Kommunalwahl

CDU Nidderau setzt auf Gemeinschaft und Kontrollfunktion

Die Wahlurnen, die zur Bürgermeisterwahl im November 2020 in den Nidderauer Wahllokalen wie hier im Familienzentrum im Einsatz waren, werden am 14. März zur Kommunalwahl wieder gebraucht.
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Die Wahlurnen, die zur Bürgermeisterwahl im November 2020 in den Nidderauer Wahllokalen wie hier im Familienzentrum im Einsatz waren, werden am 14. März zur Kommunalwahl wieder gebraucht.

Den Erfolg ihrer politischen Arbeit misst die CDU Nidderau an der Bürgernähe. Der Mitgliederzuwachs beweise dies überdeutlich, wie die Christdemokraten betonen. Etwa 150 Parteibücher konnten der Stadtverbandsvorsitzende Otmar Wörner und sein Team nach eigenen Angaben in der zu Ende gehenden Wahlperiode verteilen. Anregungen aus der Bürgerschaft würden durch die intensive Arbeit in den Ortsbeiräten, die öffentlichen Fraktionssitzungen und den lebhaften Austausch aufgenommen und ins Parlament getragen.

Nidderau – Das betonte die Fraktion auch in den jüngsten Haushaltsberatungen, etwa wenn es um Themen wie Straßensanierung oder Belebung des Pfaffenhofs in Erbstadt geht. Auch wenn der finanzpolitische Sprecher Klaus Knapp in der Haushaltsrede einräumte, dass es der CDU diesmal nicht vorrangig um Sparvorschläge gegangen sei, so sieht die Fraktion die „Überwachung der politischen Mehrheit“ und der Haushaltspolitik als ihre wichtigste Aufgabe an. Haushalts-Themen sollten auch künftig von einer breiteren Öffentlichkeit mitverfolgt und hinterfragt werden, wünscht sich die Partei, auch wenn dies ein trockenes und teilweise schwieriges Thema sei. Aber: „Es geht um unser aller Geld.“

Otmar Wörner, Nidderauer CDU-Vorsitzender und Spitzenkandidat

Doch die Partei nennt auch weitere Erfolge, die sie für sich verbucht. Etwa die Errichtung einer Gedenkmöglichkeit für Sternenkinder auf dem Friedhof in Heldenbergen, Sonnenschutz auf Spielplätzen, WLAN-Förderung im öffentlichen Raum oder eine Zusatzrentenversicherung für aktive ehrenamtliche Feuerwehrleute.

Das Team ist der Star

Schwachstellen ihrer Politik können die CDU-Fraktion und der Parteivorstand nicht erkennen. Es sei in den letzten Jahren gelungen, die Bekanntheit der CDU-Vertreter zu steigern. Jüngstes Beispiel sei das gute Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl im November. Ein kameradschaftliches Miteinander in Partei und Fraktion zeichne die CDU-Familie aus. „Es ist jedes offene Wort möglich und gemeinsam wird um eine für alle vertretbare Position gerungen“, betont Wörner. Der postulierte „Neue Schwung“ und das Teamwork soll sich auch auf den Wahlplakaten wiederfinden, auf denen sich unter anderen Wörners Frau Lucia Wörner-Böning (Mitgliederbeauftragte) und die Listenzweite Christina Schneider als stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende oder die Stadtteilkandidaten wiederfinden.

Christina Schneider, stellvertretende Vorsitzende und Zweitplatzierte auf der CDU-Liste

„Die CDU-Listen sind länger, als auf den Wahlzetteln gedruckt werden kann“, betont die Partei. „Der Drang der Mitglieder, sich mit ihren Themen einbringen zu wollen, ist groß.“ Basis der Politik soll vernünftiges Wirtschaften und Haushalten sein. Dafür war die Fraktion in den Haushaltsberatungen auch bereit, Millionen in die Hand zu nehmen. Unter Nachhaltigkeit verstehe die CDU, dass bestehende Einrichtungen wie Bürgerhäuser, Straßen und Wege sowie Grünanlagen erhalten, modernisiert und saniert werden. Immer neue „Prestigeobjekte“ wie eine zentrale Sportanlage aufzuziehen, produziere hingegen neue Kosten. Familien entlasten durch die Senkung von Grundsteuern und Kita-Gebühren, die wohnortnahe Versorgung mit Lebensmittelhändlern und Ärztehäusern – alles Wünsche, die wohl jede Partei in Nidderau unterschreiben würde. Doch wie soll die Finanzierung aussehen?

Kernanliegen ist die Förderung von Gewerbe

„Ein Kernanliegen ist die Förderung des heimischen Gewerbes für mehr Gewerbesteuereinnahmen und wohnortnahe Arbeitsplätze“, antwortet die CDU, womit sie ebenfalls nicht allein dasteht. Dass die Gewerbesteuer nicht von heute auf morgen fließt und besonderen Schwankungen unterliegt, mussten allerdings auch schon andere Kommunen im Main-Kinzig-Kreis wie Großkrotzenburg oder Langenselbold schmerzlich feststellen.

Doch wie sind nun die Erfolgsaussichten der CDU? „Wir werden stärkste Fraktion“, gibt sich CDU-Chef Wörner selbstbewusst. Bei der Bürgermeisterwahl sei man nah dran gewesen. Kandidat Phil Studebaker gehöre auch im Kommunalwahlkampf zum Führungsteam. Es gelte, die Anhänger noch stärker zu mobilisieren. „Jede Stimme zählt.“

Vorsitzender Wörner: „Extreme Konfrontation bringt niemanden weiter“

Zudem habe die Partei dazugelernt, versichert Wörner. „Extreme Konfrontation mit dem politischen Gegner bringt niemanden weiter“, sagt das Magistratsmitglied auch mit Blick auf die teils populistischen und beleidigenden Debatten von allen Seiten in den sozialen Medien. Auch parteiintern habe man sich dazu Gedanken gemacht und das eine oder andere Gespräch geführt. „Nach der Wahl müssen wir ja auch in der Stadtverordnetenversammlung wieder zusammenarbeiten für das gemeinsame Ziel, die Stadt nach vorne zu bringen. Wir sind da nach allen Seiten offen.“ (Jan-Otto Weber)

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