Karneval

Aascher Schnooke feiern wegen der Pandemie in abgespeckter Form

Weil alle Karnevalssitzungen in diesem Jahr ausfallen, hat sich die Vorsitzende des Eicher Karnevalsvereins Aascher Schnooke, Rita Maxheim, zumindest ihre Wohnung bunt geschmückt. Alle Jugendlichen und Erwachsenen des Vereins sind mit einem närrischen Mundschutz bedacht worden.
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Weil alle Karnevalssitzungen in diesem Jahr ausfallen, hat sich die Vorsitzende des Eicher Karnevalsvereins Aascher Schnooke, Rita Maxheim, zumindest ihre Wohnung bunt geschmückt. Alle Jugendlichen und Erwachsenen des Vereins sind mit einem närrischen Mundschutz bedacht worden.

Dem echten Karnevalisten treibt es die Tränen in die Augen: die närrische fünfte Jahreszeit ohne Fastnachtssitzung. Das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch die Corona-Pandemie macht es erforderlich. Auch in der karnevalistischen Hochburg von Nidderau, nämlich im Ortsteil Eichen.

Nidderau – Nach dem ersten Lockdown wegen der Corona-Pandemie Ende Mai vergangenen Jahres herrschte in Eichen bei dem Karnevalsverein Aascher Schnooke noch ein Funken Hoffnung. Ab dem 18. Juni nahmen deshalb die 14 Tanzgruppen des Vereins nach und nach das Tanztraining wieder auf. Aufwendige Hygiene- und Abstandsregeln wurden erarbeitet und anschließend auch umgesetzt.

Die Freude über den Tanz in der Gruppe war so groß, dass sich sogar eine Tanzgruppe für Kinder ab drei Jahre sowie eine neue kleine Garde ab sechs Jahren neu gründete. Und auch der eine oder andere Büttenredner begann für seine Fastnachtsrede für die Session 2020/21 erste Ideen zu sammeln.

Träume vom Karneval platzten im Oktober

Doch Ende Oktober platzten dann all die schönen Träume wieder. Es wurde ein neuer Lockdown verordnet und für die Karnevalisten war damit klar, sie mussten sich der Macht der Pandemie beugen. Seither gibt es auch kein vertun, die kommende Kampagne muss ohne die traditionellen Highlights wie die Stürmung des Rathauses, die Proklamation des neuen Prinzenpaars und alle Karnevalssitzungen auskommen.

„Das war nicht nur für unseren Vereinsvorstand eine bittere Pille, sondern auch für die Akteure bedeutete dies eine große Enttäuschung. Für sie sind die Auftritte auf der Bühne vor Publikum die Belohnung für all ihr Training und ihre Mühen“, erklärt die langjährige Vereinsvorsitzende der Aascher Schnooken und Sitzungspräsidentin Rita Maxheim.

Der Gruppe der gerade neu gegründeten Tanzformation für Dreijährige pausiert seitdem wieder, weil diese Altersgruppe noch zu jung für das Online-Training über den Bildschirm ist. „Das hat mir sehr leid getan, denn die Kleinen haben so einen Spaß, in Kostümen herumzuspringen“, berichtet Maxheim.

Tänzerinnen trainieren im Lockdown online

Online-Training machen hingegen die Älteren mittels Videokonferenzen. „Da muss ich den Trainerinnen ein ganz großes Lob zollen, denn die haben ihr Trainingskonzept komplett um- und auf das neue Format einstellen müssen“, lobt die Vereinspräsidentin ihre immerhin mehr als 20 ehrenamtlichen Trainerinnen.

Aber auch der Vorstand hat sich der unerwarteten Herausforderung gestellt. Denn der Verein hat rund 370 Mitglieder, davon die Hälfte aktiv. Diese gilt es bei der Stange zu halten. Also setzte sich Maxheim mit ihren zwölf Damen und Herren vom Vorstand im Dezember zusammen. Sie überlegten sich, wie sie bei ihren Aktiven die Motivation wieder aufbauen könnten. „Denn uns war klar, Corona verändert die Prioritäten bei jedem Einzelnen. Plötzlich werden Dinge wichtig, die früher nur eine untergeordnete Rolle gespielt hatten und drängen den Karneval zurück.“ Eigentlich sollten statt der Rathausstürmung 30 Extra-Orden unter den drei Nidderauer Karnevalsvereine verteilt werden. Aber auch daraus wurde nichts.

Da der Nachwuchs auch bei den Aascher Schnooken ganz oben steht, erhielten der Kinder zu Weihnachten ein T-Shirt und Süßigkeiten als Überraschung. Des Weiteren wurden die aktiven Jugendlichen und die Erwachsenen bei der Verteilung des Jahresheftes mit einem Mundschutz mit Vereinsemblem bedacht.

Aktive erhalten fürs Karnevalswochenende eine Helaubox

Zur eigentlichen Faschingszeit erstellte ein Vereinsmitglied außerdem noch zwei mehrstündige Videos mit rund 40 Programmpunkten aus den Karnevalssitzungen der vergangenen 27 Jahre. Die Videos sind allerdings nur den Mitgliedern zugänglich und auch nur eine Woche während der tollen Tage.

Die rund 160 Aktiven bekommen außerdem noch ein Überraschungspaket, die sogenannte Schnooken-Hellaubox für das Faschingswochenende mit mehreren Karnevalsutensilien, Buttons statt Orden und eine 40-seitige Broschüre mit Bildern der Aktiven. Trotz allem macht sich Maxheim Sorgen auch um die Zeit nach dem Corona-Lockdown. „Hoffentlich bleiben uns unsere Mitglieder treu, hoffentlich bleibt unsere Gemeinschaft bestehen“, sagt sie. Dafür gibt sich die Vorsitzende mit ihrem Team größte Mühe.

(Jürgen W. Niehoff)

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