Nächstes Großprojekt

Evangelische Kirchengemeinde Windecken legt Grundstein für Pfarrhaus

„Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“, heißt es in einem Kirchenlied. Architektin Andrea Güthge (links) und Pfarrerin Heike Käppeler haben gemeinsam mit Gemeindevertretern und Baumitarbeitern am Birkenweg in Windecken den Grundstein für das neue evangelische Pfarrhaus gelegt.
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„Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“, heißt es in einem Kirchenlied. Architektin Andrea Güthge (links) und Pfarrerin Heike Käppeler haben gemeinsam mit Gemeindevertretern und Baumitarbeitern am Birkenweg in Windecken den Grundstein für das neue evangelische Pfarrhaus gelegt.

Dass die Evangelische Kirchengemeinde Windecken große Bauprojekte stemmen kann, hat sie mit dem Abriss des alten und dem Neubau des neuen Gemeindehauses an der Eugen-Kaiser-Straße im Jahr 2016 bewiesen. Jetzt wurde der nächste Grundstein gelegt.

Nidderau - Denn auch das Pfarrhaus am Birkenweg ist in die Jahre gekommen. „Eine Kostenschätzung für eine Sanierung vor zwei Jahren lag bei 400 000 Euro“, berichtet Pfarrerin Heike Käppeler, die mit ihrer Familie das Haus bewohnt. „Vor allem aber steht das Gebäude mitten auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück, sodass man die Fläche drumherum kaum anders nutzen kann.“

Das neue Pfarrhaus wird nach Kirchenrichtlinien erbaut. Jeder Quadratmeter sei vorgegeben, es gebe wenig Planungsspielraum, so Käppeler. Auch wenn zwei ihrer drei Kinder inzwischen studieren, ist für sie alle ein Zimmer vorgesehen. „Gerade durch Corona findet das Studium ja überwiegend von zuhause aus über das Internet statt“, erklärt die Pfarrerin. „Und auch in den Semesterferien sind sie daheim.“

Räume können zu Einliegerwohnung umgebaut werden

Zudem wird es auch zwei Amtsräume inklusive Gäste-WC geben, die man bei Bedarf auch zu einer Einliegerwohnung abtrennen könne. „Im neuen Gemeindehaus sind das Gemeindebüro und Besprechungsräume untergebracht“, erklärt Käppeler.

„Ein Pfarramtsbüro lässt sich dort aber nicht einrichten. Zumal ich ja nicht nur wochentags von acht bis 17 Uhr arbeite, sondern auch abends und am Wochenende oft am Schreibtisch sitze. Da ist es praktischer, das Büro im Haus zu haben.“ Auch vertrauliche Gespräche ließen sich besser in der Atmosphäre des heimischen Pfarrbüros führen.

Pfarrhaus wird abgerissen, zwei Wohnhäuser werden neu gebaut

Der Einzug soll Ende September 2021 über die Bühne gehen. Das alte Pfarrhaus wird dann abgerissen. Dafür entstehen auf dem Grundstück nach dem für kirchliche Grundstücke üblichen Erbpachtmodell zwei Wohnhäuser. Mit dem Pachtzins finanziert die Gemeinde ihren Anteil am Neubau. Knapp die Hälfte bezuschusst die Landeskirche. Auch der Kirchenkreis beteiligt sich.

Zur Grundsteinlegung für das neue Pfarrhaus am Freitag konnte Pfarrerin Käppeler die Schönecker Architektin Andrea Güthge, Mitarbeiter der Baufirma Gerhard und Vertreter des Kirchenvorstandes und des Bauausschusses der Kirchengemeinde begrüßen. Eine Dose mit dem HANAUER ANZEIGER, dem Kirchenboten, alten Schlüsseln und aktuellen Münzen, mit Pellets der alten Heizung und einer Liste der Amtsinhaber in Kirche und Staat wurde in die Bodenplatte einbetoniert.

Pfarrerin zitiert die Bibel an der Baugrube

„Die Bibel erwähnt den Begriff ‚Haus‘ vielfältig“, erläuterte Pfarrerin Käppeler in ihrer Ansprache am Rande der Baugrube: „Ein Ort, der schützt, ein Obdach für Menschen ohne Heimat, ein Haus, das auf Fels gebaut sein sollte – oder auf ein Fundament aus Stahl und Beton, um den Stürmen der Zeit standzuhalten.“

Ein Haus lebe davon, dass es mit Sachverstand und wohlwollenden Händen geplant und erbaut werde, damit es am Ende ein echtes Pfarrhaus wird: „Mit offenen Türen und Fenstern, mit Menschen, die offene Augen, Ohren, Herzen und Arme haben“, so die Pfarrerin. „Ein Platz für Feste und Feiern, mit Ruhe und Schutz, ein Ort des Friedens und der Gemeinschaft. Schon jetzt ist die Freude spürbar, wenn am Morgen die Arbeit beginnt. Und wo ein Anfang gemacht ist, kann man auf ein gutes Ende hoffen.“

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