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Nachnutzung von Volksbank-Filiale unklar: CDU und Stadt verfolgen Idee von Ärztehaus

Am Standort der ehemaligen Filiale der Frankfurter Volksbank an der Windecker Straße in Heldenbergen könnte nach Vorstellung der CDU Nidderau und von Bürgermeister Schultheiß (SPD) ein Ärztehaus entstehen. 
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Am Standort der ehemaligen Filiale der Frankfurter Volksbank an der Windecker Straße in Heldenbergen könnte nach Vorstellung der CDU Nidderau und von Bürgermeister Schultheiß (SPD) ein Ärztehaus entstehen. ARCHIV

Die bundesweite Debatte um den Mangel an Ärzten auf dem Land macht auch vor der Region Hanau nicht Halt. Der Main-Kinzig-Kreis hat darauf reagiert und vor gut einem Jahr eine Koordinatorin für die ärztliche Versorgung eingesetzt. Für die Hausarztpraxis von Dr. Ursula Ronner-Gockert verliefen jedoch sämtliche Bemühungen, den Sitz zu erhalten, erfolglos.

Nidderau – Am 30. Juni endete die Übernahme-Frist, die die Kassenärztliche Vereinigung gesetzt hatte. Laut Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) gab es zwar zwischenzeitlich Interessenten. Sie sprangen aber wieder ab, da die Wirtschaftlichkeit angeblich nicht gegeben war. Ronner-Gockert arbeitet inzwischen in einem Ärztezentrum in Glauburg-Stockheim.

Ein solches Ärztezentrum wäre auch in Nidderau willkommen. Die Nachbargemeinde Schöneck macht es vor. Im Ortsteil Kilianstädten entstehen derzeit zwei Gebäudekomplexe, in die neben einer Drogerie, einer Bäckerei und einer Apotheke auch zwei ansässige Hausärzte einziehen, die künftig für die überörtliche Praxisgemeinschaft „Hausärzte MKK“ tätig sind (siehe Bericht in der Ausgabe vom 13. August). Der Main-Kinzig-Kreis fördert das Projekt mit 100 000 Euro.

In Nidderau hingegen herrscht Stillstand. „Die ärztliche Versorgung in Nidderau ist ein Dauerthema, das wir regelmäßig im Blick haben“, erläutert Bürgermeister Schultheiß. „Im vergangenen Herbst wurden intensive Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Gesundheitskoordinatorin des Main-Kinzig-Kreises geführt. Hierbei wurde deutlich, dass Nidderau sowohl im hausärztlichen als auch im fachärztlichen Bereich sehr gut versorgt ist. Für die Hausärzte wurde sogar von einer Überversorgung gesprochen.“ Immerhin, so Schultheiß, seien alle Patienten von Dr. Ronner-Gockert durch Praxen in Nidderau oder umliegenden Kommunen aufgenommen worden. „Von abgewiesenen Patienten wurde uns in diesem Zusammenhang noch nicht berichtet.“

Die CDU will sich damit nicht zufriedengeben. In dem seit Jahren geforderten Mischgebiet jenseits der Bundesstraße 521 in Eichen möchte die Partei unter anderem ein Ärztezentrum errichten, um etwa der ortsansässigen Hausarztpraxis Schumann Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Ende Januar machte die CDU einen weiteren Vorstoß: Das ehemalige Gebäude der Volksbank Heldenbergen würde sich nach Ansicht der Partei eignen, um mit dem Eigentümer oder einem künftigen Investor, unter Beteiligung der Ärzteschaft, ein Ärztehaus zu errichten. Dabei schwebt der Partei vor allem die Ansiedlung von Fachärzten vor. Denn gemäß der 20 Einträge, die auf Suchanfrage auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen erscheinen, sind in der 20 000-Einwohner-Kommune acht Allgemeinmediziner und Internisten sowie acht Psychotherapeuten, zwei Orthopäden, ein Anästhesist und ein Kinderarzt tätig.

„Ein Ärztehaus würde die Chance bieten, jemanden mit modernen Räumen und eventuell einer Wohnung im gleichen Gebäude zum Umzug nach Nidderau zu bewegen“, meint auch Bürgermeister Schultheiß. „Das hat damals im Zentrum am Pfarrgarten auch funktioniert.“

Tatsächlich habe er auch schon Kontakt mit den zuständigen Vorständen der Frankfurter Volksbank aufgenommen. „Und zwar schon bevor sich die CDU öffentlich geregt hat“, betont der Rathauschef. Kommende Woche wolle er diesbezüglich wieder Gespräche führen.

Offiziell ist vonseiten der Genossenschaftsbank bislang keine konkrete Auskunft zu den Plänen für ein Ärztehaus oder eine anderweitige Nachnutzung der Filialen in Heldenbergen und am Marktplatz in Windecken zu bekommen, die im Zuge der Neueröffnung der Filiale am Stadtplatz in der Neuen Mitte geschlossen wurden.

Der Rückbau der „banküblichen Einbauten“ in den Gebäuden sei inzwischen so gut wie abgeschlossen, teilte die Bank diese Woche auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Für die Immobilie in Windecken liegen uns Anfragen von Interessenten vor, die wir derzeit prüfen. Ob wir die Immobilie in Heldenbergen selbst nutzen, ist noch nicht abschließend entschieden.“

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