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Jeder zweite Platz bleibt frei: Luxor Filmpalast Nidderau hat unter Corona-Auflagen wieder geöffnet

Der Luxor Filmpalast in Nidderau hat seit einer Woche wieder geöffnet. 
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Der Luxor Filmpalast in Nidderau hat seit einer Woche wieder geöffnet.

Fast ein halbes Jahr waren die Türen des Luxor-Filmpalasts in Nidderau wegen der Corona-Pandemie verschlossen. Jetzt sind sie wieder geöffnet.

Nidderau – „Es war eine verdammt lange Zeit, doch aufgeben gibt es nicht“, sagt Christa Englert, Mitinhaberin der Englert Kino Gesellschaft, die fünf Kinos im Umkreis betreibt. In Nidderau sind es allein fünf Säle mit insgesamt 820 Sitzplätzen. Für einen kleineren Teil der Belegschaft hatte sie schon kurz nach der Schließung aller Kinos aufgrund der behördlichen Anordnung wegen der Corona-Pandemie am 15. März Kurzarbeit angeordnet. Den größeren Teil ihrer Mannschaft, meist Studenten oder Aushilfskräfte, musste sie hingegen entlassen.

Da vor Kurzem die Beschränkungen wieder gelockert wurden und auch die Kinos ihren Betrieb wieder aufnehmen konnten, hieß es auch für das Luxor-Team vor einer Woche wieder zurück zum Alltag. Wenn auch in begrenztem Maß: „Zunächst mussten wir alle Kinos wieder auf Vordermann bringen. Mit der Zwangsschließung im März hatte ja keiner gerechnet“, berichtet Betriebsleiter Udo Neudecker. Und weil auch keiner wusste, wie lange die Schließung andauern würde – ob Tage, Wochen oder Monate –, war nach der letzten Vorführung damals einfach alles nur so stehen und liegen geblieben. Diese Spuren von damals galt es nun zu beseitigen. „Das ist einer der Gründe, warum wir nicht sofort nach der Freigabe wieder aufgemacht haben.“

Luxor Filmpalast Nidderau: Filmverleiher haben Blockbuster zurückgehalten

Der viel schwerwiegendere Grund sei jedoch, dass die Filmverleiher nicht sofort zugkräftige Filme ausgeliehen hätten. „Die haben die Blockbuster einfach zurückgehalten“, liefert Neudecker die Erklärung für die verzögerte Wiedereröffnung.

Geschäftsführerin Christa Englert und Betriebsleiter Udo Neudecker in einem der fünf Kinosäle des Luxor-Filmpalasts in Nidderau.

Bis zum Start des zugkräftigen Films „Tenet“ von Starregisseur Christopher Nolan Mitte August seien von den Filmverleihern nur Repertoire- und Kinderfilme angeboten worden, mit denen selbst die durch Corona eingeschränkte Belegungsquote nicht zu erreichen gewesen sei. Denn die Wiedereröffnung des Luxor wurde nur unter strengen Auflagen erteilt. So gilt auch im Kino die Abstandspflicht von 1,5 Metern. Jede zweite Reihe und jeder zweite Sitzplatz fällt damit weg. Im Gebäude selber gilt Maskenpflicht, und alle Kinobesucher müssen ihre Kontaktdaten zwecks Rückverfolgung angeben. Beim Sitzen im Saal kann der Mund-/Nasenschutz dann allerdings abgelegt werden.

Freude bei den Betreibern des Luxor Filmpalast Nidderau über Wiedereröffnung

Trotz der Auflagen freuen sich die Kinobetreiber, dass nun endlich wieder Filme über die Leinwand flimmern. „Wir haben jeden Cent zweimal umgedreht und über jede Ausgabe dreimal nachgedacht“, verrät Christa Englert. Die Kinos befänden sich alle im Eigentum ihrer Firma und deshalb seien auch keine Gespräche über Mietaufschub mit einem Vermieter möglich. Auch die dreimonatige Corona-Soforthilfe vom Staat sei nicht in Anspruch genommen worden. „Wir gehören in eine Kategorie, die in diesem Fall durch das Hilfsraster gefallen wäre. Wir sind nicht mehr klein genug, aber auch noch nicht groß genug, um Anspruch auf die Soforthilfe gelten zu machen“, berichtet die Geschäftsführerin.

Mit den aktuellen Corona-Auflagen sei jetzt nach Wiedereröffnung der Lichtspielhäuser lediglich eine maximale Auslastung der Kinosäle von 40 Prozent möglich, rechnet Neudecker vor. „Ob das noch rentabel ist, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.“

Im Kinosessel fällt die Maske

Auszüge aus dem Hygienekonzept des Luxor-Filmpalasts:

- Mit Kauf der Eintrittskarten im Internet oder an der Ticketkasse verpflichten sich Besucher, ihren Namen sowie die Rufnummer zum Zweck der Rückverfolgung der Infektionskette anzugeben.

- Im Gebäude besteht Maskenpflicht. Das Anlegen der Mund-/Nasenbedeckung ist mit dem Betreten des Gebäudes vorgeschrieben. Beim Sitzen muss kein Mund-/Nasenschutz getragen werden.

- Nach der Vorstellung werden die Gäste über den Seiten-/Notausgang hinaus gebeten, sodass ein Kontakt zu einer möglichen Folgegruppe vermieden wird.

- Die Bezahlung an den Kassen ist per EC-, VISA- oder MASTER-Card sowie mit Bargeld möglich. Eine bargeldlose Zahlung ist bevorzugt aber keine Voraussetzung. Bargeld möglichst passend mitbringen. jwn

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