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Jugendliche in Nidderau träumen von einer Skateanlage

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Arbeiten an der Planung und Umsetzung des Projektes Skatepark: Projekt- und Kreativleiter Daniel Schreitmüller und Landschaftsarchitekt Daniel Rüth von der Landskate GmbH in Köln mit Jugendarbeiter Alexander Frei (von links).
Arbeiten an der Planung und Umsetzung des Projektes Skatepark: Projekt- und Kreativleiter Daniel Schreitmüller und Landschaftsarchitekt Daniel Rüth von der Landskate GmbH in Köln mit Jugendarbeiter Alexander Frei (von links). © Christine Fauerbach

Einen Skatepark für alle Nutzer- und Altersgruppen wünschen sich Jugendliche in Nidderau. Die Anlage sollte für Skater, Scooter, BMX, Blader und Wheel-Chair-Skater (Rollstuhlsportler) ausgelegt sein. Neben den Sportlern soll sie auch Familien und Erwachsene ansprechen.

Nidderau – In Nidderau leben zurzeit rund 21 000 Menschen, davon sind 3207 Kinder und Jugendliche. Eine Online-Umfrage von Alexander Frei von der städtischen Kinder- und Jugendförderung unter den 949 Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren und den älteren zwischen 17 und 21 Jahren ergab, dass diese sich vor allem eins wünschen: einen Skatepark. Das findet mit großer Sicherheit auch den Zuspruch der 1246 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren in den fünf Nidderauer Stadtteilen.

Lage, Baugrund und Lärmschutz sind wichtige Auswahlkritierien

Jugendarbeiter Frei informierte Magistrat und städtische Gremien darüber. Am Dienstagabend stand das Thema auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Jugend und Soziales. Ausschussvorsitzende Nicole Stahlberg begrüßte als Experten Landschaftsarchitekt Daniel Rüth und Projekt- und Kreativleiter Daniel Schreitmüller von der Landskate GmbH in Köln. Bürgermeister Andreas Bär (SPD) informierte, dass seit drei Jahren der Wunsch besteht, eine Skateanlage hinter dem Rathaus anzulegen.

Das Planungsbüro Landskate ist auf die individuelle Planung TÜV-geprüfter und von Fachfirmen ausgeführter Skateparks aus Beton spezialisiert wie Daniel Schreitmüller informierte. Wichtig bei der Standortwahl seien weiche Faktoren wie eine zentrale Lage, sichere Umgebung, eine gute infrastrukturelle Anbindung, ausreichend Parkplätze für externe Nutzer und die sozialräumliche Umgebung. Zu den harten Faktoren gehörten die Qualität des Baugrundes und die baurechtliche Situation wie Lärmschutz. In Nidderau sahen sich die Experten drei von der Stadt vorgeschlagene mögliche Standorte in Ostheim (Ortsrand, Parkplatz am Sportgebiet), Jugendzentrum (zentrale, urbane Lage neben Bahnhof, aber hoher Lärmschutzaufwand mit vier Meter hoher Mauer) und den Familienpark, Randlage, kaum Parkplätze) an.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten im Angebot

Beim Bau der Skateparks setzen die Kölner Planer auf ein spezielles Verfahren mit Nass-Spritzbeton und teils vorgeformten Elementen, die vor Ort fertig gebaut und mit Fundamenten versehen werden.

Der Vorteil gegenüber Anlagen in modularer Fertigbauweise aus Asphalt sei groß. Die sehr glatte Betonoberfläche biete beste Rolleigenschaften, wodurch die Verletzungsgefahr minimiert werde. Gestaltet werden könne zudem eine größtmögliche Vielfalt an Neigungen, Schrägen, Kurven und Hindernissen, die sich mit dem langsam aushärtenden und daher gut zu bearbeitenden Zementfließestrich exakt nachmodellieren ließen. Dies geschehe teils mit Spezialwerkzeugen, teils in Handarbeit. Bei Bedarf könnten verschiedene Materialien, Farben, Natur und Bäume in die Anlage integriert werden, damit sich diese harmonisch in die Umgebung einfüge.

Die so gebauten Anlagen hätten eine Lebensdauer von 30 Jahren, einen geringen Wartungsaufwand, einen hohen gestalterischen Wert und großen Detailreichtum. Eine Beleuchtungsanlage erhöhe die Nutzungszeiten. Bei der Planung orientiere sich das Büro an den Zielen des Auftraggebers, sprich der Stadt, und den Wünschen der lokalen Nutzer, den Jugendlichen und Familien. Die Wünsche der User und Interessenten werden in zwei Beteiligungsworkshops eruiert. Dadurch könnten die so geplanten und gebauten Skateparks Bedürfnisse einer großen Nutzer- und generationsübergreifende Gruppe sowie die Wünsche von Anfänger bis Profis abdecken.

Kosten richten sich nach Größe und Ausfertigung

Die Nutzung sei vielfältig. Sie reiche von Events und Wettbewerben über einen außerschulischen Lernort bis zum Szenetreff und zur Tourismusattraktion. Wichtige Themen sind neben dem Standort vor allem die Größe und Kosten des Skateparks. Die Nettokosten pro Quadratmeter liegen bei 450 Euro, inklusive Planungskosten und Mehrwertsteuer bei 650 Euro pro Quadratmeter. Für eine 300 bis 500 Quadratmeter große Anlage liegen die Kosten je nach Gestaltung und Elementen bei 135 000 bis 225 000 Euro, bei 600 bis 900 Quadratmeter Fläche bei 270 000 bis 405 000 Euro.

Bei der Finanzierung könnten verschiedene Fördertöpfe in Anspruch genommen werden. Die Experten empfehlen eine Größe von 550 bis 600 Quadratmeter, um für viele Elemente und eine vielfältige Nutzung Platz zu haben. (Christine Fauerbach)

» LNDSKT.de

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