Treffpunkt für Menschen und Insekten

Initiative „Erbstadt blüht“ startet

Den Startschuss zu „Erbstadt blüht“ geben Bürger und Kommunalpolitiker gemeinsam.
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Den Startschuss zu „Erbstadt blüht“ geben Bürger und Kommunalpolitiker gemeinsam.

Die Aktion „Erbstadt blüht“ ist offiziell gestartet. Der Blühstreifen am Erbstädter Blumenfeld soll mit Bank und Insektenhotels zu einem Treffpunkt und Ort des Verweilens für Menschen und Insekten werden.

Nidderau – Blühende Landschaften im wahrsten Sinn des Wortes sollen sich in Nidderau ausbreiten. Je mehr desto besser. Diesem Wunsch verlieh jetzt die Bürgerstiftung Nidderau gemeinsam mit Stadt, zahlreichen Bürgern, Vereinen und Organisationen beim Start der Aktion „Erbstadt blüht“ Nachdruck. „Wir können die Welt nicht retten, aber Nidderau erblühen lassen“, sagte Horst Körzinger, Vorsitzender der Bürgerstiftung Nidderau in seiner Begrüßung.

Damit das Ziel erreicht wird, hatte die Stiftung Bürger zur Übernahme von „Blühpatenschaften“ aufgerufen. Mit Erfolg. Bisher haben sich bereits fast 40 Bürger mit einer Spende als Blühpaten an der Initiative beteiligt. Weitere Blühpaten sind willkommen. „Wir wollen unsere Stadt und alle Stadtteile erblühen lassen. Dazu müssen wir die Menschen auf Gefühls- und Verstandsebene, im Herzen und im Kopf, erreichen.“ Erbstadt geht als erster Stadtteil von Nidderau bei der Aktion mit gutem Beispiel voran. Das ist kein Zufall, da die in Erbstadt ansässige Familie Schwarz zu den Initiatoren und Machern der Aktion gehört.

Kita steuert selbst gebastelte Insektenhotels bei

Christine Schwarz hatte die Idee für den Blühstreifen und Blumenfeld und holte mit der Kita Erbstadt gleich auch noch den Nachwuchs des Stadtteils mit ins Boot. Die stellvertretende Kita-Leiterin Sabrina Hartenfeller und Erzieherin Sandy Drakulic präsentierten zwei Insektenhotels. Diese und 13 weitere Hotels haben die sieben Erzieherinnen gemeinsam mit den 75 Kita-Kindern bisher aus Konservendosen gebastelt. Diese haben sie nicht nur kunstvoll bemalt, sondern mit hohlen Pflanzenstengeln und offenen Röhren in eine komfortable Nisthilfe für Bienen verwandelt. „Uns fehlen noch Dosen“, erklärten die beiden Erzieherinnen, warum sie bis jetzt „nur“ 15 Stück fertiggestellt haben.

Aufgestellt werden sollen die kreativen Design-Hotels auf dem neu angelegten Blühstreifen neben dem seit 2018 bestehenden Blumenfeld der Familie Schwarz sowie in möglichst vielen Gärten in der ganzen Stadt. Auf dem 2200 Quadratmeter großen Blumenfeld „blüht es von März bis November“. Hier wachsen Tulpen, Narzissen, Iris, Lilien, Pfingstrosen, Gladiolen, Dahlien, Rosen und Sonnenblumen“, informierte Constantin Schwarz.

Blühstreifen soll eine Bank erhalten

Mit Handarbeit und Leidenschaft gehe seine Familie, die seit 2008 in Erbstadt einen Hofladen betreibt, alle Projekte getreu ihres Mottos „Hand in Hand frisch vom Land“ an: Bestückt werden soll der Blühstreifen auch noch mit einer Bank. „Sie ist schon da, aber noch nicht aufgestellt“, sagte Christine Schwarz.

Ziel ist es, das Blumenfeld samt Blühstreifen in einen Ort zum Verweilen und Begegnen zu gestalten. Und sie kündigte an, dass im Winter ein örtlicher Schreiner noch ein großes Insektenhotel bauen will. Das soll dann ab 2022 den fleißigen Nektarsammlerinnen auf dem Blumenfeld neben einigen der Kita-Bungalows zur Verfügung stehen. Bürgermeister Andreas Bär (SPD) lobte beide Projekte. Er dankte Familie Schwarz für die Federführung „und dafür, dass sie nicht nur gute Ideen haben, sondern diese auch tatkräftig umsetzen“.

Viele Beteiligte engagieren sich für Bienen & Co

Auch der Bürgerstiftung Nidderau galt sein Dank für ihr stets „offenes Ohr und ihren offenen Tresor“. Erster Stadtrat Rainer Vogel (Die Grünen), der Mitglied im Vorstand der Bürgerstiftung Nidderau ist, erinnerte daran, dass es ab 2017 einen politischen Auftrag in der Stadt zur Ausweisung von Blühflächen mit der Intention, Netzwerke zu schaffen gegeben habe. Unter anderem wurde in Pachtverträgen mit Landwirten festgelegt, dass diese auf zwei Prozent der Fläche einen Blühstreifen anlegen.

Horst Körzinger sagte: „Leider gibt es in Erbstadt steinreiche Leute, die ihren Reichtum in ihren Vorgärten und Gärten zeigen“ anstatt diese als blütenreiche, insektenfreundliche Grünflächen zu gestalten. Mit heimischen Wildpflanzen und regionalem Saatgut, die an den Standort angepasst sind, können blühende und lebendige Oase für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten gestaltet werden.

Das „Bündnis Nidderau blüht“ hat sich seit drei Jahren dem Thema Umweltschutz mit hoher Priorität verschrieben. „Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Nidderau, die Bürgerstiftung Nidderau, dem Landesspflegeverband Main-Kinzig, den Nidderauer Imkern, dem BUND, den Nidderauer Obst- und Gartenbauvereinen, Landwirten, Vogelschutzgruppen, Ehrenamtslotsen, mehreren Vereine und Schulen.

(Christine Fauerbach)

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