Weg frei für Eicher Feuerwehrhaus?

Bürgermeister Schultheiß sieht sich durch Gutachten zu Bodenproben am Wiesengrund bestätigt 

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Ursprünglich sollte die noch bestehende Halle auf dem früheren Areal des Landschafts- und Gartenbaubetriebs Dillmann am Wiesengrund in Eichen zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut werden. Inzwischen will die Stadt einen Neubau errichten. Die Halle soll einer Wohnbebauung weichen. Doch die Entwicklung des Areals zögerte sich durch langwierige Bodenuntersuchungen auf Anordnung des Regierungspräsidiums Darmstadt hinaus. Die Untersuchungen sind jetzt abgeschlossen, offenbar ohne nennenswerten Schadstoffbefund. Die Stadt drängt nun auf eine Abriss- und Baugenehmigung für das neue Feuerwehrhaus.

Am Ende der Struktur- und Bauausschusssitzung am Montag teilte Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) mit, dass die vom Regierungspräsidium Darmstadt veranlassten Bodenuntersuchungen am Wiesengrund in Eichen abgeschlossen seien.

Die Nachricht kam unverhofft. „Die LHKW (Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe, siehe Infobox) im Labor wurden weder in den darauf analysierten Bodenproben noch in den Bodenluftproben in nennenswerten Konzentrationen ermittelt“, erklärte Schultheiß am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung. „Für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses darf es jetzt keine Hindernisse mehr geben. Das sieht auch das Gutachten so.“ 

Kein Bedarf an Sanierungsmaßnahmen für das Feuerwehr-Grundstück

Die Sachverständigen kämen zu dem Schluss, dass sowohl für das Feuerwehrhaus-Grundstück als auch für das Nachbargrundstück der Schönecker Firma Jung und Schmitt „kein Bedarf an aktiven LHKW-Sanierungsmaßnahmen“ gesehen werde und außerdem auch die ehemalige Dillmann-Halle vollständig ohne weitere Einschränkungen rückgebaut werden könne. 

Es bleibe bei der Sanierungsauflage für den Schaden durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW, siehe Infobox) für die Voreigentümer. „Diese Verantwortung für die Firma Dillmann bleibt bestehen und ist auch anerkannt“, stellte Schultheiß klar. Die Stadt erwarte nun vom Regierungspräsidium eine schnelle Genehmigung zum Abriss der Dillmann-Halle und dem Neubau des Feuerwehrhauses.

 „Wir haben direkt nach Zustellung am Montag die Langfassung des Gutachtens an das Regierungspräsidium weitergeleitet“, erklärte Schultheiß. „Fakt ist, dass es sich bei den Untersuchungen immer nur um Verdachtsfälle handelte. Es muss nun endlich vorwärts gehen.“ 

Neues Gerätehaus wird schon seit 10 Jahren erwartet

Die Eicher Wehr wartet bereits seit etwa zehn Jahren auf den Bau eines neuen Gerätehauses. Als Standort war zunächst das seinerzeit geplante Mischgebiet jenseits der B521 vorgesehen. Diese Pläne wurden mit Eintritt der Grünen in eine Koalition mit der SPD nach der Kommunalwahl 2011 wieder verworfen. Die Wahl fiel dann auf das Areal der Firma Dillmann am Wiesengrund. 

Die Stadt zahlte dafür rund 1,85 Millionen Euro, ein Preis weit über dem damaligen Bodenrichtwert. Die Opposition hatte deshalb einen Akteneinsichtsausschuss angestrengt. Einen Teil der Fläche verkaufte die Stadt für eine Million Euro weiter an die Deutsche Reihenhaus AG. Diese baute dort 19 Reihenhäuser, die längst bezogen sind. Die Feuerwehrhalle sollte nun in die noch bestehende Dillmann-Halle von 850 Quadratmetern Grundfläche integriert werden. Doch die langwierigen Bodenuntersuchungen führten bereits zu diesem Zeitpunkt zu einer Verzögerung der Entwicklung des Geländes. 

Benachbartes Gewerbegelände schafft Raum für einen Neubau für die Eichner Feuerwehr

Als bekannt wurde, dass die Schönecker Firma Jung und Schmitt das benachbarte Gewerbegelände räumen will, entstand die Idee, die alte Halle abzureißen und stattdessen auf einer Grundfläche von 486 Quadratmetern am Rand des Areals zur Straße am Wiesengrund einen Neubau für die Feuerwehr zu planen. Die so gewonnene Fläche soll nun in Kooperation mit Jung und Schmitt als „Wohnpark an der Nidder“ vermarktet werden. 

„Diese Pläne haben weiter Bestand“, wie Schultheiß am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung bekräftigte. Das Vorhaben war bereits in einer Bürgerversammlung im November 2018 vorgestellt worden. Über einen städtebaulichen Vertrag mit Jung und Schmitt soll die gewonnene städtische Fläche, die insgesamt 1125 Quadratmeter beträgt, gemeinsam mit der Fläche von Jung und Schmitt von 5946 Quadratmetern für eine Wohnbebauung vermarktet werden. „Aufgrund der aktuellen Bodenrichtwerte darf ein Quadratmeterpreis von über 200 Euro erwartet werden“, so Schultheiß am Mittwoch.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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