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Impfaktionen des Lions Club Nidderau in Heldenbergen und Oberdorfelden sind gefragt

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Geduld war gefragt: Wie zwei Wochen zuvor kam es bei der Impfaktion am Samstag wieder zu einer Warteschlange vor dem Familienzentrum.
Geduld war gefragt: Wie zwei Wochen zuvor kam es bei der Impfaktion am Samstag zunächst wieder zu einer Warteschlange vor dem Familienzentrum. © Jürgen W. Niehoff

Die Corona-Neuinfektionen erreichten in den vergangenen Wochen bisher nicht gekannte Spitzenwerte, viele Hundert Todesfälle werden täglich verzeichnet, die Krankenhäuser sind überlastet. Da kam die Sonderimpfaktion des Lions Club Nidderau gerade zur rechten Zeit.

Nidderau – Nicht nur die neue Bundesregierung appelliert an die Vernunft der Bürger, sich impfen beziehungsweise boostern zu lassen. Der Appell brachte die Mitglieder des Nidderauer Lions Clubs zu einem Entschluss. „Als wir uns überlegt haben, mit welchen Wohltaten wir in diesem Jahr die Nidderauer Bürger überraschen könnten, kam schnell die Idee mit der Impfaktion“, berichten Michael Kopf, der Präsident des Nidderauer Lions Club, und Club-Mitglied Dr. Horst Maurer.

Ein Anruf im Rathaus ergab, dass der Weihnachtsmarkt wegen Corona zwar ausfällt, dass die Stadt dafür aber auf dem Stadtplatz mit der Aktion „Hüttenzauber“ ein Provisorium plant. Weil die Mediziner aber eine Impfaktion in einer Hütte aus hygienischen Gründen ablehnten, war schnell auch wegen der mittlerweile großen Impfnachfrage der Gedanke geboren, eine Impfaktion im größeren Stil im Familienzentrum durchzuführen. Im Rathaus war man sofort bereit dazu, und so startete die erste Aktion am Samstag vor zwei Wochen.

Vor zwei Wochen nicht genügend Impfstoff für alle

Obwohl zu dieser Aktion lediglich in den sozialen Netzwerken aufgerufen worden war, wuchs die Warteschlange vor dem Eingang des Familienzentrums zu Beginn bereits auf mehrere Hundert Meter an. Zwar wiesen die Mitglieder des Lions Club immer wieder darauf hin, dass an diesem Tag nur 200 Impfdosen vorhanden seien und deshalb sicherlich nicht alle geimpft würden. Doch davon ließ sich ein Großteil der Wartenden nicht abschrecken. Und als der Impfstoff dann tatsächlich aus war, gab es nicht einmal Murren unter den Abgewiesenen.

Die Impfaktion in Nidderau kam auf Initiative des Lions Club Nidderau zustande. Präsident Michael Kopf (links) und Mitglied Dr. Horst Maurer trafen die Vorbereitungen.
Die Impfaktion in Nidderau kam auf Initiative des Lions Club Nidderau zustande. Präsident Michael Kopf (links) und Mitglied Dr. Horst Maurer trafen die Vorbereitungen. © Jürgen W. Niehoff

Immerhin versprach der Lions Club, die Impfaktion wiederholen zu wollen. Und tatsächlich fanden sich am Samstag schon gegen 13 Uhr die ersten Interessenten vor der Eingangstür des Familienzentrums ein, obwohl das Impfen erst um 14 Uhr losgehen sollte. Lieber eine Stunde warten und dann auf jeden Fall geimpft werden, als nach zweieinhalb Stunden Wartens unverrichteter Dinge nach Hause geschickt werden“, meinte ein älteres Ehepaar, das für seine Booster-Impfung anstand. Auch sonst regte sich keine böse Stimme unter den Wartenden, zumal das Wetter halbwegs verträglich war.

Dieses Mal 2000 Impfdosen

Kurz vor 14 Uhr, mit dem Eintreffen von Dr. Slawomir Blaszczak, unter dessen Leitung die Impfaktion stattfinden sollte, wurde es hektisch. Nicht etwa, weil wieder zu wenig Impfdosen zu Verfügung standen – dieses Mal lagen 2000 Rationen bereit –, sondern weil die Arzthelferinnen und die vier Mitglieder des Lions Club in ihre Aufgabe eingewiesen werden mussten. Aber es funktionierte. Punkt 14 Uhr öffneten sich die Türen zum Familienzentrum.

Diejenigen, die sich nur testen lassen wollten, gingen in den linken Sitzungssaal. Und diejenigen, die sich impfen lassen wollten, mussten sich zunächst anmelden, ihre Krankenkassenkarte, ihren Personalausweis und ihren Impfausweis sowie die Formulare mit ihrer Krankengeschichte und ihrer Belehrung abgeben. Alles lief sehr diszipliniert ab. Auch jetzt keine Drängelei oder harschen Worte.

Impfaktion verläuft routiniert

Das Impfen selbst im Vorraum des Familienzentrums verlief dann ganz routiniert. „Machen Sie bitte ihren linken Arm frei und nehmen sie dann hier bitte Platz“, forderte beispielsweise Dr. Maurer eine ältere Dame auf. Weil es keine Kabinen gab, wurde auch nicht darauf Rücksicht genommen, dass Frauen möglicherweise teilweise ihre Blusen ausziehen mussten. Impfen ging schließlich vor.

Und alle, die im Familienzentrum waren, freuten sich, dass es dieses Mal mit der Schutzimpfung klappen würde. Da vier Arzthelferinnen das Impfen durchführten, war die Warteschlange vor dem Zentrum bereits um 14.30 Uhr aufgelöst. Keiner der Wartenden musste diesmal unverrichteter Dinge nach Hause geschickt werden.

Weiteres Angebot am 18. Dezember in Oberdorfelden

Auch in Schöneck wurde in Zusammenarbeit mit dem dem Lions Club Nidderau am Wochenende eine Impfaktion durchgeführt. Impfwillige konnten am Sonntag ohne Termin in die Nidderhalle in Oberdorfelden kommen. Am Samstag, 18. Dezember, folgt ab 14 Uhr eine zweite Aktion in Oberdorfelden. Dr. Maurer und das Team vom Hausarztzentrum Hanau werden Impfungen mit den Vakzinen von Moderna und Johnson & Johnson anbieten. Weitere Infos auf der Homepage der Gemeinde Schöneck. (Von Jürgen W. Niehoff)

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