Projekt entstand in Corona-Zeit

Neu gegründetes Schlossberg Theater in Nidderau inszeniert die Komödie „Die Kuscheltier-Entführungen“

Wolfgang und Marina Griepentrog gründeten das Schlossberg Theater in Nidderau und debütieren mit einer Komödie.
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Wolfgang und Marina Griepentrog gründeten das Schlossberg Theater in Nidderau und debütieren mit einer Komödie.

Marina Griepentrog und ihr Ehemann Wolfgang im vergangenen Jahr vor allem die Kultur vermisst. Sie entschieden, etwas Eigenes, anderes zu machen. Mitstreiter haben sie schnell gefunden und spontan das Schlossberg Theater gegründet. Nach nur dreimonatigen Proben kommt im Juli das erste Stück „Die Kuscheltier-Entführungen“ auf die Bühne. Es ist eine Komödie, „denn auch in der Corona-Krise muss es etwas zu Lachen geben“, sagen sie.

Nidderau – Marina Griepentrog kommt aus Krefeld und war bei den Vereinigten Städtischen Bühnen Mönchengladbach als Statistin aktiv. Dort hospitierte sie auch in der Regieassistenz und soufflierte. „Theater war immer meine Leidenschaft. In Nidderau fand ich über die Nidder-Bühne wieder Möglichkeiten für das Theaterspiel“, sagt sie. Sie ist sehr interessiert an Regie und Dramaturgie. Beim Verband hessischer Amateurtheater ist sie seit Kurzem Bereichsleiterin Ost im Landesverband. In dieser Eigenschaft besucht sie viele Vorstellungen sowie Regie- und Dramaturgieseminare. „Pro Jahr leite ich ein bis zwei Seminare“, sagt sie. Sehr viele Amateurtheater hätten sich im Landesverband abgemeldet. „Ich beschloss, wieder Theater zu machen. Dann kam Alexandra Weber, die die gleiche Idee hatte“, sagt Griepentrog.

Präsenzproben im Freien

Gemeinsam wählten sie Theaterstücke aus und entschieden sich für die Komödie „Die Kuscheltier-Entführungen“. Das einzige Problem zu Beginn sei gewesen, dass sieben Darsteller gesucht werden mussten. Nach und nach konnten Interessierte über Aufrufe in Facebook und per Mundpropaganda akquiriert werden. „Pandemiebedingt machten wir einzeln Präsenzproben im Außenbereich. So wuchs das Stück langsam zusammen“, sagt Marina Griepentrog.

Das Schlossberg Theater sei kein Verein. „Ich hatte schon alle Unterlagen für eine Vereinsgründung zusammen, doch dann haperte es daran, dass es verschiedene Meinungen gab, die nicht den unseren entsprachen. So entschieden wir uns gegen einen Verein“, sagt Wolfgang Griepentrog. „Wir wollten, dass es unser Ding bleibt“, ergänzt seine Frau. Beide haben als Fotografen ein Fotostudio angemeldet, dies in der Vergangenheit um Fotoboxen erweitert und nun um Kultur und Veranstaltungen. Finanziell haben die Griepentrogs viel investiert. So mussten sie die Aufführungsrechte kaufen und Versicherungen abschließen.

Premiere auf der Burg Wonneken

Eine Prüfung zur Mitgliedschaft im Landesverband steht noch aus. Unterstützung für die Plakatgestaltung erhalten sie von ihrem Sohn, der als freiberuflicher Motion Graphics Artist arbeitet. Ihr erstes Stück möchten sie mit sechs Aufführungen durch das komplette Jahr tragen. Das Stück wird Open-Air in der Burg Wonneken im Innenhof in Windecken am Samstag, 10. Juli, um 18 Uhr und am Sonntag, 11. Juli, um 17 Uhr aufgeführt.

Im Innenhof haben sie geprobt sowie kurzzeitig auf dem Gelände des Blasorchesters Nidderau. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei Melanie Jung, der Leiterin der Alzheimer Stiftung, die in der Burg angesiedelt ist. Sie hatte sofort Interesse für das Projekt und unterstützt uns kostenlos, indem sie uns das Terrain zur Verfügung stellt. Sie übernimmt auch die Organisation der Getränke zugunsten der Alzheimer-Stiftung“, sagen die Griepentrogs.

Neben den Hauptdarstellern Alexandra Weber und Florian Adam-Neumann gibt es fünf weitere Darsteller sowie Helfer und Souffleusen. „Wir wollten eine Komödie für den Beginn. Ich habe beim Lesen gelacht, das heißt bei mir schon was“, sagt Marina Griepentrog. „Es sollte zu Beginn ein Brüller sein“, ergänzt Wolfgang Griepentrog.

Sunny und Goldy wollen an die Ware

Das Stück dauert mit Pause zwei Stunden. In das Programm des Schlossberg Theaters würden die Griepentrogs zukünftig gerne auch Stücke für Kinder integrieren. „In den ‘Kuscheltier-Entführungen’ sind die beiden Hauptdarsteller eigentlich weiblich. Der Autor gibt jedoch vor, dass man die Rollen auch mit zwei Männern oder mit Mann und Frau besetzen kann“, erklärt Griepentrog eine Besonderheit des Stücks.

Es handele von zwei sehr naiven jungen Leuten. Sunny und Goldy, so ihr Name, wollen einen eigenen Stofftierladen eröffnen. Ihnen fehlt jedoch das Geld, um die Stofftiere beim Zoll auszulösen. Bei der Bank stoßen sie auf Granit, da sie als Sicherheit nur Stofftiere und Wechselgeld anzubieten haben. Unter Alkoholeinfluss beschließen sie, den Besitzer der Bank zu entführen, um so an 5000 Euro für den Zoll zu kommen. Das Geld wollen sie zurückgeben. Leider erwischen sie die falschen Personen und werden selbst Opfer einer Erpressung. Alles läuft aus der Bahn. Zum Schluss gibt es eine Leiche, „die eh keiner vermisst“ und der Zoll gibt die Kuscheltiere frei. Die Technik übernimmt Wolfgang Griepentrog. Für Ton und Licht ist Dominik Echterbruch verantwortlich. Zudem ist ein musikalischer Überraschungsgast vorgesehen.

Laiendarsteller, Helfer und Spender seien willkommen. Der Eintrittspreis beträgt zwölf Euro. Einlass ist eineinhalb Stunden vor der Aufführung. Tickets sind im Vorverkauf bei Toto-Lotto Reidel in Windecken, Mein Reisestübchen im Nidder Forum Heldenbergen und bei Kiosk Hartenfeller in Ostheim erhältlich.

Weitere Vorstellungen

Weitere Aufführungen der Komödie „Die Kuscheltier-Entführungen“ sind im katholischen Pfarrgarten in Heldenbergen am Samstag, 17. Juli, und Sonntag, 18. Juli, jeweils um 15.30 Uhr sowie im Bürgerhof Ostheim am Samstag, 31. Juli, um 18 Uhr und am Sonntag, 1. August, um 17 Uhr zu sehen. (Georgia Lori)

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