Beratung

Ex-Hausärztin Dr. Ronner-Gockert ist nun Pilzsachverständige für Nidderau

Drei Steinpilze wachsen eng beieinander.
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Steinpilze gehören zu den beliebtesten Speisepilzen.

Herbstzeit ist Pilzzeit. Auch in den Wäldern rund um Nidderau trifft man derzeit auf Pilzesammler. Doch es braucht Erfahrung und Wissen, um sich keine giftigen Gewächse in den Korb zu legen. Pilzsachverständige können bei Unsicherheit beraten. Die ehemalige Erbstädter Hausärztin Dr. Ursula Ronner-Gockert hat sich auf diesem Gebiet weitergebildet und kürzlich ihre Prüfung abgelegt.

Nidderau – Mitte September besuchten Erster Stadtrat Rainer Vogel und die Leiterin des Fachbereichs Umwelt, Katja Adams, die frischegeprüfte Pilzsachverständige, um zur bestandenen Prüfung zu gratulieren. Anhand zahlreicher gesammelter Exemplare verschaffte Ronner-Gockert ihren Gästen einen Überblick über die Pilzflora – oder auch Funga – im Stadtgebiet. „Natürlich gibt es mittlerweile auch Bestimmungsapps für Smartphones, aber diese technischen Bestimmungshilfen ersetzen keinen erfahrenen Sachverstand“, so Erster Stadtrat Vogel.

Dr. Ursula Ronner-Gockert, ehemalige Hausärztin in Nidderau-Erbstadt, ist nun Pilzsachverständige.

Als Medizinerin hatte Ursula Ronner-Gockert immer schon mit Inhaltsstoffen von Pflanzen und Pilzen sowie Vergiftungserscheinungen zu tun. Der Rückzug aus dem aktiven Berufsleben als Hausärztin und ihr Interesse an der Natur führten schließlich zu der Entscheidung, die Prüfung zur Pilzsachverständigen abzulegen.

Klimawandel gefährdet Artenvielfalt

Pilze haben eine ökologische Funktion und sind hübsch anzuschauen. „Der Klimawandel und die Holzernte führen jedoch zu bedeutenden Veränderungen im Biotop Wald und haben negative Folgen für die Artenvielfalt der Pilze“, wie es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung heißt. Bestimmte Arten, wie etwa der Goldröhrling, gehen „Lebensgemeinschaften“ mit Bäumen ein. Auf diesem Weg tauschen sie lebenswichtige Nährstoffe untereinander aus. Der Goldröhrling oder auch Lärchenröhrling genannt, wächst in Gemeinschaft mit den Nadelbäumen, denen es in den trockenen Sommern sehr schlecht ging. Wenn durch die starke Trockenheit die Bäume absterben, sterben auch die Lärchenröhrlinge.

Beratung durch Experten

In der Umgebung von Nidderau gibt es folgende Pilzsachverständige: Dr. med. Ursula Ronner-Gockert (nur Sammelgut), Nidderau-Erbstadt, z 06187 23255; Andrea Eschenbrenner, Ronneburg, z 06184 930699; Doris Kreißl, Rodenbach, z 0173 9987219. Bei Verdacht auf Pilzvergiftungen kann man sich auch direkt an die Giftnotdienstzentrale in Mainz wenden. z 06131 192 40. Sollte kein Sammelgut zur Pilzbestimmung mehr vorhanden sein, können die der Giftnotrufzentrale bekannten Sachverständigen bei Pilzresten oder gar Erbrochenem, durch Sporenbestimmung zum Beispiel eine Knollenblätterpilzvergiftung nachweisen. Pilze sind eher schwerverdauliche Lebensmittel und werden nicht von jedem gut vertragen. Die Wildpilze können nach wie vor radioaktiv und mit Schwermetallen (z.B. Cadmium, Blei oder Arsen) belastet sein. Je nach Standort der Pilze in unterschiedlichem Ausmaß. Daher wird für den Verzehr von Speisewildpilzen nur eine Menge von 200 bis 250 Gramm pro Woche empfohlen. jow

» dgfm-ev.de

Einer der beliebtesten Speisepilze ist der Steinpilz, dessen Vorkommen in den letzten Jahren – aufgrund der Fällung alter Bäume – rückläufig ist. Für das ungeschulte Auge ist Vorsicht geboten, denn der Steinpilz wird auch gerne mal mit dem Gallenröhrling verwechselt. Der Name ist Programm, denn sein „gallenbitterer“ Geschmack verdirbt das Gericht.

Vorsicht vor giftigen Sorten

Unter den heimischen Pilzarten gibt es aber auch giftige Exemplare, von denen einige sogar tödlich sind. Bei den Blätterpilzen (Lamellenpilzen) gibt es diese tödlichen Arten, ein Beispiel ist der Knollenblätterpilz. Unter seinem Hut befinden sich weiße Lamellen. Der essbare Champignon hingegen hat rosa getönte Lamellen. Eine Verwechslung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Die Gifte des Knollenblätterpilzes (Amotoxine und Phallotoxine) führen zu Magendarmstörungen bis hin zum Leberversagen. Ohne umgehende medizinische Behandlung endet der „Genuss“ tödlich.

Es sollte also stets darauf geachtet werden, welche Pilzarten im Korb landen. Bei Unsicherheit beraten geprüfte Pilzsachverstände. Die größte Gesellschaft im Bereich der Pilzkunde ist die Deutsche Gesellschaft für Mykologie. Auf deren Homepage unter „Pilzsachverständige“ kann man die Kontaktdaten erfahren (siehe Infobox). (jow)

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