Neustart nach Corona

Blasorchester Nidderau lädt Bewerber für Dirigentenstelle im Juli zu Probeterminen ein

Das Blasorchester Nidderau wird seit Februar 2020 von Luna Leipold (rechts) als Vizedirigentin dirigiert. Sechs Bewerber haben sich für die freie Dirigentenstelle gemeldet. Die Probedirigate sollen im Juli stattfinden.
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Das Blasorchester Nidderau wird seit Februar 2020 von Luna Leipold (rechts) als Vizedirigentin dirigiert. Sechs Bewerber haben sich für die freie Dirigentenstelle gemeldet. Die Probedirigate sollen im Juli stattfinden.

Das Blasorchester Nidderau ist trotz Corona auf einem guten, kreativen Weg. Online-Proben und ein Online-Stammtisch förderten den Zusammenhalt während der Pandemie. Aktuell sucht das Orchester einen neuen Dirigenten. Bis zur Entscheidung gestaltet Vizedirigentin Luna Leipold den Übergang mit viel Leidenschaft und großem Engagement.

Nidderau – Frauke Blum, beim Blasorchester für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bestätigt, dass die Musiker dank Leipold die Corona-Pandemie bisher sehr gut überstanden haben. Leipold ist seit Februar 2020 Vizedirigentin. Sie organisierte viele regelmäßige Satzproben mit den verschiedensten Registern.

Sowohl für das Stammorchester als auch für Kinder entwickelte sie ein breit gefächertes Online-Angebot. „Ich habe die Proben entsprechend nach dem gewünschten Programm organisiert“, sagt Leipold. Zu den Registern im Orchester zählen Saxophone, Trompeten, Posaunen oder Schlagzeug, auch Flöten und Klarinetten. Wöchentlicher Unterricht in Kleingruppen erfolgte auch mit den Bonbinis.

Proben fanden online statt

Für die Erwachsenen wurde der Unterricht sehr flexibel gestaltet. Für den Onlineunterricht wurden Videotelefonie-Programme genutzt, wie Zoom, Skype sowie Jamulus. „Letzteres Programm ist dafür eingerichtet, dass Musiker weltweit über eine große Entfernung miteinander musizieren können. Es gibt nur eine Tonverbindung, kein Bild“, sagt Leipold.

Der Unterricht sei immer nach Absprache mit den einzelnen Gruppen erfolgt. Während der Proben arbeitete Leipold im Detail an Artikulation und Dynamik. „Für mich war es eine tolle Erfahrung, die Musiker im einzelnen spielen zu hören“, sagt Leipold, die Grundschullehramt in Verbindung mit Musik studiert. Sie unterrichtet mehr als 50 Schüler, auch in anderen Vereinen sowie Kirchengemeinden in Gießen. Im Vergleich zur Liveprobe sagt sie, fehle bei einer Online-Probe das direkte Feedback. Es sei das motivierendere Musizieren, das direkte Feedback zu haben. Leipold hat das Dirigat von Andreas Weil übernommen, der von 2014 bis 2020 Dirigent des Blasorchesters war und zum Jahresende 2020 aufgehört hat. Weil beendete seinen Job, „weil er wieder mehr Zeit in die Posaune investieren wollte“. Er spielt im Polizeiorchester Rheinland-Pfalz.

Sechs Dirigenten haben sich beworben

Die zweite Vorsitzende Selina Hilgert sagt, dass die Suche nach einem Dirigenten sehr viel Arbeit sei. „Wir mussten die Ausschreibung vornehmen, die Bewerbungen sichten, führten online Bewerbungsgespräche und haben eine Vorauswahl getroffen.“ Beworben hätten sich sechs Dirigenten aus dem Taunus und Frankfurt.

Sind auf den neuen Dirigenten gespannt: Zweite Vorsitzende Selina Hilgert (links) und Frauke Blum, zuständig für die Pressearbeit des Blasorchesters Nidderau.

Die Probedirigate mit Vorspiel seien für Juli terminiert. Das gesamte Orchester werde über den neuen Dirigenten entscheiden. Die Chemie und auch der musikalische Bereich müssten stimmen. Viele Bewerber sind Berufsmusiker oder haben schon lange ein Orchester geleitet. „Es kommt auch darauf an, ob wir mit dem Dirigat zurecht kommen“, sagt Hilgert. Zum Repertoire des Blasorchesters zählen poppige, rockige Stücke, Schlager, sinfonische Blasmusik zu den Konzerten, Filmmusik und auch Stücke aus Musicals“, sagt Leipold.

Open-Air-Konzert im Herbst geplant

45 Musiker spielen im Orchester. Wegen der Geselligkeit wurde donnerstags ein Online-Stammtisch eingerichtet. „Wir proben jetzt ein Programm für ein eventuelles Open-Air-Konzert im Herbst. Einen Termin gibt es noch nicht“, sagt Hilgert.

Blum weist darauf hin, dass das finanzielle Polster des Vereins aufgrund fehlender Auftritte abgenommen habe. Noten und der Dirigent müssten unter anderem finanziert werden. Auch das eigene Vereinsheim müsse gepflegt werden. „Wir haben die Kasse teils durch Spenden aus eigenen Reihen aufgebessert“, sagt Hilgert. Geprobt während der Pandemie wurde auf dem Parkplatz vor dem Vereinsheim. Drei Vereine in Nidderau stellten dafür solidarisch ihre Hallen zur Verfügung. Die Probestunden finden in der Kultur- und Sporthalle sowie der Willi-Salzmann-Halle statt.

Schülerorchester startet nach den Sommerferien

Neue Mitglieder und Musiker sind beim Blasorchester willkommen. Nach den Sommerferien bietet Leipold wieder ein neues Schülerorchester an. Das Konzept heißt „Spielen und lernen“. Kinder lernen ohne Vorerfahrung ein Instrument. Auch Erwachsene dürfen dazu kommen. Interessierte können sich per E-Mail an den Vorstand wenden unter vorstand@bon-nidderau.de. Der Verein nimmt auch gerne Spenden für eine musikalische Gegenleistung entgegen. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet.

» blasorchester- nidderau.de

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