Entwicklung der Höchster Straße in Eichen

Bauausschuss Nidderau diskutiert über Seniorenzentrum und Kita-Anbau

Kita in Verbindung mit APZ: Die von den Befürwortern des Standorts Höchster Straße bevorzugte Variante 4 des Büros Heitzenröder Architekten aus Hanau zeigt das Seniorenzentrum (braun) mit Anbindung an die bestehende Kita (rechts davon). So könnten zwei Kita-Gruppen in dem APZ-Neubau untergebracht werden. Für den Spielplatz bliebe so die größte Fläche in Kombination mit dem APZ übrig. 
Grafiken: Heitzenröder Architekten
+
Kita in Verbindung mit APZ: Die von den Befürwortern des Standorts Höchster Straße bevorzugte Variante 4 des Büros Heitzenröder Architekten aus Hanau zeigt das Seniorenzentrum (braun) mit Anbindung an die bestehende Kita (rechts davon). So könnten zwei Kita-Gruppen in dem APZ-Neubau untergebracht werden. Für den Spielplatz bliebe so die größte Fläche in Kombination mit dem APZ übrig. Grafiken: Heitzenröder Architekten

Seit Monaten wird die Debatte um den Bau eines Alten- und Pflegezentrums an der Höchster Straße in Eichen emotional geführt. Nun steigt der Druck für eine Entscheidung aufgrund von Fördergeldern für den Ausbau der benachbarten Kita.

Nidderau – CDU und FWG halten den Standort aus mehreren Gründen für ungeeignet, eine Initiative kämpft um den Erhalt des Spielplatzes in seiner jetzigen Form. Die Koalition von SPD und Grünen hatte beschlossen, den Plan für ein Seniorenheim in Kooperation mit den Alten- und Pflegezentren Main-Kinzig weiter zu verfolgen. Zuletzt hatte die SPD mit ihrem designierten Bürgermeister und Fraktionsvorsitzendem Andreas Bär einen runden Tisch zu dem Thema vorgeschlagen.

Dass für die Suche nach einem Kompromiss nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, wurde am Montagabend im Struktur- und Bauausschuss deutlich. Nicht nur, dass der Kommunalwahlkampf eine sachliche Diskussion erschwert – auch die Beanspruchung von Fördermitteln für die bereits beschlossene Erweiterung der benachbarten Kindertagesstätte um zwei Gruppen fordert eine Positionierung von den Fraktionen.

Fördermittel für Kita-Erweiterung

„Für die Erweiterung der Kita in Eichen wurde der Bauantrag sowie der Förderantrag fristgerecht am 27. September 2019 eingereicht“, heißt es dazu in der am Montagabend diskutierten Verwaltungsvorlage zur Beauftragung des Hanauer Architekturbüros CNK Planungsgesellschaft mit den Leistungsphasen 5 bis 9. „Eine Zusage zur Förderung über das Landesinvestitionsprogramm ‘Kinderbetreuung’ 2020 bis 2024 sei vom Main-Kinzig-Kreis für Januar 2021 „konkret in Aussicht gestellt“, wobei Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) betonte, dass es noch keinen schriftlichen Bescheid gebe. „Gemäß Richtlinien des Förderprogrammes muss 20 Wochen nach Erhalt des Förderbescheides mit der Ausführung der Baumaßnahme begonnen werden. Demnach muss die Planung weiterbearbeitet werden und unmittelbar mit der Ausführungsplanung des Bauvorhabens begonnen werden“, so die Vorlage weiter.

Vor allem für die Koalitionsfraktionen von SPD und Grünen bedeutet die Situation ein gewisses Dilemma. Denn ein gewichtiges Argument für den Bau des Seniorenheims an der Höchster Straße ist die Anmietung von Räumen im geplanten APZ-Gebäude für die benötigten Kita-Gruppen. Ein Kita-Anbau wäre damit hinfällig.

SPD-Fraktionschef Bär: „Konkurrierende Situation“

„Wir sollten der Fairness halber sagen, dass wir hier zwei konkurrierende Situationen haben“, meldete sich SPD-Fraktionschef Bär am Montag als erster zu diesem Tagesordnungspunkt. „Das Problem ist, dass wir ja nicht wissen, wie es mit dem APZ weitergeht, zu dem es einen runden Tisch geben soll. Eines will ich aber festhalten, um falschen Schlussfolgerungen vorzubeugen: Wenn wir heute Abend für die Beauftragung der weiteren Planungsphasen stimmen, bedeutet das nicht, dass das APZ damit automatisch hinfällig ist.“

Genau diesen Schluss hatte die CDU Nidderau bereits in einer am Montagmittag versendeten Pressemitteilung gezogen: „Auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zum aktuellen Sachstand des bereits beschlossenen Anbaus der Kita in Eichen, teilte die Verwaltung mit, dass die zurzeit bereits vorliegenden Pläne hierzu gültig seien, und dass die Förderung eine Veränderung der Planung ausschließe, was bedeutet, dass ein Anbau der oben genannten Kita grundsätzlich möglich und gesichert ist“, so die Christdemokraten. „Dadurch entfällt nach Ansicht der CDU nicht nur die teure Anmietung von Räumen im geplanten Alten- und Pflegezentrum (APZ), sondern auch das APZ als solches kann in seiner bisher geplanten Form, nicht umgesetzt werden.“

Bau von Seniorenheim für FWG und CDU nun hinfällig

FWG-Abgeordnete Anette Abel argumentierte im Ausschuss in die gleiche Richtung: „Sie, Herr Bär, wären also bereit, 150 000 Euro weitere Planungskosten und die Landesfördermittel von 500 000 Euro für den Kita-Anbau in den Sand zu setzen, wenn am Ende doch eine Entscheidung für das APZ fällt? Entweder Kita-Anbau oder die bevorzugte APZ-Variante 4 – beides auf einmal geht aus Platzgründen nicht. Wenn wir uns heute Abend für die weitere Planung des Anbaus entscheiden, bin ich nicht bereit, an einem runden Tisch, der noch gar nicht beschlossen wurde, über ein APZ an diesem Standort nachzudenken.“

Kita mit Anbau: Auch in diesem Fall wird ein Stück des Spielplatzes als zusätzliche Freifläche für die Kita benötigt. Käme noch ein Seniorenheim hinzu, müsste dieses weiter an die Nidderhalle rücken.

Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und Steffen Schomburg, Fachbereichsleiter Bauwesen, wiesen darauf hin, dass zurzeit noch geprüft werde, ob auch eine Landesförderung für die Integration der Kita-Räume im APZ infrage käme. Es komme darauf an, welche Lösung am Ende die günstigste sei. „Wir haben die Planung für den Kita-Anbau auf Beschluss der Gremien vorangebracht“, schilderte Schomburg den bisherigen Verlauf aus Sicht der Verwaltung. „Dann kam die Idee, Räume für die Kita im APZ anzumieten. Wenn beide Bauvorhaben umgesetzt werden sollen, müsste das Seniorenheim eben noch weiter an die Nidderhalle heranrücken.“

Ausschuss stimmt für weitere Planung des Kita-Anbaus

Am Ende entschied sich der Ausschuss einstimmig für die Beauftragung der weiteren Planung des Kita-Anbaus für 153 400 Euro, um die Option auf die Landesfördermittel von 500 000 Euro zu wahren. Dann bliebe vom Spielplatz in seiner jetzigen Form allerdings noch weniger übrig. Der Ball liegt weiter im Feld der Politik. Einen Kompromiss zu finden, gleicht unter diesen Umständen einer Quadratur des Kreises.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare