Arbeitskreis Stadtgeschichte berichtet

Erste Tafeln zu „Nidderauer Geschichtswegen“ sollen im Herbst hängen

Eine Infotafel mit QR-Code für die „Nidderauer Geschichtswege“ soll am Bürgerhof an der Limesstraße angebracht werden. Im Herbst könnte es soweit sein.
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Eine Infotafel mit QR-Code für die „Nidderauer Geschichtswege“ soll am Bürgerhof an der Limesstraße angebracht werden. Im Herbst könnte es soweit sein.

Unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Diez Eichler hat der Arbeitskreis Stadtgeschichte eine ganze Reihe von geplanten Projekten angesprochen wie Stadtführungen, „Nidderauer Geschichtswege“, nachzuholendes Jubiläum „50 Jahre Nidderau“, neue Ausgabe „Nidderauer Hefte“ und die Schaffung einer Stelle eines Archivars für das Stadtarchiv.

Nidderau – Federführend beim Projekt „Nidderauer Geschichtswege“ sind die Bürgerstiftung Nidderau mit den Vorstandsmitgliedern Horst Körzinger, Bernd Siebel und Kuratoriumsmitglied Diez Eichler – der die Leitung übernommen hat – sowie Vertreter der Stadt wie Stadtrat Rainer Vogel, Hauptamtsleiterin Corinna Wagner und Wirtschaftsförderin Tanja Woltz. Das Projekt wurde 2020 der Bürgerstiftung übergeben, die Stadt hat 10 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Ostheim macht den Anfang

Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und die Bürgerstiftung legt jährlich einen Bericht über die Fortschritte und die Finanzen vor. Nach jetzigen Stand sind die Texte für die zehn bis 14 Tafeln, die an Ortsbild prägenden und geschichtsträchtigen Gebäuden und Orten im Stadtteil Ostheim, mit dem begonnen werden soll, fertig. Dazu wird am Ende eine Generaltafel am Kirchplatz aufgestellt, die einen Gesamtüberblick gibt und als Einstieg in den Ostheimer Geschichtsweg dienen kann.

Zusammen mit dem Heimat- und Geschichtsverein Ostheim sei viel Vorarbeit geleistet worden, denn der Verein verfüge über ein großes Reservoir an Materialien, betonte Körzinger. Über den QR-Code auf den Tafeln kommt man per Smartphone auf die Homepage, die von der Stadt aufgebaut und gepflegt wird. Es entsteht also eine digitale Historie, die auch erweitert werden kann.

In den letzten Zügen lägen die Abstimmungen mit der Grafikerin, der Stadt und der Bürgerstiftung über die Gestaltung des Hintergrunds der Tafeln sowie der Schrift, die verwendet werden soll. Die Protagonisten sind zuversichtlich, dass im Herbst die Tafeln angebracht werden können. Als nächste Stadtteile sollen dann Erbstadt und Eichen folgen, auch hier wird es eine Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein beziehungsweise kompetenten Bürgern geben.

Feiern zu „50 Jahre Nidderau“ sollen nachgeholt werden

Als Auftrag der Stadt soll sich der Arbeitskreis Gedanken über die Organisation künftiger Stadtführungen und Kriterien machen, die Bürger dazu berechtigen sollen, solche Führungen anzubieten und durchzuführen. Konsens war, dass ein möglichst niederschwelliger Zugang zu einer solchen Tätigkeit geschaffen werden soll, damit sich später in jedem Stadtteil Bürger angesprochen fühlen, Führungen zu übernehmen. Nach einer Rundfrage waren bereits einige Arbeitskreismitglieder bereit, sich in dieses Thema einzuarbeiten und es wurden weitere Bürger namentlich benannt, die bereits an solch einer Tätigkeit Interesse angemeldet hatten.

Deshalb soll nun außerhalb der Sitzungstätigkeit des Arbeitskreises mit allen Interessierten eine Zusammenkunft stattfinden, wo diese Kriterien formuliert werden sollen, damit sie anschließend der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden können. Diez Eichler, der als Nachfolger von Heinrich Quillmann bereits vor der Pandemie Führungen in Windecken organisiert hatte, betonte, man solle die Kriterien so formulieren, dass „jedem Stadtführer ein großer individueller Spielraum , wie er die Präsentationen gestalten will“, gelassen wird.

Die Feierlichkeiten und Festivitäten zu „50 Jahre Nidderau“ sollen im kommenden Jahr „in der dann umsetzbaren Form“ nachgeholt werden, kündigte Hauptamtsleiterin Corinna Wagner an. Dazu wolle man weitgehend auf die bestehenden Konzepte zurückgreifen. Da nun aber von der Jubiläumsausgabe der „Nidderauer Hefte“ nur noch rund 150 Exemplare vorrätig seien, stellte sich die Frage, ob eine Neuauflage bei einer Neuansetzung der Jubiläumsfeierlichkeiten notwendig werden würde, was von der Mehrheit der AK-Mitglieder positiv beantwortet wurde. Man war sich auch darüber einig, die Nummer 17 der „Nidderauer Hefte“ dann erst 2024/25 aufzulegen und wieder in der gewohnten Form herauszugeben.

Mehr Werbung für „Nidderauer Hefte“

Erste Themenvorschläge beziehungsweise bereits fertig gestellte, zeitlose Beiträge wurden von den Mitgliedern kurz vorgestellt. Zudem wurde der Vorschlag gemacht, die Bevölkerung in geeigneter Weise über die Existenz des Arbeitskreises Stadtgeschichte und der „Nidderauer Hefte“ zu informieren, hier gebe es erhebliche Defizite.

Da sich die personelle Situation im Stadtarchiv als „schwierig“ darstelle, plädiert der Arbeitskreis einstimmig, eine Stelle für eine Fachkraft zu schaffen. Diese könne in Teilzeit oder in Kooperation mit umliegenden Kommunen angestellt werden, waren Vorschläge, um eine übermäßige Belastung der Stadtkasse zu vermeiden. Es sei aber unabdingbar, dass ein fachkundiger Ansprechpartner im Stadtarchiv angestellt werden müsse, denn dort lagerten wichtige Gegenstände, Dokumente und Fotos zur Stadtgeschichte, die es zu hüten und der Öffentlichkeit auf Anfrage zu präsentieren gelte.

Außerdem müsse man die geplante Digitalisierung der Bestände im Auge behalten, hierfür wollen sich die Arbeitskreis-Mitglieder mit einem örtlichen Anbieter von entsprechender Software treffen.

Unter Verschiedenes stellte Corinna Wagner auf Anfrage fest, dass die Stadt die Reinigung und Sanierung eines Marienbildnisses an der Konrad-Adenauer-Allee in Heldenbergen samt dem dazugehörigen Häuschens plane und derzeit nach geeigneten Handwerkern suche, die dieses Projekt umsetzen können. (Thomas Seifert)

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