Bürgermeisterwahl Neuberg

Schachtner hat das Vertrauen der Neuberger

Der strahlende Sieger: Jörn Schachtner wird neuer Bürgermeister von Neuberg.
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Der strahlende Sieger: Jörn Schachtner wird neuer Bürgermeister von Neuberg.

Die Sozialdemokraten haben im Neuberger Rathaus auch weiterhin das Sagen. Jörn Schachtner wird neuer Bürgermeister der Gemeinde und im Sommer Iris Schröder beerben, die nach 18 Jahren in Pension gehen wird. Schachtner erreichte bei den Bürgermeisterwahlen mit 52,8 Prozent die absolute Mehrheit und braucht trotz dreier Mitbewerber nicht einmal in die Stichwahl zu gehen.

Neuberg – Alle anderen Kandidaten blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Walter Bernges, der für die CDU ins Rennen gegangen war, erreichte 27,3 Prozent der Stimmen, Melanie Esch von den Grünen kam nur auf 13,5 Prozent und Jens Feuerhack (Neuberger Liste) war mit 6,3 Prozent weit abgeschlagen Vierter.

Nur in zwei Wahllokalen unter der 50-Prozent-Marke

Schachtner war in allen sechs Wahllokalen und auch in den zwei Briefwahlstimmbezirken der klare Gewinner. Nur in den Wahllokalen Kita Brummkreisel und in der Seniorendependance in Ravolzhausen blieb er knapp unter der 50-Prozent-Marke.

Dennoch waren es zwei überaus spannende Stunden, bis feststand, dass es Schachtner bereits im ersten Wahlgang schaffen würde. Zeitweise lag er nur wenige Zehntel-Punkte über der 50-Prozent-Marke. „Ich bin sehr glücklich und freue mich über das Vertrauen der Neuberger“, sagte er gestern Abend.

Verhärtete Fronten aufbrechen

Der Wahlsieger verfolgte die Auszählung von zu Hause aus. Er habe daran geglaubt, dass  er es im ersten Wahlgang schaffen könne, sagte Schachtner, der als Verwaltungschef nun das Vertrauen auch der anderen Parteien im Gemeindeparlament gewinnen muss. Keine leichte Aufgabe angesichts eines teilweise rauen Tons im Wahlkampf. „Ich werde alles tun, um die verhärteten Fronten aufzubrechen.“

Ein Blick in die Wahlprogramme aller Kandidaten und auch aller Neuberger Parteien zeige, dass die Schnittmenge sehr groß sei und man politisch in vielen Bereichen sehr nahe beieinander liege, sagte Schachtner. Für das erste Jahr kündigte er bereits eine Reihe von Zielen an: „Wir werden jetzt den Waldkindergarten angehen, die Jugendarbeit in der Gemeinde wiederbeleben und auch am Beitritt zum gemeinsamen Ordnungsamtsbezirk mit den Gemeinden Hammersbach und Ronneburg arbeiten, zeigte Schachtner gleich Tatendrang. Zu den ersten Gratulantinnen gehörte die noch amtierende Bürgermeisterin Iris Schröder. „Ich wusste, dass Jörn es im ersten Wahlgang schaffen würde“, freute sie sich über das Ergebnis ihres Parteifreunds.

Bernges ein fairer Verlierer

Auch Walter Bernges, der CDU-Kandidat, gratulierte Schachtner noch am Wahlabend. „Die Menschen haben sich für den Jüngeren entschieden“, sagte Bernges. „Mein Alter und die Tatsache, dass ich schon Rentner bin, hat den Wähler wohl abgeschreckt“, so der Ravolzhausener. Mit den knapp 30 Prozent sei er jedoch zufrieden, nur der Abstand zu Schachtner hätte geringer sein können, fand Bernges, der erst im Dezember seine Kandidatur erklärt hatte. Enttäuschung lag hingegen in der Stimme von Jens Feuerhack, dem Kandidaten der Neuberger Liste. „Ich hätte mir deutlich mehr als 6,3 Prozent erwartet, sagte er. Den Sieg des SPD-Kandidaten kommentierte Feuerhack so: „Vor einem Jahr hat Neuberg gegen die Fusion gestimmt, diesmal haben die Wähler dafür gestimmt.“ Die Wahlbeteiligung war mit 60,3 Prozent niedriger als beim Bürgerentscheid über die Fusion mit Erlensee vor einem Jahr, bei dem knapp 70 Prozent der Neuberger teilgenommen hatten. (Holger Weber)

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