Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer sollen für den Lebensraum Natur sensibilisiert werden

Eicher Vogelschützer stellen neue Infotafeln auf

Die Infotafeln, die Gerhard Klinkowitz zeigt, werden demnächst auf dem neuen Lehrpfad aufgestellt.
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Die Infotafeln, die Gerhard Klinkowitz zeigt, werden demnächst auf dem neuen Lehrpfad aufgestellt.

Der neue, mobile Beobachtungsturm der Vogelschutzgruppe Eichen steht bereits seit einiger Zeit in den Nidderauen, nun werden in den nächsten Tagen auch noch die zum Natur- und Lehrpfad Eichen/Windecken gehörenden Infotafeln an markanten Stellen der beiden miteinander verbundenen Rundwege durch Feld, Auen und Wald installiert. Insgesamt lassen es sich die Mitglieder des Vereins für Umwelt- und Naturschutz über 6000 Euro kosten, die zum Großteil durch Sponsoren aufgebracht werden konnten.

Nidderau - Vorsitzender Gerhard Klinkowitz hat die Infotafeln bereits vor dem Vereinsheim der Vogelschützer in der Straße „Im Wiesengrund“ zum vereinbarten Termin mit unserer Zeitung aufgestellt. Dort werden der „Lebensraum Wald“, der „Lebensraum Hecken“, der „Lebensraum Bach“, „Der Weißstorch“ und „Die Aue“ vorgestellt und erläutert. Klinkowitz, der die Texte selbst verfasst hat, wollte eine Sprache benutzen, die für Kinder, Jugendliche und Laien verständlich ist. Das hat auch gut geklappt, weil er pro Tafel tagelang an dem Inhalt gefeilt hat.

Zunächst allerdings, erzählt der Vorsitzende, habe er aus seinem immensen Fundus an Tierfotografien diejenigen 20 Fotos ausgewählt, die pro Tafel in die engere Wahl kamen. In weiteren Auswahlrunden hätten sich dann die Motive herauskristallisiert, die schließlich ihren Platz auf den Infotafeln gefunden haben. „Und unser Sponsor LB-Druck in Windecken hat die Alutafeln toll umgesetzt. Der Druck ist UV-geschützt und mit einer Anti-Graffitti-Versiegelung versehen, so dass man im Fall der Fälle die Oberfläche relativ einfach säubern kann“, erklärte Klinkowitz.

„Lebensraum Waldrand“ wird neben dem bestehenden Tafeln am Junkernwald installiert, „Lebensraum Hecken“ soll seinen Platz am Verbindungsweg zwischen Junkernwald und Bestattungswald bekommen, „Lebenraum Bach“ ist für die so genannte „Säuspitz“ an der Niddertalstraße vorgesehen, die Tafel „Der Weißstorch“ wird beim parallel zur Landesstraße verlaufenden Radweg aufgestellt und die Infotafel „Die Aue“ von Eichen aus gesehen am Weg hinter dem Bahnübergang in Richtung des Beobachtumsturms platziert. „Man hat dann die Alternativen, den rund 5,5 Kilometer langen Rundgang durch die Auen und am Waldrand entlang anzugehen, oder am Bestattungswald weiter auf dem bereits von den Windecker Kollegen, mit denen wir verstärkt kooperieren, angelegten Waldlehrpfad zu gehen. Dieser Rundgang ist etwa 10,5 Kilometer lang“, so Klinkowitz. Zu den neuen Infotafeln sollen im Laufe der Zeit noch weitere hinzukommen. So schweben dem Vereinsvorsitzenden Informationen zum Totholz, zu einem Waldameisenbau oder zur Kirche vor, in deren Turm Schleiereulen und Turmfalken nisten.

Der neue Beobachtungsturm in den Nidderauen.

„Vor der Platzierung des Aussichtsturms in den Auen und der Aufstellung der Infotafeln waren viele Gespräche mit der Stadt, der Unteren Naturschutzbehörde und den Jagdpächtern notwendig, um von allen Seiten eine Genehmigung zu bekommen“, rekapituliert Klinkowitz die Vorgeschichte.

Der Beobachtungsturm steht auf einem Anhänger und kann, wenn im Herbst die Störche weggezogen sind, an anderen interessanten Plätzen aufgestellt werden. „Wenn im Frühjahr die Nidderauen überschwemmt sind, können dort Hunderte von Wasservögeln beobachtet werden“, kann sich Klinkowitz bereits einen alternativen Standort vorstellen. Um die Vogelbeobachtung noch zu erleichtern, sollen zwei Ferngläser im Turm zur Verfügung gestellt werden, „allerdings bereitet uns die Diebstahlsicherung noch Kopfzerbrechen“, fügte der Vorsitzende hinzu. All diese Maßnahmen sollen bei Spaziergängern, Wanderern und Radfahrern die „Sensibilität für den Lebensraum Natur schärfen“, wünscht sich Klinkowitz.

Sorgen machen den Umwelt- und Naturschützern aber weiterhin Zeitgenossen, die sich nicht an die Vorschriften zur Brut- und Setzzeit gehalten haben und ihren Müll – sogar direkt unter dem Beobachtungsturm – immer wieder illegal in der Landschaft entsorgen. (Von Thomas Seifert)

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