Schwungvolles Open-Air-Konzert im Ostheimer Bürgerhof beendet Corona-Zwangspause

„Louisiana-Feeling“ mit Akkordeon und Waschbrett

Gelungen: Das erste Open-Air-Konzert im Bürgerhof Ostheim in diesem Jahr.
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Gelungen: Das erste Open-Air-Konzert im Bürgerhof Ostheim in diesem Jahr.

Als gelungener Wiedereinstieg in die Kultur der Veranstaltungsreihen des Nidderauer Kulturbeirats erwies sich das erste Open-Air Konzert in diesem Jahr. Rund 70 Gäste waren in den Bürgerhof nach Ostheim gekommen, um „Zydeco Annie & Swamp Cats“ zu erleben. Die bayerische Akkordeonistin und ihre international besetzte Band versprühten mit ihrem Programm „Rendez-Vous à New Orleans“ pure Lebensfreude und machten ihrem Publikum, das die Gruppe mit Begeisterungsrufen und viel Applaus feierte, ordentlich Dampf.

Nidderau - Jürgen Reuling, Vorsitzender des Kulturbeirates, begrüßte an diesem angenehm warmen Vollmond-Sommerabend die Besucher: „Endlich kann die Kultur wieder zu ihrem Recht kommen. Lange genug mussten wir ankündigen, absagen, verschieben und trösten. Umso mehr freuen wir uns, Sie heute hier begrüßen zu dürfen.“ Dann folgte der langersehnte Augenblick: Unter echtem Zuschauerbeifall trat ein musikalisches Ensemble wieder live auf die Bühne.

Und so hatten „Zydeco Annie & Swamp Cats“ bereits während der Eröffnungssongs, wie „Sweet Joline“ das Publikum im Griff. Im Zentrum stand die sympathische Frontfrau Anja Baldauf alias „Zydeco Annie“, energiegeladen rockte sie über die Bühne – mal mit Akkordeon, mal mit Melodica, mal mit Cajun-Akkordeon, meist als führende Instrumente mit fröhlichen Melodien oder als Motor der Band saß sie am Klavier.

Nebenbei unterhielt „Zydeco Annie“ das Publikum mit Anekdoten zu den gespielten Songs. Die eigenen Songs erzählten von der Traurigkeit des Abschiednehmens, von purer Lebensfreude im Mardi Gras, von den Sehnsüchten der einsamen Bayous bis zum geselligen Beisammensein beim Fais Deaux Deaux.

Rund 70 Gäste ließen sich von „Zydeco Annie & Swamp Cats“ mitreißen.

Anja Baldauf stammt aus einer Akkordeonfamilie, seit frühester Kindheit ist das Akkordeon ihr täglicher Begleiter. Aufgewachsen mit bayerischer Hausmusik, ihre Jugend mit orchestralen Akkordeonklängen verbracht und Klassik studiert, hat sie sich auf einer ihrer Tourneen in die Cajun- und Zydecomusik verliebt. Zusammen mit Sänger Frederic Berger wurde vor gut 15 Jahren die Idee geboren, Zydeco-Musik zu spielen, eine schnelle, tanzbare Musikform aus dem Süden des US-Bundesstaates Louisiana mit Akkordeon und Waschbrett. Entstanden ist diese Musikform in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit englischen und französischen Texten, die Sänger und Waschbrettspieler Frederic Berger in unnachahmlicher Art mitreißend interpretierte. Mit seiner mindestens drei Oktaven umfassenden Stimme wechselte der Elsässer ständig zwischen den beiden Sprachen, den Tonlagen und reihte tiefe an hohe Töne.

Baldauf und Berger haben die Musik zwischen Zydeco, Cajun-Musik, Blues, Ragtime weiterentwickelt und schreiben ihr Repertoire seit mehreren Jahren selbst. Annie schicke ihm die Melodien, Frederic textet, erzählte Anja Baldauf beim Konzert. So geschehen auch bei „Voodoo Master“, einem der Höhepunkte des ersten Teils. Ehemann Baldauf saß am Schlagzeug. Aus dem Herzen New Orleans stammt der charismatische Musiker Helt Oncale, der an diesem Abend mit seinen Gitarren-Soli ebenfalls ganz besondere Konzertmomente schuf wie bei „Zydeco Gaga“. Als die bunte Beleuchtung den Bürgerhof dann in stimmungsvolles Licht taucht, hielt es die Gäste nicht mehr auf ihren Sitzplätzen. Im Stehen wurde getanzt, gewippt und mit geklatscht – bis zum riesigen Schlussapplaus. (Von Andrea Pauly)

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