, skizzierte er die großen Projekte, die vor ihm liegen: der Lückenschluss zwischen den beiden Ortsteilen Ravolzhausen und Rüdigheim, das neue Feuerwehrgerätehaus sowie die damit einhergehende Fusion der beiden Freiwilligen Feuerwehren, die hausärztliche Versorgung der Gemeinde, die Mobilität der vorwiegend älteren Neuberger Bürgerschaft sowie eine Einrichtung für die Jugendlichen der Gemeinde. All diese Themen sind in der Neuberger Kommunalpolitik eigentlich nicht Gegenstand einer politischen Diskussion. Es besteht in allen Parteien ein Bewusstsein für die Notwendigkeit, dass in den besagten Bereichen Lösungen und Konzepte gefunden werden müssen. Allenfalls in der Ausgestaltung der Lösungsfindung könnten die Meinungen in dem mit vier Fraktionen besetzten Gemeindeparlament unterschiedlich sein. Deshalb wird es Schachtners Aufgabe sein, eine moderierende Rolle einzunehmen. Doch der 46-Jährige, der noch bis Ende des Monats im Schuldienst sein wird, ist auch als ein Impulsgeber gefragt, wie Brigitte Hack-Gieltowski als Repräsentantin der Gemeindemitarbeiter in ihrem Grußwort unterstrich.

Fleiß und Wissbegierigkeit gelobt

Schachtners Vorgängerin Iris Schröder, deren Amtszeit am gleichen Abend nach 18 Jahren zu Ende ging, gab sich zuversichtlich, dass ihr Nachfolger die Anforderungen bewältigen werde. Den Weg zum Amt habe er mit Bravour zurückgelegt. Angesichts seines Fleißes und seiner Wissbegierigkeit, mit er sich bereits auf sein Amt vorbereitet habe, sei sie überzeugt, dass Neuberg die richtige Entscheidung getroffen habe, sagte Schröder.

Schachtner hatte sich bei der Wahl am 14. März mit knapp 53 Prozent aller Stimmen gleich im ersten Wahlgang gegen drei weitere Mitbewerber durchgesetzt.

Landrat Stolz: „Bürgermeisteramt eine Berufung“

Landrat Thorsten Stolz lud Schachtner ein, wie seine Vorgängerin Iris Schröder die kurzen Dienstwege ins Landratsamt zu nutzen, und wünschte dem neuen Verwaltungschef starke Nerven für seine Amtszeit. „Das Amt des Bürgermeisters ist kein normaler Beruf. Es ist vielmehr eine Berufung“, sagte Stolz. Als Sportler bringe Schachtner die nötige Ausdauer mit, die es bei der Bewältigung vieler kommunaler Herausforderungen brauche: „Nicht alles ist kurz- oder mittelfristig umsetzbar“, so Stolz. Schachtner bringe zwei wesentliche Voraussetzungen mit, so der Parteifreund aus Gelnhausen: Er sei fest verwurzelt und ein Teil der Neuberger Gesellschaft. Das Wahlergebnis von 53 Prozent sei der Beweis dafür, dass die Neuberger die Begeisterung gespürt hätten, die er für sein Amt mitbringe. Zudem sei er als erfahrener Lehrer auch kommunikationsstark und habe es gelernt, verschiedene Meinungen zusammenzuführen und Entscheidungen zu treffen.

Schachtner selbst versicherte den Bürgern, dass er ein Bürgermeister für alle sein wolle, sowohl für die Rüdigheimer als auch die Ravolzhausener. (Holger Weber)

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